Lokale Produkte mit globaler Verantwortung

In Zeiten von Lebensmittelknappheit, bedingt durch schrumpfende Ressourcen, geht es nicht nur um die Erhaltung bestehender Agrarflächen, sondern auch um die Entwicklung neuer Anbaugebiete. Die Bio-Landwirtschaft hat dazu das Potenzial, speziell im Vergleich zu einer auf bloße Ressourcen-Nutzung ausgelegten konventionellen Landwirtschaft.

Was heißt schrumpfende Ressourcen? In den letzten 100 Jahren ist die Menschheit von zwei auf knapp sieben Milliarden Personen angewachsen. Gleichzeitig gehen durch intensive Landwirtschaft besonders in Entwicklungsländern jährlich über zwölf Millionen Hektar Agrarfläche verloren. Diese beiden Entwicklungen haben zur Folge, dass sich die produktive Agrarfläche pro Person seit 1960 mehr als halbiert hat, von 4.300 qm pro Person auf 2.100 qm (FAO, UN). Dieser Trend hat das Thema Bodenfruchtbarkeit wieder in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt. Die Diskutanten sind aber keine Vertreter der Bio-Bewegung, sondern große Lebens­mit­tel­konzerne, die nachhaltige Landwirtschaft für sich entdecken, weil sie merken, dass sie die einzige, langfristig realisierbare und kostengünstigste Strategie ist. Dies ist indirekt ein gutes Zeugnis für die Bio-Bewegung: Nachhaltige Landwirtschaft ist keine Luxus-Lösung für Reiche, sondern letztendlich die konkurrenzfähigste Methode, Lebensmittel herzustellen.

Soil & More wurde der weltweiten Nachfrage von Bio-Lieferanten nach mehr und besserem Kompost folgend gegründet. Die Bio-Produzenten benötigten Kompost nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch, um ihre konventionellen Nachbarn zu bedienen. Diese hatten mehr und mehr schlechte Erfahrungen mit Kunstdünger gemacht, sodass sie zwar nicht auf Bio, aber doch auf Kompost umsteigen wollten. Weshalb? Mit synthetischem Stickstoff lassen sich zunächst zwar hohe Erträge erzielen, jedoch muss man die Stickstoffgaben kontinuierlich erhöhen, um das hohe Ertragsniveau beizubehalten, was bei steigenden Düngerpreisen zu einer exponentiellen Verteuerung je produzierter Einheit führen kann.

Alternativ dazu kann Soil & More Kompost anbieten, der in vielen Fällen je Produkteinheit günstiger ist als Mineraldünger. Dies beruht auf der Tatsache, dass Soil & More dank der aeroben Kompostierung TÜV-geprüfte Emissions-Zertifikate erhält und international im Rohstoffeinkauf tätige Firmen wie EOSTA, Lebensbaum, Sekem und Weleda diese Zertifikate kaufen und damit die Kompostproduktion vor Ort unterstützen. Diese Unternehmen helfen, großflächig und kostengünstig Kompost verfügbar zu machen. Dies ermöglicht die nachhaltige Entwicklung von Agrarflächen, die Einsparung von Wasser durch die hohe Wasserhaltekapazität des Komposts, den Erhalt von Arbeitsplätzen im Agrarsektor und damit die Sicherung der Nahrungsmittelproduktion.

Dank der Unterstützung von Partnern und Kunden konnte Soil & More Projekte in Ägypten, Indien, Mexiko und Südafrika realisieren und so in kleinen, aber wirksamen Schritten helfen, die CO2-Emissionen zu verringern: Insgesamt produziert Soil & More weltweit über 200.000 Tonnen Kompost und reduziert dabei ca. 150.000 Tonnen Treibhausgase. Durch den Kauf der Emissions-Zertifikate von Soil & More können die Partnerunternehmen ihre eigenen Emissionen und die ihrer Erzeugnisse TÜV-geprüft neutralisieren und gleichzeitig dem Kunden die Möglichkeit geben, durch den Kauf dieser neu­trali­sierten Produkte oben genannte Projekte zu unterstützen. Die Produkte sind mit dem CO2-neutral-Label gekennzeichnet.

Das Besondere an dem Konzept von Soil & More ist, dass sich alles innerhalb der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette abspielt: Die Emissionen von Agrarprodukten werden durch Emissions-Zertifikate ausgeglichen, die durch die biologische Anbauweise generiert wurden. Bio-Produkte haben also diverse positive Auswirkungen auf Landentwicklung, Bodenfruchtbarkeit, Wasser, Luft und mehr.

››› Gastbeitrag von Tobias Bandel, Mit-Gründer und Geschäftsführer Soil & More International

Mehr Informationen zu Soil & More unter
www.soilandmore.com

Soil & More kurz gefasst

Gemeinsam mit lokalen Partnern betreibt Soil & More weltweit Kompostanlagen, wobei durch die emissionsarme Art und Weise der Kompostierung Emissions-Zertifikate generiert werden, die vom TÜV-Nord verifiziert sind. Mit deren Verkaufserlös wird die Kompostproduktion vor Ort subventioniert. Darüber hinaus berechnet Soil & More CO2- und Wasser-Bilanzen von Produkten und Firmen und berät diese, wie sie noch umweltgerechter produzieren können.