Nachhaltig mobil

Innovationen können die Umweltwirkungen unserer Mobilität minimieren – das hat die Vergangenheit gezeigt.

125 Jahre ist es her, dass der erste mit Benzin betriebene "Motorwagen" ein Patent erhielt. Während diese neuartige Fortbewegungsmethode damals zunächst kritisch beäugt wurde, ist sie heute nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. 2011 sind auf Deutschlands Straßen mehr als 50 Millionen Autos unterwegs. Jährlich werden etwa drei Millionen Neuzulassungen verzeichnet. Für die Umwelt hat der enorme Zugewinn an Mobilität, den wir dem Automobil verdanken, eine Kehrseite. Abgesehen von den ökologischen Auswirkungen der Autoproduktion stehen insbesondere CO2-Emissionen im Fokus der öffentlichen Diskussion. Zur Einordnung: Statistisch betrachtet verursacht jeder Deutsche jährlich einen Ausstoß von elf Tonnen CO2. Davon ist etwa ein Fünftel auf die Fortbewegung mit dem Auto, Flugzeug oder mit der Bahn zurückzuführen. Durch eine einzige Fernreise mit dem Flugzeug ist dieser statistische Mittelwert schnell gesprengt. So schlägt ein Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Singapur den Daten des Umweltbundesamtes zufolge mit insgesamt rund 7,1 Tonnen oder 356 Gramm CO2 pro Person und Kilometer zu Buche. Im Vergleich dazu fährt man mit der Bahn vorbildlich: Bei 46 Gramm CO2-Ausstoß pro Person und Kilometer im Fernverkehr könnte man beinahe achtmal von Frankfurt nach Singapur und wieder zurück fahren und würde genauso viele Emissionen verursachen wie auf einem Hin- und Rückflug.

Wie sieht es mit der CO2-Bilanz von PKW aus? Das Umweltbundesamt veranschlagt hier eine durchschnittliche Emission von 138 Gramm pro Kilometer und Person. Um die Emissionen zu senken, arbeitet die Automobilindustrie in den letzten Jahren verstärkt an der Senkung von Kraftstoffverbräuchen und an neuen Antriebsarten. Dahinter stehen unter anderem Kundenwünsche – etwa nach Fahrzeugen mit günstigeren Betriebskosten – und politische Regulierungen wie die geplante EU-Richtlinie: ihr zufolge dürfen Neuwagen ab 2015 maximal 130 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Entsprechend sinken die Emissionen von Neuwagen deutscher Hersteller allmählich – 2010 beispielsweise um drei Prozent im Vergleich zu 2009. Allerdings lag der Durchschnittswert für Pkw-Neuzulassungen aller Hersteller in Deutschland 2010 noch bei gut 150 Gramm CO2 pro Kilometer und Fahrzeug (Quelle: Verband der Automobilindustrie VDA). Im Fokus der Forschung steht nach wie vor, die Umweltwirkungen herkömmlicher Verbrennungsmotoren zu optimieren.

Parallel werden mittel- und langfristig Alternativen zu Benzin- und Dieselmotoren entwickelt. Bereits im Einsatz befinden sich Verbrennungsmotoren, die mit Erdgas oder flüssigem Autogas betankt werden. Beide Stoffe müssen ebenso wie Erdöl aus der Erde gefördert werden, verursachen beim Fahren jedoch vergleichsweise wenig CO2-Emissionen – Erdgas zum Beispiel circa 25 Prozent weniger als Benzin und zehn Prozent weniger als Diesel. Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzellen und Elektroantrieb werden momentan vor allem in Kombination mit Verbrennungsmotoren in sogenannten Hybridautos genutzt. Die CO2-Emissionen eines Fahrzeugs mit Elektroantrieb hängen stark davon ob, wie der genutzte Strom erzeugt wurde: Fossile Energieträger wie Braun- und Steinkohle sorgen für verhältnismäßig hohe CO2-Emissionen. Betankt man seine Batterie mit Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind oder Wasser, kann ein reines Elektroauto nahezu emissionsfrei fahren.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Innovationen die Umweltwirkungen unserer Mobilität minimieren können. So benötigten die ersten Automobile mit ihren ein bis zwei PS starken Motoren rund zehn Liter Benzin pro 100 Kilometer. Heute verbrauchen Pkw bei vielfach leistungsstärkerem Antrieb wesentlich weniger Kraftstoff – in Deutschland zum Beispiel rund 25 Prozent weniger – und emittieren entsprechend geringere Mengen CO2. Mit Antriebskonzepten wie Erdgas, Hybrid, Wasserstoff und Elektrizität können Emissionen außerdem weiter minimiert werden – auch wenn der Weg hin zu wettbewerbsfähigen Serienfahrzeugen noch lang sein mag. Nicht zu vergessen sind die möglichen Bei träge jedes Einzelnen: Angefangen von der Bahnnutzung anstelle von Autofahrten oder Flügen bis hin zur Entscheidung für einen emissionsarmen Pkw und zu sparsamem Fahrverhalten lohnt es sich, über Vieles nachzudenken. Bei Alnatura haben wir beispielsweise die Bahn als bevorzugtes Verkehrsmittel für Dienstreisen festgelegt, und unsere gesamte Lkw-Flotte für den Transport der Alnatura Produkte entspricht der Euro-5-Norm.

››› Ruth Schröter, Alnatura Nachhaltigkeit

Alnatura Kooperation mit BMW

Alnatura Geschäftsführer Götz E. Rehn freut sich über die Geräuschlosigkeit und das dynamisch-komfortable Fahrgefühl des Elektro-Testfahrzeugs BMW MINI E. Seine Erfahrungen als Testfahrer im Rhein-Main-Gebiet fließen in das Projekt von BMW zur Einführung des emissionsarmen Autofahrens ein. Als erster Hersteller wendet die BMW Group die neueste Batterietechnologie für einen rein elektrischen Antrieb – ohne zusätzlichen Verbrennungsmotor – an. Mithilfe seiner Testfahrer sammelt BMW Erkenntnisse zum Aufbau einer nutzerfreundlichen Tank-Infrastruktur. Götz Rehn betankt seinen BMW MINI E meist direkt am Firmensitz von Alnatura im südhessischen Bickenbach. Den Strom aus 100 Prozent Wasser- und Windkraft liefern die Elektrizitätswerke Schönau.