Skifahren geht nachhaltig!

Eva Liebelt, Mitarbeiterin in der Alnatura Kommunikations-Abteilung, hat den Urlaubsort Arosa besucht, um zu testen, wie nachhaltig ein Skiurlaub sein kann.

Strahlende Sonne, weiß bedeckte Berge und glitzernder Pulverschnee – so hört sich die Traumkulisse für den idealen Winterurlaub an. Das alles bietet Arosa in der Schweiz. Doch wie nachhaltig ist es eigentlich, wenn große Massen von Touristen die Schweizer Berge erklimmen?

Der Schweizer Traditions-Skiort Arosa gehört seit 2006 zum Verband "Alpine Pearls". Er widmet sich dem nachhaltigen Tourismus und nimmt ausgewählte Orte in den Verein auf, um Gästen ein breites Spektrum an umweltfreundlichen Reisen anzubieten. "Alpine Pearls kam damals auf uns zu. Sie wurden durch unseren Gratis-Bus auf uns aufmerksam, der den ganzen Winter über Gäste durch den Ort und direkt zu den Pisten bringt", erklärt Yvonne Wüthrich, Leitern von Arosa Marketing. "Für uns war das eine tolle Gelegenheit, in das für uns wichtige Thema Nachhaltigkeit einzusteigen."

Wie nachhaltig Arosa ist, davon konnte ich mich bei einem Besuch selbst überzeugen. Allein die Anreise mit der Bahn klappte perfekt. Es gibt sogar Verbindungen aus Hamburg mit nur einem Umstieg. Die Fahrt durch die Berge ist spektakulär und vor allem bequem. In der Rhätischen Bahn gibt es Stauraum für Skier und Snowboards, und die meisten Hotels vor Ort bieten einen Shuttle vom Bahnhof an. Auch der kostenlose Bus bringt Gäste in die Nähe ihrer gebuchten Unterkunft.

In Arosa angekommen, trumpft das Hotel Blatter’s Bellavista mit einem ganz besonderen Projekt auf. Eine riesige Fotovoltaik-Anlage thront auf dem Dach des Familienbetriebs. "Ein Gast brachte mich auf die Idee. Da unser Hotel direkt nach Süden ausgerichtet ist, bietet sich so eine Anlage perfekt an", sagt Thomi Blatter, Chef des Hotels. Der Freiheit, immer unabhängiger von Fremd-Strom zu werden, stand eine riesige Investitions-Summe entgegen. Dennoch hat Thomi Blatter nie bereut, diese Anlage gebaut zu haben. "Das war für alle Neuland, auch für mich. Aber ich treffe 80 Prozent meiner Entscheidungen für die Zukunft und glaube daran, dass dies ein Teil der Zukunft sein wird. Der schnelle Gewinn interessiert hierbei nicht, es geht um die nachhaltige Wirkung." Auch das Hallenbad des 4-Sterne-Hotels bekommt in Kürze eigene Solar-Flächen. So wird das Wasser im Bad direkt mit der gewonnenen Sonnenenergie gewärmt. Auch bei allen anderen Abläufen wird genauestens kontrolliert, wo Energie eingespart werden kann. Ein kleines Elektro-Auto ergänzt seit Kurzem die Hotelgarage. "Das Auto ist perfekt für Fahrten innerhalb Arosas. Man ist schon erstaunt, wie viele Kilometer da draufkommen", sagt Blatter stolz.

Auch die Gäste selbst können aktiv zum umweltbewussten Urlaub beitragen.

Auch die Gäste selbst können aktiv zum umweltbewussten Urlaub beitragen. Mit fünf klimaneutralen Winterferienpauschalen bietet Arosa die Kompensation der ganz persönlichen CO2-Bilanz an: Mit Buchung der Pauschale errechnet man die CO2-Bilanz des Urlaubs, und Arosa kompensiert diese, indem es einen gewissen Betrag in einen eigens dafür gegründeten Öko-Fonds speist. Was noch fehlt, ist die Info, wie viel CO2 Skifahren verursacht. Aber auch hier werden zahlreiche klimafreundliche Alternativen, wie Wandern, Langlaufen, Curling, Museumsbesuche, Kutschfahrten und vieles mehr angeboten. Allein der über 100-jährige Curling-Verein Arosa ist einen Besuch wert. In den Schnupperkursen wird selbst blutigen Anfängern wie mir Mut gemacht.

Darüber hinaus gibt es das Projekt kurvensicher.ch, welches von Arosa ins Leben gerufen wurde. Wer die steile Strecke nach Arosa kennt, kennt auch ihre 360 Kurven. Diese werden symbolisch an Paten verkauft. Der Erlös geht direkt in den Öko-Fonds des Ortes. "Wir versuchen damit, vor allem auch lokale Projekte zu unterstützen", betont Yvonne Wüthrich, "zum Beispiel gibt es nun bei unserem jährlichen Humor-Festival, welches auf 3.000 Meter Höhe stattfindet, eine neue, viel energieeffizientere Heizung."

Um möglichst viele Partner vor Ort ins Boot zu holen, bietet Arosa für alle Unternehmen der Gemeinde einen "Energieeffizienz-Check" an. Diese können so prüfen lassen, wo Energie eingespart oder anders genutzt werden kann. "In Zukunft möchten wir unsere Einsparungen auch in Zahlen messen können. Wir starten hier gerade ein Projekt mit der Hochschule Luzern. Es soll ein Nachhaltigkeits-Management-System entwickelt werden, mit dem man dann messen kann, was alles gemacht wurde und wo Handlungsbedarf besteht. Wir wollen alle Maßnahmen bündeln und diese dann auch geschlossen unseren Gästen präsentieren", erläutert Yvonne Wüthrich. Auf die Frage, warum Nachhaltigkeit die Zukunft von Arosa ist, sagt sie überzeugt: "Weil wir eine Verantwortung gegenüber der Natur haben. Vielleicht wird einem dies besonders klar, wenn man in den Bergen lebt. Wir müssen einen Schritt zurückgehen und ein Bewusstsein für die Erhaltung der Natur schaffen, sodass man auch in 100 Jahren noch in dieser schönen Gegend Urlaub machen kann. Hier gibt es natürlich noch viel zu tun."

Passend hierzu lautet mein Fazit des Besuchs: Arosa ist auf einem guten Weg, sich als nachhaltiger Reise-Ort zu positionieren. Natürlich gibt es noch viel zu tun, aber die bisher angestoßenen Projekte haben großes Potenzial. Vor allem aber können Gäste zur weiteren Entwicklung eines nachhaltigen Arosas beitragen, indem nachgefragt und vor allem Interesse an umweltfreundlichem Urlaub gezeigt wird.

Informationen zu Arosa und Alpine Pearls finden Sie
unter www.arosa.ch und www.alpine-pearls.com

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