Quak-Konzert des Wasserfroschs

Er ist gras- bis dunkelgrün, wird bis zu zwölf Zentimeter lang und hat auf dem Rücken dunkle Flecken und oft eine helle Rückenlinie: der Wasserfrosch.

Wasserfrosch

Seine Bauchseite ist weiß mit grauer Marmorierung. Für seine stimmgewaltigen Quak-Konzerte hat er zwei weißliche Schallblasen, die er an den Mundwinkeln aufbläst. Der Wasserfrosch ist auch unter dem Namen "Teichfrosch" bekannt.

Wer sich für den Wasserfrosch interessiert, kommt nicht daran vorbei, sich mit seinen verzwickten Familienverhältnissen zu beschäftigen. Er ist eine Kreuzung aus Seefrosch und Kleinem Wasserfrosch. Der olivgrüne bis bräunliche Seefrosch ist mit bis zu 16 Zentimetern quasi der "große Bruder", während der Kleine Wasserfrosch – der Name lässt es bereits vermuten – nur halb so groß ist. Es gibt Wasserfrösche, die einer ihrer beiden "Elternarten" äußerlich sehr ähnlich sind. Die Unterscheidung der drei Frösche ist deshalb oft nicht eindeutig. Aus diesem Grund werden Wasserfrosch, Seefrosch und Kleiner Wasserfrosch unter der Bezeichnung "Grünfrösche" zusammengefasst. Das grenzt sie eindeutig von den "Braunfröschen", Moor-, Gras- und Springfröschen, ab. Die typischen Froschkonzerte im Sommer veranstalten übrigens die Grünfrösche.

Liebesgeflüster
Während der Paarungszeit von Ende April bis Juni, wenn das Thermometer auf etwa 20 Grad steigt, versammeln sich die Froschmännchen zu Rufgemeinschaften. Je länger es warm bleibt, umso lauter quaken die liebeslustigen Frösche. Die angelockten Weibchen werden sofort heftig umworben. Häufig streiten sich gleich mehrere Froschmänner um ein Weibchen. Die "Ehe" ist aber nur von kurzer Dauer – gleich nach der Paarung trennt sich das Pärchen wieder.

Das Weibchen legt die Eier in wasserpflanzenreichen Gewässern in mehreren Laichballen ab, wo sie von den Männchen befruchtet werden. Aus den Laichballen mit etwa 500 Eiern schlüpfen dann die kleinen Kaulquappen. Sie bevorzugen zunächst pflanzliche Nahrung und wachsen je nach Witterung innerhalb von zwei bis drei Monaten zu Jungfröschen heran. Nun nimmt der Wasserfrosch zunehmend tierische Kost zu sich. Wasserflöhe und Insektenlarven, Regenwürmer, Schnecken oder kleinere Amphibien stehen auf seinem Speisezettel. Diese "angelt" er sich, indem er ihnen an der Wasseroberfläche auflauert. Durch plötzliches Zuschnappen oder mit einem sportlichen Sprung stürzt er sich dann auf seine Beute.

Sonnenanbeter am See
Wasserfroschmännchen quaken nicht nur, um die Gunst der Weibchen zu erlangen. Sie verteidigen damit auch ihr Revier. Lautstark kämpfen sie und versuchen, sich dabei gegenseitig unter Wasser zu drücken, indem sie auf den Rücken des Rivalen springen. Außerhalb der Paarungszeit sind Revierkämpfe allerdings eher selten. Wasserfrösche sind in ganz Europa zu Hause. Lediglich in Südost- und Nordeuropa sucht man sie vergebens. Sie bevorzugen außerdem flaches Land: In Höhen über 300 Meter tummelt sich der Wasserfrosch nur selten.

Am wohlsten fühlen sich Wasserfrösche an kleineren Seen und Teichen mit vielen Pflanzen. Sie sind sehr standorttreu und bleiben das ganze Jahr über an ihrem Heimatgewässer. Nur junge Frösche gehen auch auf längere Wanderungen, um neue Lebensräume zu erobern. Am Uferrand, im seichten Wasser oder auf Seerosenblättern genießt der Wasserfrosch gern die Sonne. Schattige Gewässer meidet er. Wenn es kalt wird, gräbt er sich in den Schlamm am Grunde eines Gewässers ein und überwintert dort. Um diese Prozedur zu überleben, muss er seinen Stoffwechsel stark herunterfahren. Manchmal sucht sich der Wasserfrosch zum Überwintern auch ein frostsicheres Versteck an Land.

Weit verbreitet und doch gefährdet
Der Wasserfrosch zählt zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Am phibien in Deutschland. Zu seinen natürlichen Feinden gehören Raubfische wie der Hecht, Ringelnattern, Graureiher und andere Vögel, aber auch Säugetiere wie Iltis oder Fischotter. Die Kaulquappen sind Leckerbissen für räuberische Wasserkäfer und Fische. Seinen Bestand versucht der Wasserfrosch durch zahlreiche Nachkommen zu sichern: Ein Weibchen kann bis zu 10.000 Eier legen.

Die laut schallenden Konzerte des Wasserfrosches gehören dennoch längst nicht mehr überall zur Sommerabendidylle. Wie bei vielen anderen Amphibienarten ist auch die Zahl der Wasserfrösche gesunken. Hauptursache ist die Zerstörung ihrer Lebensräume. Laich- und Aufenthaltsgewässer werden trockengelegt oder sind verschmutzt. Laichpopulationen werden vernichtet, wenn Gewässer wegen der Sportfischerei mit größeren Fischen besetzt werden. Auch Krankheiten wie Pilzbefall, Umweltverschmutzung und Klimawandel bedrohen die Amphibien weltweit. Für wandernde Jungfrösche ist auch der Straßenverkehr eine tödliche Falle. "Krötenzäune" oder "Froschtunnel" in der Nähe der Laichgewässer können den jungen Fröschen auf ihren Entdeckungstouren das Leben retten.

››› Gastbeitrag von Eva Goris, Deutsche Wildtier Stiftung

Die Deutsche Wildtier Stiftung

Ein Stimme für heimische Wildtiere! Wildtiere in Deutschland schützen und Menschen für die Schönheit und Einzigartigkeit der heimischen Wildtiere begeistern – das ist das Anliegen der Deutschen Wildtier Stiftung. Das Wissen über die Natur darf nicht verloren gehen. Deshalb bietet die Stiftung gerade Kindern und Jugendlichen viele Angebote, durch die sie Wildtiere erleben und mehr über sie erfahren. Mit konkreten Projekten erhält die Stiftung Lebensräume von Wildtieren in Deutschland und setzt sich bei Politik und Wirtschaft für ihren Schutz ein. Im Naturerlebnisprojekt Wildtierland Gut Klepelshagen im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern erleben Besucherinnen und Besucher auf über 2.000 Hektar Fläche heimische Wildtiere, die ohne Zäune und Gehege in Freiheit leben. Darunter sind auch zahlreiche seltene Arten. Die wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft gibt den Tieren ihre Lebensräume zurück. Schirmherr der gemeinnützigen Deutschen Wildtier Stiftung ist Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog.

Deutschland braucht seine Wildtiere. Helfen Sie bitte, den Wildtieren eine Zukunft zu geben! Unterstützen Sie die Arbeit der Stiftung mit Ihrer Spende! Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 846 43 00, BLZ 251 205 10. Herzlichen Dank.

Deutsche Wildtier Stiftung, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg
Telefon 040 / 733 39 1880, Fax 040 / 733 02 78