Spatzen-Retter gesucht!

In den letzten 25 Jahren ist der Spatzenbestand in vielen Teilen Deutschlands deutlich zurückgegangen. Längst steht der Spatz auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Moderne Bauten mit glatten Wänden aus Beton und Glas bieten ihm keine Nistmöglichkeiten mehr. Deshalb sucht die Deutsche Wildtier Stiftung bundesweit nach Spatzen-Rettern!

Spatz

Er ist klein, frech und leider auch bedroht: Der Spatz. In Hamburg beispielsweise geht es ihm besonders schlecht, weil er kaum noch Nistplätze findet. Rückgänge zwischen 30 und 50 Prozent sind zu beklagen. Der Mensch macht dem Spatz das Leben schwer. Dabei ist der Spatz selbst ein Menschenfreund! Er lebt gern mit uns unter einem Dach. Kein anderer Vogel hat sich so sehr an die Lebensweise der Menschen angepasst wie er. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat für Sie interessante Fakten über den sympathischen Vogel zusammengetragen.

Gestatten, Herr und Frau Spatz

Misst man ihn von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze, ist der Spatz 15 Zentimeter klein. Er wiegt etwa 32 Gramm. Wenige Spatzen werden älter als fünf Jahre, in menschlicher Obhut kann der kleine Vogel aber schon mal 14 Jahre alt werden. Die männlichen und weiblichen Vögel sind gut zu unterscheiden: Die Färbung der Männchen ist kontrastreicher. Der schwarze Kehlfleck, der Brustlatz sowie der aschgraue Scheitel sind gut zu erkennen. Die Weibchen und Jungvögel dagegen sind bräunlich gefärbt und damit etwas unscheinbarer. Junge Vögel sind an den gelben Schnabelecken zu erkennen.

Mein Name ist Sperling, Haussperling

Eigentlich heißt der kleine quirlige Vogel Haussperling (Passer domesticus), Spatz ist "nur" sein volkstümlicher Name. Weltweit hat er 36 Verwandte. In Deutschland lebt neben dem Spatz vor allem sein Vetter, der Feldsperling. Der ist äußerlich leicht vom Haussperling zu unterscheiden. Feldsperlinge sehen dem Spatzenmännchen ähnlich, sind insgesamt aber kräftiger gezeichnet. Außerdem haben sie einen schwarzen Fleck auf ihrer weißen Wange und einen rotbraunen Scheitel. Bei den Feldsperlingen unterscheiden sich Weibchen und Männchen optisch nicht. Beide Sperlingsarten leben in der Nähe des Menschen. Dabei bevorzugt der Feldsperling aber ländliche Gebiete, also Stadtränder oder Dörfer. Spatzen bleiben meist ihr Leben lang mit einem Partner zusammen, "bis der Tod sie scheidet". Auch sonst "handeln" Spatzen langfristig: Mit dem Nestbau beginnen sie teilweise schon im Herbst. Wenn nicht, baut das Männchen im Frühjahr ein Nest. Das Weibchen kümmert sich um die Feinarbeiten. Ein kunstvoller Architekt ist der Spatz nicht, sein Nest wirkt etwas zusammengeschustert. Als Baumaterialien nimmt er, was er kriegen kann, zum Beispiel Stroh, Heu, Haare, Federn, aber auch Kunststoffreste. Nur eines ist ihm wichtig: Die Nistmulde für den Nachwuchs muss schön weich ausgepolstert sein. So treu wie seinem Partner ist der Spatz übrigens auch seinem Nistplatz.

Fleissige Eltern und winzige Vielfrasse

fliegender Spatz

Sind alle Nestbauarbeiten erledigt, legt das Weibchen je nach Witterung ab April drei bis sieben Eier. Die zwei Wochen später frisch geschlüpften Küken wiegen jeweils nur zwei Gramm, nicht einmal so viel wie ein Stück Würfelzucker. Während der Aufzucht fliegen die Eltern täglich bis zu 400 Mal ins Nest, um die gefräßigen Jungvögel zu füttern. Pro Tag verfüttern sie etwa 250 Insekten oder andere kleine Tiere. Drei Wochen nach dem Schlüpfen sind die Nestlinge flügge. Spatzen ziehen in einem Jahr bis zu vier Bruten auf. Spatzenwaisen müssen übrigens nicht verhungern, sie werden häufig von den Eltern der "Nestnachbarn" mitgefüttert, die durch die Bettelrufe der Jungen aufmerksam werden. Trotzdem überleben nur 20 Prozent der Jungspatzen ein volles Jahr. Während der Brutzeit muss es genügend Insekten in der Nähe des Nestes geben, denn Spatzenkinder brauchen eiweißreiche Käfer, Larven oder Blattläuse, um groß zu werden. Brot- und Kuchenkrümel sind für den Nachwuchs nicht geeignet. Deshalb werden die Nestlinge zu über 95 Prozent mit Insekten gefüttert. Erwachsene Spatzen sind "Allesfresser", die sich vorwiegend vegetarisch von Samen, Körnern, Kräutern und Knospen ernähren. Im Winter braucht der Spatz wegen des Energieverlustes durch die Kälte übrigens ein Drittel mehr Futter.

››› Gastbeitrag Eva Goris, Deutsche Wildtier Stiftung

Warum verschenken Sie kein Reihenhaus?

Es kostet kein Vermögen, ist für zwei Familien geeignet und ist von behinderten Menschen gezimmert worden: Die Rede ist vom Spatzen-Reihenhaus der Deutschen Wildtier Stiftung, das aus FSC-zertifiziertem Holz hergestellt wird und genug Platz für zwei Brutpaare bietet. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.