Gut geschützt im Freien

Sonnenlicht stärkt einerseits das Immunsystem, bremst die Schlafhormonproduktion und steigert das allgemeine Wohlbefinden. Anderseits kann es unserer Haut schnell gefährlich werden. Und das nicht erst im Sommerurlaub in den Alpen oder am Meer: Unsere Haut, und Kinderhaut im Speziellen, braucht Schutz, wenn wir uns länger im Freien aufhalten – und zwar unabhängig vom Hauttyp.

Dass helle Hauttypen ausreichend Schutz vor Sonne brauchen, ist bekannt. Doch auch die Haut von Menschen mit einem dunkleren Teint kann bei einem Übermaß durch die Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) geschädigt werden – Folgen können vorzeitige Hautalterung, Sonnenbrand oder Hautkrebs sein. Denn obwohl der natürliche Eigenschutz von dunkler Haut etwa viermal so hoch ist wie der von heller, können die Farbpigmente, also Melanine, die UV-Strahlung nur zu einem gewissen Anteil absorbieren. Doch wie lange darf man ungeschützt in die Sonne? Die Eigenschutzzeit bei sehr heller Haut beträgt höchstens 10 Minuten, bei sehr dunkler Haut 60 bis 90 Minuten. Man sollte diesen Zeitrahmen jedoch möglichst nie vollständig ausschöpfen. Das Eincremen mit einem Sonnenschutzmittel verlängert die Zeit, in der die Haut vor der Sonne geschützt ist, folgendermaßen:

Eigenschutzzeit 10 Minuten x Sonnenschutzmittel mit LSF 50 = 500 Minuten

Die errechnete Minutenangabe bezieht sich auf den gesamten Aufenthalt in der Sonne an einem Tag – vorausgesetzt, dass man sich regelmäßig nachcremt. Wichtig: Das Nachcremen verlängert dabei nicht den UV-Schutz, sondern erhält ihn lediglich aufrecht.


Unterschiede beim Sonnenschutz

Bei Sonnencremes unterscheidet man zwischen solchen mit synthetischen und mit mineralischen Lichtschutzfiltern. Chemisch-synthetische Lichtschutzfilter absorbieren die UV-Strahlung in der Haut und wandeln sie in Wärme und harmloses Infrarotlicht um. Mineralische Lichtschutzfilter dringen hingegen nicht in die Haut ein, sondern funktionieren über ein physikalisches Abwehrprinzip: Sehr fein vermahlenes Titandioxid oder Zinkoxid kann die Sonnenstrahlen wie kleine Spiegel reflektieren und zerstreuen. Während man bei synthetischem Sonnenschutz nach dem Auftragen 30 Minuten warten sollte, bevor man in die Sonne geht, wirkt mineralischer sofort. Synthetische Sonnenschutzmittel stehen außerdem im Verdacht, die Umwelt zu schädigen: Aufgrund ihrer chemischen Inhaltsstoffe wie Oxybenzon und Octocrylen können sie hochsensible Ökosysteme in Ozeanen und anderen Gewässern zerstören. In zertifizierten Naturkosmetik-Sonnencremes sind übrigens nur mineralische Filter zugelassen.

Tipps für Ihren Aufenthalt in der Sonne

Nicht nur das Eincremen, sondern vor allem auch das richtige Verhalten im Umgang mit Sonnenstrahlung beugt Hautschäden vor.



1. Sonnenschutz ist überall wichtig

Nicht nur am Strand und Meer ist es wichtig, sich vor zu viel UV-Strahlung zu schützen. Auch im eigenen Garten, auf dem Balkon, beim Sport, im Straßencafé oder im Winter in den Bergen sollte man an die Sonnencreme denken. Und vor allem im Frühling, wenn die Strahlen auf die sonnenentwöhnte Haut treffen, können diese schnell zu intensiv werden.

 

2. Strahlung gibt’s auch im Schatten

Selbst bei bedecktem Himmel oder im Schatten ist man nicht zuverlässig vor der Sonnenstrahlung geschützt. Zwar kann eine geschlossene, dicke Wolkenschicht bis zu 90 Prozent der UV-Strahlung abhalten, aber unter einem Sonnenschirm oder einem Baum verringert sich diese nur um circa 20 Prozent. Sand, Wasser und Schnee hingegen reflektieren die UV-Strahlung und verstärken sie noch.

