Für ein Klima der Veränderung: ein Weckruf

2015 ist ein bedeutendes Jahr für den Klimaschutz: Wir haben noch wenige Jahre Zeit, eine Kehrtwende bei den Klimagasemissionen einzuleiten. Bis Mitte des Jahrhunderts muss der weltweite Klimagasausstoß nahe Null liegen. Dazu braucht es endlich ein verbindliches Klimaschutzabkommen bei der Klimakonferenz im Dezember in Paris. Werden Sie aktiv! Gehen Sie für das Klima auf die Straße!

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Der Klimawandel gilt als eine der grössten Bedrohungen der Menschheit. Mittlerweile warnen nicht nur Umweltschützer und Wissenschaftler, sondern auch bekannte Ökonomen, Versicherungen und Politiker davor. Gerät das weltweite Klima aus den Fugen, weil wir es nicht schaffen, den Ausstoß an Treibhausgasen innerhalb der nächsten Jahrzehnte drastisch zu reduzieren, drohen apokalyptische Szenarien. Es muss der Menschheit gelingen, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad zu halten. Denn die vermehrte Energie, die in einem mehr als zwei Grad wärmeren Weltklima steckt, würde Naturgewalten entfesseln, wie wir es uns heute nur schwer vorstellen können. Immer heftigere Stürme, immer längere Trockenzeiten, immer extremere Hitzewellen oder immer schlimmere Starkregenfälle, Fluten und Hochwasser – die Superlative der letzten zehn Jahre sind ein kleiner Vorgeschmack von dem, was kommen wird. Verursacht wird der Klimawandel – auch Treibhauseffekt genannt – dadurch, dass Klimagase die Energie der Sonne einfangen wie das Glasdach eines Treibhauses: Zwar kann das kurzwellige Sonnenlicht die mit Klimagasen angefüllte Atmosphäre durchdringen, aber die langwellige Wärmestrahlung, die die Erde zurückstrahlt, kann es nicht. Die Energie ist gefangen, die Erde erwärmt sich.

Das mengenmäßig bedeutendste Klimagas ist Kohlendioxid, ein Gas, das bei der Verbrennung von Öl, Kohle, Gas, Holz oder anderen organischen Materialien entsteht. Aber auch Methan oder Lachgas, die in der Landwirtschaft ent­stehen, sind klimawirksam. Verursacht wird der Klimawandel also durch unsere Stromgewinnung mit fossilen Energien, ­Autofahren, Fliegen, Fleisch-Essen, Heizen, unserem Konsumverhalten und dem Abholzen der Wälder.

Klimawandel - Braunkohle stoppen

Das ist zu schaffen – wenn wir jetzt damit beginnen. Es gibt alle technischen Lösungen, es gibt alle Kapazitäten – es braucht nur genügend politischen Willen. Und ist der zu sehen? Arbeiten die Politiker fieberhaft daran, diese Bedrohung für die Menschheit abzuwenden? Nein! Zwar finden seit 20 Jahren jährlich internationale Klimaschutzkonferenzen statt, doch seit fast zehn Jahren scheitern sie jedes Mal. Es gelingt nicht, ein internationales Klimaschutzabkommen auf den Weg zu bringen, das für alle Staaten verbindliche Verminderungsziele für ihre Klimagase festlegt.

Warum das so ist? Dazu könnte man jetzt philosophisch werden: Weil konkrete Menschen, Unternehmen oder Länder derzeit viel Geld mit Dingen verdienen, die – wie die Stromerzeugung durch Kohle oder der Verkauf von Erdöl – als Neben­effekt das Klima zerstören. Und die kämpfen um ihre Pfründe, obwohl auch sie am Ende unter einem entgleisten Klima leiden werden. Wobei die Kosten durch den Klimawandel allerdings morgen kommen, andere treffen und im Endeffekt von der Allgemeinheit beglichen werden müssen, und wen stört das heute schon? Weil Veränderung anstrengend ist und weil wir alle bequem sind – auch das.

So kompliziert das Problem ist, so vielschichtig muss auch die Lösung sein. Seit vielen Jahren setzt Greenpeace deshalb bei seinem Engagement für das Klima an so vielen verschiedenen Punkten an: bei den Politikern, bei den Konzernen, in China, in den USA, in Deutschland – und natürlich auch beim Verhalten jedes Einzelnen. Aber wir möchten jetzt gar nicht über Greenpeace reden. Wir möchten Sie bitten: Werden Sie aktiv. Schon 2014 hat gezeigt: Immer mehr Menschen gehen für das Klima auf die Straße. Es gab den großen Klima-Marsch zum Ban-Ki-Moon-Gipfel im September in New York und zeitgleich in über 150 Städten auf der ganzen Welt; im August reichte eine Menschenkette gegen die Braunkohleverstromung vom Tagebau Jänschwalde-Nord bis zum acht Kilometer entfernten Tagebau im polnischen Gubin-Brody und auch zur Klimaschutzkonferenz in Lima im Dezember gingen Tausende auf die Straße. Engagieren Sie sich dieses Jahr auch, es ist ein entscheidendes Jahr: Egal, ob Internet-Mitmachaktionen oder Klima-Demos, von Avaaz, BUND, Greenpeace, Attac, Campact oder einer regionalen Bürgerinitiative – machen Sie mit. Zeigen Sie, dass es Ihnen nicht egal ist, wenn das Klima aus den Fugen gerät. Zeigen Sie es Ihren Freunden, Ihren Nachbarn und den Politikern, die Sie wählen. Denn das kann etwas verändern. Sie können etwas verändern. Wir alle zusammen können etwas verändern.

››› Gastbeitrag Greenpeace e.V.