Milch für Ihr Kind

Greenpace setzt sich seit Langem gegen den Anbau und die Vermarktung gentechnisch veränderter Pflanzen ein. Gen-Pflanzen breiten sich in der freien Natur ungehindert aus und sind dann nicht rückholbar.

Milch ernährt die Jüngsten. Ob Milchnahrung, Brei, Schul- oder Trinkmilch: In fast jedem deutschen Haushalt kommen täglich Milchprodukte auf den Tisch oder in die Flasche. Nicht alle sind so ökologisch, wie uns die Etiketten mit glücklichen Kühen und saftigen Weiden glauben machen möchten. Die gute Nachricht gleich vorweg: Wenn Sie Ihrem Kind einmal Milch eingeschenkt haben, zu deren Herstellung Kühe mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden, hält Greenpeace dies für gesundheitlich nicht riskant.

Allerdings: Mit Ihrem Einkauf beeinflussen Sie die "Gesundheit" der Umwelt. Je nachdem, welche Produkte Sie kaufen, fördern oder verringern Sie den Anbau von Gen-Pflanzen. Wenn Sie Produkte bevorzugen, bei deren Herstellung keine Gen-Pflanzen im Kuhfutter eingesetzt werden (z. B. alle Bio-Produkte), tragen Sie zu einer gentechnikfreien Landwirtschaft bei. Sie hinterlassen nachfolgenden Generationen und Ihrem Kind damit eine intakte Umwelt.

Informationen auf Milchprodukten verraten oft nicht, ob die Kühe Gen-Futter verabreicht bekommen haben – Bio-Milch wird stets ohne Gentechnik erzeugt. In der EU müssen zwar Produkte, die Gen-Pflanzen enthalten, auf dem Etikett gekennzeichnet werden. Aber konventionelle Pro dukte wie Milch, Eier und Fleisch von Tieren, die Gen-Pflanzen gefressen haben, unterliegen nicht diesem Gesetz. Und der Großteil der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen wird zu Tierfutter für die konventionelle Landwirtschaft verarbeitet. Damit sind auch die Milch für die Schule und das Milchpulver in Milchnahrung nicht eindeutig beschriftet.

Anders als bei herkömmlicher Züchtung werden im Gentechnik-Labor Artgrenzen ignoriert: Gene werden beispielsweise aus Bakterien und Viren in Pflanzen hineinmanipuliert. Das macht sie unempfindlich gegen Insektenfraß oder Spritzmittel. Gene haben jedoch komplexe Aufgaben. Sie sind nicht nur für eine Aufgabe oder eine Eigenschaft verantwortlich, sondern für mehrere. Bei der Genmanipulation können also unerwartete Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden. Der direkte Verzehr von Gen-Pflanzen kann sogar Gesundheitsrisiken bergen. Soweit bisher bekannt, verhält sich dies anders bei Produkten, bei denen "nur" gentechnisch verändertes Tierfutter eingesetzt wurde. Langzeitstudien zu Risiken von Gen-Food gibt es bisher nicht.

Gentechnik ist keine Lösung für Versorgungsengpässe: Wachsender Bedarf an Lebensmitteln und Tierfutter, Anfälligkeiten von Pflanzen für Krankheiten sowie Umwelt und Klimaprobleme stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Die Gentechnik bietet dafür allerdings keine Lösung. Riskante Gen-Pflanzen sind nicht ertragreicher, benötigen beim Anbau sogar mehr Pestizide.

Den Gentechnik-Konzernen geht es hauptsächlich darum, ihren Profit zu steigern. Sie verpflichten Landwirte, neben dem Saatgut auch gleich das Spritzmittel bei ihnen zu kaufen. Außerdem verbieten sie den Bauern, einen Teil der eigenen Ernte im Folgejahr auszusäen. So müssen diese immer wieder neues teures Saatgut kaufen. Außerdem: Einmal in die Umwelt entlassen, sind Gen-Pflanzen nicht mehr rückholbar und können sich unkontrolliert ausbreiten. Wenn sich Gen-Pflanzen auf den Äckern vermehren und sich den Weg in unsere Lebensmittel bahnen, gibt es für Landwirte und Verbraucher irgendwann keine Wahlfreiheit mehr.

Dagegen setzt sich Greenpeace seit Langem ein. Helfen Sie mit: Kaufen Sie Milchprodukte aus gentechnikfreier Fütterung, z. B. aus Bio-Produktion. Der neue Greenpeace-Ratgeber "Milch für Kinder" bewertet Schulmilch, Milchnahrung für Säuglinge und Kleinkinder sowie Trinkmilch. Schulmilch wird extra für den Verkauf in Schulen hergestellt. Unter Milchnahrung wird Anfangs-, Folge-, Kindermilch und Milchbrei gefasst. Bei der Trinkmilch hat Greenpeace besonders die Premium- und die Bio-Milch bewertet.

››› Gastbeitrag von Greenpeace e.V.

Alle Ergebnisse können Sie im Greenpeace-Ratgeber "Milch für Kinder" nachlesen.
Mitzunehmen in Ihrem Alnatura Super Natur Markt, zu bestellen unter Tel. 0 40 / 30618120 oder Fax 0 40 / 30618100 und herunterzuladen unter www.greenpeace.de

Bio-Lebensmittel: ohne Gentechnik

Mit Bio-Artikeln sind Sie bei allen Milchprodukten auf der sicheren Seite: Im ökologischen Landbau sind Gen-Pflanzen in Lebensmitteln oder Tierfutter tabu. Sie können ökologisch erzeugte Produkte leicht am "Bio-Sechseck" erkennen.

Vielfalterleben

Ins Leben gerufen wurde die Initiative 2011 von Alnatura. Kern der Aktion war eine öffentliche Petition gegen Agro-Gentechnik, die von mehr als 100.000 Menschen unterstützt wurde. Nun dreht sich bei Vielfalterleben alles um das Thema Saatgut und Vielfalt. Auf der Aktionswebsite www.vielfalterleben.info findet man viele Hintergrundinformationen, Tipps zum Bio-Gärtnern und alle Mitmachmöglichkeiten.