Die Riesen der Meere

Mit der Ausstellung "1:1 Riesen der Meere" möchten wir all jene Menschen erreichen, die sich bisher noch nicht für den Meeresschutz einsetzen.

Der Mensch – nur ein kleiner Fisch. Walgesänge, bläulich flackerndes Licht und Meeresrauschen vermitteln den Eindruck, mitten im Ozean zu sein. In der 18 Meter hohen Halle im Ozeaneum in Stralsund hat Greenpeace zusammen mit dem Deutschen Meeresmuseum die weltweit einmalige Ausstellung "1:1 Riesen der Meere" realisiert.

In Europas Museum des Jahres 2010 machen es sich die Besucher auf Liegen unter den Walen und Riesenfischen bequem und fühlen sich wie kleine Fische. Acht tonnenschwere Modelle in Originalgröße hängen von der Decke, darunter ein 26 Meter langer Blauwal, ein 15 Meter langer Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar und seit Sommer 2010 auch ein Mondfisch sowie ein Manta. Eine zehnminütige Multimedia- Inszenierung erweckt die Exponate zwei Mal pro Stunde zum Leben. Ein Erzähler führt durch die Show und hat Faszinierendes aus der Welt der "Riesen" zu berichten.

Mit der Multimedia-Präsentation und der Ausstellung informiert Greenpeace über die Bedrohungen der Meeresbewohner durch den Menschen und wirbt für den Umweltschutz. Die aufwendige Installation macht die Welt der Meerestiere sinnlich erfahrbar und verdeutlicht die Gefahren, die von der industriellen Fischerei ausgehen. Projektleiterin Angela Pieske ist begeistert: "Durch die Faszination für die Riesen der Meere entsteht bei vielen Menschen der Wunsch, sich für den Umweltschutz zu engagieren. Das Ausstellungskonzept, über das Gefühl der Betroffenheit zum Schutz der Wale und der Meere aufzurufen, ist voll aufgegangen." Im Ozeaneum konnte Greenpeace mehrere Tausend Unterschriften für Aktionen zum Meeresschutz sammeln und viele neue Spender gewinnen.

Drei Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit Mit Baukosten von rund 60 Millionen Euro und einer Nutzfläche von 8.700 Quadratmetern ist das Ozeaneum die größte Meeresausstellung in Europa. Seit Sommer 2008 können sich Besucher in der erlebnisorientierten Ausstellung auf eine Unterwasserreise von der Ostsee bis ins Polarmeer begeben und sich von der Welt unter Wasser begeistern lassen. Insgesamt werden rund 7.000 Tiere aus Ostsee, Nordsee und Nordatlantik gezeigt. Eine Anfrage des Deutschen Meeresmuseums im Jahr 2004 brachte die erfolgreiche Kooperation zwischen Greenpeace und dem Ozeaneum ins Rollen. Vier Jahre lang dauerten die Planungen. Besonders wichtig für Greenpeace: hohe ökologische Standards. Umweltfreundliche Konzepte wurden nicht nur bei Aquariumstechnik, Energieversorgung, Baumaterialien und Gastronomie des Ozeaneums umgesetzt. Auch bei der Auswahl der Tiere gelten strenge Kriterien. Deshalb sind in den Aquarien keine Exoten sondern nur heimische Fischarten zu sehen, die aus den nördlichen Meeren vor der Haustür kommen: aus Ostsee, Nordsee und dem Nordatlantik. "Viele Menschen kennen Kabeljau, Scholle und Makrele wahrscheinlich nur als Tellergericht", sagt Greenpeace-Expertin Angela Pieske. "Wer die Fische seiner Heimat aber lebendig im Aquarium erlebt, wird seinen Konsum vielleicht überdenken und selbst etwas zum Schutz der Meere beitragen."

Meeresschutz ist Herzenssache

Die Ausstellung im Ozeaneum ist für Greenpeace eine einmalige Gelegenheit, ein breites Publikum auf die Situation der Meere aufmerksam zu machen. Im direkten Kontakt erfahren die Besucher, wie sie selbst etwas zum Schutz der Meere beitragen können. Regelmäßige "Aktionstage" zu aktuellen Meeresthemen sind ein Highlight für die ganze Familie. Greenpeace-Mitarbeiter informieren die Besucher mit Vorträgen und Multimedia-Präsentationen im Kinosaal. Es gibt Extra-Führungen mit Greenpeace- Mitarbeitern durch die Ausstellung "1:1 Riesen der Meere". Für Kinder gibt es ein lehrreiches und lustiges Programm – mit Spielen, Quiz-Aufgaben und Lesungen. Die Themenschwerpunkte im August sind: "Lärm unter Wasser" und das "Kinder-Mitmach-Konzert". Zusätzlich zu den Ausstellungsaktivitäten sind mehrmals pro Jahr Greenpeace-Experten zu Gast im Ozeaneum und präsentieren Spannendes zum Thema Meere und Meeresschutz, zum Beispiel über Wale, Fischerei oder die Folgen des Klimawandels für die Ozeane.

Greenpeace startet eine EU-weite Fischereikampagne und engagiert sich aktuell intensiv für eine umfassende Reform der Fischereipolitik. Fast neun von zehn Speisefischbeständen in den europäischen Meeren sind überfischt oder kurz davor. Greenpeace fordert deshalb seit langem weniger Fangschiffe, damit die Fische nicht schneller aus dem Meer gefangen werden als durch natürliche Vermehrung nachwachsen. Nur intakte Fischbestände und schonende Fischereimethoden, die den Lebensraum Meer schützen und Beifang vermeiden, können den Zusammenbruch der Speisefischbestände noch aufhalten.

››› Gastbeitrag von Greenpeace e.V.

Was können Sie zum Schutz der Meere beitragen?

"Fisch – beliebt, aber bedroht" Greenpeace-Ratgeber für die richtige Wahl an der Fischtheke. Gute Grundlage für Verbraucher, die Fisch aus nachhaltiger Fischerei oder Aquakultur kaufen wollen. Der Fischratgeber ist bei Greenpeace in Hamburg als kleines Heft mit Hintergrundinformationen (31 Seiten) und als Taschenformat zum Mitnehmen erhältlich. Tel. 0 40.306 18-120, www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei