Earth Overshoot Day

Was ist der Earth Overshoot Day?

Der Earth Overshoot Day oder auch Erdüberlastungstag ist der Tag im Jahr, an dem die Bevölkerung rechnerisch alle von der Erde in einem Jahr zur Verfügung gestellten Ressourcen verbraucht hat. Wie viele Ressourcen brauchen alle Menschen weltweit, das heißt was ist der globale Fußabdruck? Und im Verhältnis dazu: Was kann die Erde in einem Jahr bereitstellen? Was ist also die globale Biokapazität, sprich die Fähigkeit der Natur, Rohstoffe zu erzeugen und Schadstoffe abzubauen?

Der Earth Overshoot Day (EOD) wird von der Nachhaltigkeitsorganisation Global Footprint Network berechnet.
Auf Basis wissenschaftlicher Daten berechnet sie jedes Jahr aufs Neue das Datum des EOD und liefert damit fundierte  Erkenntnisse zum Klimawandel. Diese Erkenntnisse sollen Politikern und Politikerinnen sowie anderen Entscheidern eine Grundlage für klimafreundliches Handeln bieten.
Mehr zur Organisation

Wie wird der Earth Overshoot Day berechnet?
Das Netzwerk arbeitet mit mehr als 70 Ländern und 80 globalen Partnern zusammen und sammelt jedes Jahr über 15.000 Messdaten pro Land.
Dabei stehen viele der Daten als „Open Data Platform“, also offene Datenquelle, jedem Interessierten zur Verfügung und machen somit die Daten und Berechnungen transparent.

Hier können Sie mehr darüber erfahren

Grafik: Earth Overshoot Day der letzten 50 Jahre Quelle: Global Footprint Network www.footprintnetwork.org

Wann ist der Earth Overshoot Day 2020?

Der errechnete Erdüberlastungstag ist der 22. August 2020.

Im Vergleich zu den letzten Jahren ist das Datum aufgrund der Corona Pandemie nach hinten gerückt. Im vergangenen Jahr war der Earth Overshoot Day bereits am 29. Juli 2019. Das heißt zumindest im ersten Halbjahr 2020 hat die Weltbevölkerung vergleichsweise weniger Ressourcen verbraucht als im Vergleichszeitraum 2019.

Nach Angaben von Global Footprint Network führten vor allem eine

  • verringerte Erzeugung von Forstprodukten (-8,4 %) und
  • verringerte globale Treibhausgasemissionen (-14,5 %)

zu diesem Ergebnis. Der Lebensmittel-Fußabdruck hingegen blieb gleichbleibend.

Insgesamt geht die Tendenz der letzten Jahre allerdings Richtung Jahresbeginn. Das bedeutet die Ressourcen der Erde werden durch den steigenden Bedarf der Bevölkerung immer früher aufgebraucht.

Um den weltweiten Bedarf an Wasser, Ackerland, Wäldern, Energie etc. zu decken, benötigen wir 2020 eigentlich 1,6 Erden (siehe Inforgrafik).


Grafik: Country Overshoot Quelle: Global Footprint Network www.footprintnetwork.org

German Overshoot Day oder Erdüberlastungstag

Als Pendant zum weltweiten Überlastungstag werden zudem nationale Overshoot Days berechnet, also das Datum, auf den der EOD fallen würde, wenn alle Menschen der Erde so leben würden, wie die Einwohner der jeweiligen Nation.

Unter die Top 5 Konsumenten fallen in diesem Jahr

  • Katar
  • Luxemburg
  • Vereinigten Arabischen Emirate
  • Kuwait
  • USA

Würden alle Menschen wie die Einwohner dieser Länder leben, wären die erneuerbaren Ressourcen der Erde bereits im ersten Quartal eines Jahres verbraucht.

Auch Deutschland kann sich mit einem Overshoot Day am 03. Mai nicht gerade rühmen und reiht sich in eine Liste von Industrienationen ein, die über die Verhältnisse der Erde und auf Kosten anderer Nationen leben.

Am Ende der Liste stehen Länder wie der Irak, Ecuador oder Indonesien, die die Biokapazität der Erde erst im Dezember des Jahres erreichen. Zu Unrecht verschwiegen werden die Länder, die keinen Overshoot Day haben, da ihre Bevölkerung weniger konsumiert, als die Erde in einem Jahr bereitstellt. 

Grafik: MoveTheDate Quelle: Global Footprint Network www.footprintnetwork.org

Wie können wir den Overshoot Day nach hinten verschieben?

„Der aktuelle Trend ist nicht unser Schicksal!“ – mit diesem Satz und dem Hashtag #MoveTheDate inspiriert das Global Footprint Network mit zahlreichen Maßnahmen, wie wir die Kapazitäten der Erde in Zukunft weniger stark verbrauchen und im besten Falle nicht mehr überschreiten.

Hierfür wurden fünf Kernbereiche identifiziert, die den größten Hebel für Veränderung bieten: 

  • Ernährung
    Wenn wir zum Beispiel die weltweiten Lebensmittelabfälle um 50 % reduzieren würden, könnten wir den Erdüberlastungstag um 13 Tage nach hinten verschieben.

  • Stadtdesign
    Ihr Einfluss auf die Umgebungstemperatur, sowie die Gestaltung des Mobilitätsnetzwerkes bieten große Stellschrauben.

  • Energienutzung
    Unser Energieverbrauch hat momentan den stärksten Einfluss auf unseren globalen Fußabdruck.

  • Umweltschutz
    Als Teil eines Ökosystems sind wir auf eine intakte Umwelt angewiesen.

  • Bevölkerungsdichte
    Durch Bildung und die Stärkung von Frauen, entstehen kleinere, gesündere und gebildetere Familien.

Quellen und weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.footprintnetwork.org/
https://www.overshootday.org/about/
https://www.wwf.de/earth-overshoot-day/

 

Wie kann ich helfen den Earth Overshoot Day zu verschieben?

Jeder kann in seinem Alltag und persönlichen Umfeld dazu beitragen, den Earth Overshoot Day nach hinten zu schieben. Auch Ihr kleinster Beitrag hilft. #MoveTheDate – Packen wir es an!


Das können Sie tun:

  • Lebensmittelabfälle vermeiden
  • Fleischkonsum verringern
  • Mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen
  • Kleidung länger tragen
  • Natur erhalten und den eigenen Garten insektenfreundlich gestalten

Berechnen Sie Ihren ganz persönlichen Fußabdruck unter http://www.footprintcalculator.org/ und finden Sie heraus, wo Sie stehen.