 

3. Mittagssonne vermeiden

Altbekannt, aber dennoch wichtig: Vermeiden Sie im Sommer die Mittagssonne zwischen 12 und 15 Uhr, weil dann die UV-Strahlung am stärksten ist. Verlegen Sie Tätigkeiten unter freiem Himmel auf die Vormittags- und Nachmittagsstunden.

4. Kleidung, Hut und Brille schützen

Den besten Sonnenschutz im Freien erreicht man mit Kleidung. Hierbei gilt: je dichter gewebt, desto besser. Dunkle und weite Kleidung schützt zudem effektiver als helle und enge. Vergessen Sie außerdem Sonnenhut und Sonnenbrille nicht. Die UV-B-Strahlen könnten sonst Bindehaut und Hornhaut im Auge schädigen. Effektive Sonnenbrillen erkennt man an der Aufschrift UV400, 100 Prozent UV-Schutz oder dem CE-Zeichen.

 

5. Unbedeckte Hautstellen richtig eincremen

Sämtliche Hautpartien, die nicht bedeckt sind, sollten vor dem Gang nach draußen mit einem dem Hauttyp angepassten Sonnenschutzmittel gut eingecremt werden. Denken Sie vor allem auch an die sogenannten Sonnenterrassen wie Nase, Ohren, Nacken, Schultern, Fußrücken und das Dekolleté. Als Regel für die Dosierung gilt: je einen Strich Sonnenmilch, also von der Spitze des Mittelfingers bis zum Handgelenk, pro Arm sowie für die Brust und den Bauch. Für Nacken, Gesicht und Hals zusammen eine weitere Strichlänge. Zwei Striche für den Rücken und pro Bein.

 

6. Nachcremen nicht vergessen

Wasser, Sand, Schweiß und das Abtrocknen mit einem Handtuch verringern die Schutzwirkung der Creme nach und nach. Erneuern Sie den Schutz also idealerweise alle zwei Stunden, beziehungsweise nach dem Schwimmen sofort. Auch bei wasserfesten Produkten sollte man ans Nachcremen denken. Und beachten Sie: Trotz aller Schutzmaßnahmen erreicht immer ein gewisses Maß an UV-Strahlung die Haut. Muten Sie ihr also nicht zu viel zu.

7. Kinderhaut braucht höchsten Schutz

Babys dürfen in den ersten zwölf Monaten überhaupt nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Auch danach sollten sie hauptsächlich im Schatten sein und mit langärmeliger Kleidung und Sonnenhütchen geschützt werden. Noch besser ist spezielle UV-Kleidung für Kinder. Alle freien Körperstellen sollten mit Creme, die einen Lichtschutzfaktor von 50 hat, eingecremt werden. Denn jeder Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken.

Welcher Hauttyp sind Sie?

Tipp: Welcher von sechs Hauttypen Sie sind, erfahren Sie zum Beispiel auf der Website des Bundesamts für Strahlenschutz unter bfs.de oder Sie fragen Ihre Hautärztin oder Ihren Hautarzt.

 

Übrigens: Am 21. Juni ist in Deutschland der Tag des Sonnenschutzes.


Was tun bei Sonnenbrand?

  • Ist die Haut nach dem Draußensein gerötet, juckt und brennt, hat sie zu viel UV-Strahlung abbekommen. Jetzt hilft kühlen – entweder mithilfe einer kalten Dusche oder kühlen (Baumwoll-) Umschlägen.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser. Durch Hitze und Sonnenbrand verliert man viel Flüssigkeit. Um den Körper bei der Regeneration zu unterstützen, muss er mit genügend Wasser versorgt werden.
  • Die sonnengestresste Haut sollte nun mit speziellen After-Sun-Lotionen beruhigt werden, die Aloe vera oder Hyaluron enthalten. Sie versorgen die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit.
  • Damit die Kleidung nicht unnötig stark über die verbrannte Haut reibt, tragen Sie lockere Textilien aus weichen Stoffen.
  • Bis der Sonnenbrand abgeklungen ist, sollten Sie sich im Schatten aufhalten, direkte Sonne meiden und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.
  • Schlafen hilft! Denn im Schlaf regeneriert sich der Körper und damit auch die Haut am besten.
  • Auf Sonnenbrand-Hausmittel wie Joghurt oder Quark sollte man lieber verzichten. Zwar kühlen sie, können die Haut aber zusätzlich strapazieren. Zudem zieht sich Quark nach etwa 15 Minuten zusammen, regt damit die Durchblutung an und erwärmt die verbrannten Hautpartien zusätzlich.

 

Fotos: Stocksy; Unsplash