Museum Villa Stuck, München

150 Jahre sind ein stolzes Alter und einer Feier würdig. Der Geburtstag des Künstlerfürsten Franz von Stuck (1863 – 1928) jährt sich in diesem Jahr zum 150. Mal.

Zu seinen Ehren gibt es 2013 ein ganz besonderes Jubiläumsprogramm in der Villa Stuck, die der Maler, Grafiker und Bildhauer mit 34 Jahren 1897/98 nach eigenen Entwürfen auf der Isar-Anhöhe in München errichten ließ. Die außergewöhnliche Künstlervilla mit privaten Wohn- und Repräsentationsräumen sowie Künstleratelier ist ein Ausdruck des Lebenswerkes Franz von Stucks. Der Bau der Villa Stuck verkörpert eine Architektur, die unmittelbar in die moderne Baukunst führt und zudem von Stucks persönlichem Stil geprägt ist. Elemente aus Antike, Byzanz, Orient und Hochrenaissance verschmelzen zusammen mit neuesten Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts zu einem architektonischen Gesamtkunstwerk.

Heute ist die Villa Stuck ein national und international renommierter Ort der Begegnung mit der Kunst des 19. Bis 21. Jahrhunderts. Besucher können die Werke Franz von Stucks bewundern und internationale Ausstellungen zur Kunst um 1900 sowie zur modernen und zeitgenössischen Kunst besuchen. Das übergreifende Prinzip der Künstlervilla ist die Verbindung von Leben, Architektur, Kunst, Musik und Theater. Vor diesem Hintergrund thematisieren die aktuellen Ausstellungen der Villa Stuck die künstlerische und kulturelle Vielfalt des 19. bis 21. Jahrhunderts. Künstlervilla, Wechselausstellungen und Sammlungen treten in einen fruchtbaren Dialog. Die Villa wird so gleichermaßen zur Quelle der Inspiration und des künstlerischen Austauschs sowie zum Wissensspeicher – ein Ort, der allen Besuchern offensteht.

Das Jubiläumsprogramm

präsentiert Franz von Stuck in der Rolle des wegweisenden Künstlers, flankiert von großen Ausstellungsprojekten und einem umfangreichen Vermittlungsprogramm, das durch Publikationen ergänzt wird. Eine kleine Auswahl des Programms stellen wir Ihnen hier vor: Vom 21. März bis 23. Juni 2013 können Interessierte die Ausstellung "Die Kulisse explodiert. Frederick J. Kiesler und das Theater" besuchen. Frederick J. Kiesler (1890, Czernowitz, – 1965, New York) ist eine der großen österreichisch-amerikanischen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er hatte sich als Theaterkünstler, Architekt, Designer, Maler, Bildhauer und Kunsttheoretiker die Überwindung der Grenze zwischen Kunst und Leben zum Ziel gesetzt. Auf dem Experimentierfeld des Theaters erprobte er eine Vielfalt von Möglichkeiten, die neuen geistigen wie auch technisch-wissenschaftlichen und sozialen Bedingungen des Menschen in ein theatralisches Gesamtkunstwerk zu überführen. Kieslers Theaterkosmos wird in noch nie da gewesener Fülle gezeigt: von den elektro-mechanischen Kulissen (Berlin 1923/24), seinen genialen zukunftsweisenden Theaterausstellungen in Wien, Paris und New York über die Raumbühne (Wien 1924) bis zur in New York kreierten, berühmt gewordenen Serie seiner Endless oder Universal Theatres (1926 – 1960) und vielem mehr.

Mit "Ain’t Painting a Pain" ("Ist die Malerei nicht eine Qual") zeigt das Museum Villa Stuck vom 25. Juli bis 13. Oktober 2013 Malerei und Installationen des amerikanischen Malers Richard Jackson (geb. 1939 in Sacramento, Kalifornien) in Zusammenarbeit mit dem Orange County Museum of Art in Newport Beach, Kalifornien. Es ist die erste Retrospektive zu einem der radikalsten Künstler der letzten vierzig Jahre. Seit den frühen 1970er-Jahren hat Jackson die Definition und die Praxis der Malerei mehr als jeder andere zeitgenössische Künstler erweitert. Die Ausstellung beginnt mit seinen großformatigen ortsspezifischen Wandmalereien und in Raumgröße gemalten Environments und spannt sich über seine monumentalen gestapelten Leinwände bis hin zu neueren anthropomorphen Mal-Maschinen. Sichtbar wird Jacksons höchst innovativer, überschwänglicher und respektloser Umgang mit dem Action-Painting, das er auf dramatische Weise ausweitet in performative Dimensionen, mit der Bildhauerei vereint und es positioniert als eine Kunst der alltäglichen Erfahrung.

Im Herbst 2013 präsentiert die Villa Stuck eine Ausstellung zum Thema "Das Künstlerhaus als Gesamtkunstwerk", die erstmals den Typus Künstlerhaus in einen internationalen Kontext stellt und an zwanzig herausragenden Beispielen die Faszination zeigt, die eine derartig gebaute Künstlerfantasie bis heute auf den Menschen ausübt. Die Ausstellung zeigt sowohl berühmte existierende Künstlerhäuser als auch verloren gegangene, zerstörte und vergessene Projekte, die in ihrer Zeit von einzigartiger Bedeutung waren und bis heute faszinierende Strahlkraft besitzen. Die Werke kommen unter anderem aus dem John Soane’s Museum, London, dem Red House von William Morris in Bexleyheath, dem Tiffany House von Louis Comfort Tiffany in New York City, aus der Villa von Fernand Khnopff in Brüssel sowie aus Max Ernsts Haus in Sedona/Arizona, USA. Laufzeit: 21. November 2013 bis 2. März 2014.

››› Gastbeitrag Museum Villa Stuck, München

Museum Villa Stuck, Prinzregentenstraße 60, 81675 München,
Telefon +49 (0)89 4555510, Öffnungszeiten: Di. bis So., 11 – 18 Uhr
www.villastuck.de