Igel - die lärmenden Insektenfresser

Wer abends plötzlich Lärm im Garten hört, hat nicht unbedingt Einbrecher zu fürchten: Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv und können mächtigen Lärm veranstalten.

Igel (Erinaceidae) gehören zu den Säugetieren. Sie fressen allerlei Insekten, aber sie verschmähen auch Aas und kleine Wirbeltiere nicht. Trotz ihrer kurzen Beinchen sind Igel recht flott unterwegs. Sie haben scharfe Krallen, mit denen sie sich ihre mit trockenen Pflanzenteilen ausgepolsterten Ruhe­plätze graben.

Die Eingänge zu Igelnestern sind nur schwer zu finden, denn sie liegen meist in dichter Vegetation verborgen. Auch die Trampelpfade der Igel zu ihren Ruheplätzen sind oft im Unterholz versteckt. Igel sind mürrische Einzelgänger und reagieren außerhalb der Paarungszeit recht aggressiv auf ihre Artgenossen. Wer abends plötzlich Lärm auf der Terrasse oder im Garten hört, hat nicht unbedingt Einbrecher zu fürchten: Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv und können mächtigen Lärm veranstalten.

Stacheln zur Verteidigung

Als wirksame Waffe gegen Feinde setzen die possierlichen Tierchen ihre "Haare" ein: Bis zu 8.000 Stacheln, die von innen hohl sind und mit einem kräftigen Muskel aufgerichtet werden, dienen der Abwehr und sind nichts weiter als modifizierte Haare. Als Kugel zusammengerollt, sind Igel vor Verletzungen durch Fressfeinde relativ sicher. Nur gegen den Unfalltod auf der Straße sind Stacheln keine Hilfe. Igel-Kinder haben noch keine spitzen Stacheln. Bei der Geburt sind die Stacheln der im Durchschnitt fünf Igel-Babys noch ganz weich, damit der Geburtskanal des Muttertiers nicht verletzt wird. Eine Igel-Mutter kann bis zu elf Jungtiere zur Welt bringen. Sie sind bei der Geburt blind, völlig hilflos und werden gesäugt. Erst nach sechs bis acht Wochen sind die Igel-Kinder entwöhnt.

Gut geschlafen?

Im Winter ist für Igel der Schlaf die perfekte Überlebensstrategie, denn für die Insektenfresser gibt es kaum Nahrung. Und wer schläft, der hungert nicht. Wichtig ist das passende Dach überm Kopf. Dabei kann der Mensch den Langschläfern im Tierreich wertvolle Hilfe leisten. Laubhaufen im Garten sind der perfekte Unterschlupf. Auch Steinhaufen und Holzstapel kommen als Schlafplätze infrage, wenn sie wetterfest und gut isoliert sind. Dort rollen sich die Igel in ihrer kugelförmigen, ausgepolsterten Schlafstätte zu einer Stachelkugel zusammen und überwintern mit kurzen Unterbrechungen die nächsten fünf bis sechs Monate. Erst mit dem Beginn des Frühjahres werden sie langsam wieder wach.

Der Trick mit dem Stoffwechsel

Der Schlaf-Trick der Igel funktioniert allerdings nur, weil sie ihren Stoffwechsel herunterfahren. Sie senken die Körpertemperatur, atmen statt 50 nur noch 15 Mal in der Minute. Auch ihr Herz schlägt viel langsamer: Statt 200 schlägt es 2 bis 12 Mal in der Minute. Vor dem Winterschlaf müssen sich Igel genügend Fettreserven als Energiespeicher und Isolationsschicht gegen die Kälte angefressen haben. Das "weiße" Depotfett hilft den stacheligen Säugetieren über den Winter. Dabei verlieren Igel während des Winterschlafes etwa 30 Prozent ihres Körpergewichtes. Deshalb müssen die niedlichen Insektenfresser jetzt im Frühjahr schnell wieder an Gewicht zulegen.

Hallo wach!

Klettert das Thermometer über einen längeren Zeitraum auf zehn Grad plus, werden die Igel innerhalb mehrerer Stunden wach. Mit "zitternden" Beinchen erhöhen sie Durchblutung, Atem- und Herzfrequenz um das Fünffache. Ihre Energiequelle für den kräfteraubenden Akt ist dabei das sogenannte "braune" Igelfett, das im Schulterbereich eingelagert ist. Um zu erwachen, wird der Energieverbrauch der Igel enorm angekurbelt. Das macht hungrig! Anschließend gehen die Igel sofort auf Nahrungssuche.

>>>Gastbeitrag Eva Goris, Deutsche Wildtier Stiftung

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