"Sonnenkönigliches" Obst und Gemüse

Ein Buch über die Obstbauformen und Gartentechniken französischer Gartenkunst - mit vielen Porträts der Spalierbäume, Früchte und Gemüse aus dem Küchengarten des Sonnenkönigs.

In der luxuriösen Gartenanlage von Schloss Versailles, etwa 20 Kilometer vor den Toren von Paris, liegt der einzigartige Potager du Roi, der um 1678 entstandene Küchengarten des Königs Ludwig XIV. Von Jean-Baptiste de La Quintinie angelegt, ernährte der Potager du Roi die königliche Familie und diente ihr zugleich als Experimentier- wie als Flaniergarten. Nutzgärten galten damals als die Krone des verspielten Luxus – gerade weil sie neben Form und Farbe durch ihre essbaren Produkte auch das Leben selbst hofierten. So war der Küchengarten des Königs das idyllische Paradies hinter dem glanzvollen Schloss von Versailles und verband Nutzen und Zierde zu einer wahren Festtafel für die Sinne.

Dieser bis heute bewirtschaftete Nutzgarten bedeckt ungefähr neun Hektar und sein Grundriss hat sich seit La Quintinie kaum verändert. Das "Große Beet" ist im Zentrum um ein kreisförmiges Becken angelegt und besteht aus 16 Beeten, die der Gemüsekultur, dem Anbau von alten Gewürzpflanzen und einer Sammlung alter und moderner Erdbeerpflanzen dienen.

Umgeben sind diese Beete von Birnbäumen, die als Contrespalier aufgebunden sind. Weitere Obstbäume, vor allem Apfel und Birne, nehmen den größten Teil der Fläche ein. Ungefähr 400 Obst- und ebenso viele Gemüsesorten werden im Küchengarten kultiviert. Heute bringt er im Jahr 50 Tonnen Früchte und 30 Tonnen Gemüse hervor.

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts hat man nie aufgehört, im Küchengarten des Königs Obst und Gemüse zu produzieren und diese Erzeugnisse zu verkaufen. Damit ist der Garten bis heute ein wunderbarer Platz, an dem sich die Lücke zwischen Erzeuger und Konsumenten schließt und der sich abseits der Touristenströme zwischen April und Oktober besuchen lässt. Der Leiter des Gartens, Antoine Jacobsohn, formuliert seine Ziele für heute: "Wir, die Bewohner, Gärtner und Genießer des Küchengartens, versuchen, dem ursprünglichen Plan von Ludwig XIV. und Jean-Baptiste de La Quintinie sowie den Vorstellungen ihrer Zeit treu zu bleiben. Dieser Küchengarten ist ein Projekt, das immer weiterverfolgt wurde und das ich als Ort der Erzeugung und der Information beschreiben möchte, als Ort der sicheren Werte und vielen Möglichkeiten, als Ort, der immer zeitgemäß ist."

Voller Respekt nähert sich der Fotograf Gilles Mermet den perfekten geometrischen Formen dieser einzigartigen Naturkultur; voller Bewunderung porträtiert er Spalierbäume, Früchte, Gemüse, Kräuter, Dutzende von Apfelsorten in nie gesehener, farbenreich stilisierter Schönheit.

Begleitet wird sein Streifzug durch kulturgeschichtliche und praxisbezogene Reportagen aus dem Alltag des Gärtnerns im Jahreslauf in dieser lebendigen Schatzkammer. Auf diese Weise wird das Buch "Der Küchengarten des Königs" zu einer wunderbaren Quelle aus dem großen gärtnerischen Erfahrungsschatz von Obstbauformen und Gartentechniken französischer Gartenkunst und schenkt zugleich unwiderstehliche Porträts der Spalierbäume, Früchte und Gemüse aus dem Küchengarten des Königs.

"Der Küchengarten des Königs"

Pierre David und Martine Willemin,
208 Seiten (mit 150 farbigen Abbildungen),
Hardcover, DuMont Buchverlag, Köln 2011,
ISBN 978-3-8321-9389-8, 49,95 €.

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