FleischesserIn liebt VeganerIn

Felicitas über ihre Beziehung zu einem Fleischesser

Tatsächlich haben wir uns aber gerade durch das gemeinsame Kochen viel besser kennengelernt und ich weiß es sehr zu schätzen, dass er stundenlang vegane Blogs nach Rezepten für unser erstes Date durchforstet hat. Liebe geht schließlich doch durch den Magen.

Da wir eine Fernbeziehung führen, wird er an den Wochenenden zum Veganer – zumindest größtenteils. Wir nehmen uns viel Zeit, gut und abwechslungsreich zu kochen, sodass ich hoffe, dass er manchmal gar nicht merkt, dass da "was fehlt". Wenn wir allerdings mal auswärts essen oder im Sommer zum Grillen eingeladen sind, kann ich sehr gut damit leben, wenn er Lust auf Fleisch hat, auch wenn wir immer die sind, die den "fancy" Salat oder den "erstaunlich gut schmeckenden" Kuchen mitbringen. Unsere Beziehung hat uns beide dazu gebracht, unsere Essgewohnheiten aus einer anderen Perspektive zu sehen und zu hinterfragen. Nur so können wir tolerant mit den Vorlieben des anderen umgehen, ohne uns etwas beweisen zu müssen. Schlussendlich liebe ich meinen Partner für das, was er ist, und nicht für das, was er isst.

››› Felicitas über ihre Beziehung zu einem Fleischesser.


Wenn meine Freundin und ich gemeinsam kochen, dann meistens vegan. Wahrscheinlich koche ich sogar besser vegan, als ich Steak braten kann. Vielleicht ist das Geheimnis einfach, dass mir meine Ernährung nicht völlig egal ist, auch wenn ich Fleisch esse. Bei mir gibt es Bio-Fleisch von der Frischetheke, beim Bäcker unterwegs esse ich ein vegetarisches Brötchen und am liebsten mag ich eigentlich einen Burger mit regional produziertem Bio-Fleisch in einem Restaurant, in dem Lisa einen veganen Burger bekommt. Milch kaufe ich nur Bio und am besten regional. Beim gemeinsamen Einkauf diskutieren wir über die Absurdität von Bio-Zwiebeln aus Neuseeland neben konventionellen Zwiebeln vom örtlichen Bauernhof. Essen ist uns beiden wichtig – das verbindet! Wir essen gern zu zweit oder in größerer Runde. Kochen und Essen gehen machen uns Spaß. Es ist Genuss, man tut dem Körper etwas Gutes und am besten schadet man dabei niemand anderem, auch nicht der Natur.

Frauke über ihre Beziehung mit der Veganerin Lisa

Kompromisse machen wir beide. Lisa kommentiert nicht, wenn ich Fleisch esse, sie ermahnt mich nicht. Sie ist nicht böse, wenn andere nicht perfekt vegan gekocht haben, sondern "nur" vegetarisch. Und wenn sie unterwegs vor lauter Hunger und schlechter Laune mal nicht zu ertragen ist, lässt sie sich auch ein Käsebrot kaufen, ohne zu diskutieren.

Wir sind uns beide unserer Verantwortung für Menschen, Tiere und Umwelt bewusst. Darüber sprechen wir viel. Wir respektieren uns, in unserer Beziehung und somit eben auch beim Essen. So können wir gegenseitig voneinander lernen und gemeinsam diskutieren: Verschiedene Standpunkte sind manchmal erfrischender als zwei gleiche. Natürlich machen wir nicht alles perfekt, was unsere Ernährung angeht, aber man kann ja auch mit kleinen Dingen die Welt ein bisschen besser machen. Und jetzt: guten Hunger!

››› Frauke über ihre Beziehung mit der Veganerin Lisa.