Anthroposophische Perspektiven

In den zwölf Ausgaben des Alnatura Magazins 2011 widmeten sich namhafte Autoren konkreten Lebensbereichen, zu denen sie anthroposophische Perspektiven des Denkens und Handelns entwickelten. Ab sofort erhalten Sie die Aufsatzserie "Anthroposophische Perspektiven" als Geschenkband im Buchhandel.

"Ein freies Wesen kann der Mensch nur selbst aus sich machen." Rudolf Steiner.
Jeden Tag treffen wir Tausende von Entscheidungen. Ein Großteil davon wird durch äußere Faktoren beeinflusst: Mitmenschen, Institutionen und nicht zuletzt technische Medien bestimmen unser Tun maßgeblich mit. Für vieles, was wir tun, brauchen wir allerdings keine Anlässe von außen – es geschieht aus innerer Konsequenz. Unser Alltag wird bestimmt von Begriffen wie Nachhaltigkeit, Originalität, Gegenwärtigkeit, Autonomie und Selbstbestimmung. Doch welche Begriffe sind in der heutigen medien-technologischen Lebenswelt zentral?

Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, nahm zum Ausgangspunkt seiner erkenntnistheoretischen Überlegungen den Menschen. Wahrnehmung und Begriff kommen im Erkenntnisakt zusammen. Ohne das Denken und Erkennen ist die Welt nicht vollständig.

Der Alnatura Gründer und Geschäftsführer Götz E. Rehn versteht die anthroposophische Denkweise als eine Wissenschaft vom Menschen, welche die menschliche Individualität "in der Praxis" in den Mittelpunkt stellt und so einen wesentlichen Schritt zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen möglich macht: "Nur wenn wir unserem Tun einen neuen und menschlichen Sinn geben, können wir die Unmenschlichkeit überwinden."

Kommunikation über "mobile Maschinen" Wie steht es um die Autonomie des Subjekts, um die Selbstbestimmtheit des Einzelnen unter den heutigen Lebensbedingungen? Dies ist eine der vielen spannenden Fragen, denen in dem ansprechend gestalteten Buch "Anthroposophische Perspektiven" nachgegangen wird. So trifft der Evolutionsbiologe und Anthroposoph Wolfgang Schad den Kern der Zeit mit seiner Beobachtung zur Kommunikation im Zeitalter des Mobiltelefons: "Wir reden nur, wenn es sein muss, miteinander. Doch es gibt Ausnahmen. Es wird lauthals miteinander gesprochen: per Handy. Serien von Familienintimitäten bekommt man über einen halben Großraumwagen mit, die man von keinem Nebensitzer erzählt bekommen würde." Allein mit der "Zwischenschaltung" eines kleinen technischen Mediums verändert sich menschliche Kommunikation grundlegend. Damit beschreibt Schad eine der unseren Alltag handgreiflich bestimmenden Auswirkungen der Naturwissenschaften: Zwischen Mensch und Mensch wird allenthalben ein "Maschinchen" geschaltet – und dieses "funkt" dem Menschen immer mehr "dazwischen". Indem der Autor sich auf Steiners Überlegungen bezieht, wird umso deutlicher, wie bedenkenswert dessen Forderung gerade heute klingt: "Der Mensch (steht) im Mittelpunkt."

"Mittelpunkt Mensch" In zwölf verständlich und kurzweilig geschriebenen Kapiteln werden wesentliche Bereiche des Lebens durchziehende Bezugsfelder der Anthroposophie und die Auswirkungen dieser Geisteswissenschaft für den Menschen in der Praxis heute beschrieben. Die Autoren schildern dabei das Lebensgebiet ihrer jeweiligen Berufspraxis aus anthroposophisch orientierter Perspektive: Wirtschaft, Religion, Freiheit, Sprache, Medizin, Eurythmie, Waldorfpädagogik, Ökologie, Heilpädagogik, Malerei, Naturwissenschaften / Biologie und biologisch-dynamische Landwirtschaft werden vorgestellt.

Indem anthroposophische Grundformen des Denkens und Handelns für heute entwickelt und diskutiert werden, zeigen Steiners Überlegungen ihre Aktualität. Abgerundet wird dieser thematische Überblick durch zahlreiche Farbabbildungen, unter anderem der berühmten Wandtafelzeichnungen Steiners, die während seiner Vorträge entstanden, sowie durch Lesetipps und weiterführende Informationen.

DuMont Buchverlag

Im "Buch der Bücher" findet sich die von allen Bücherfreunden so gerne zitierte Zeile: "… die Welt würde die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären" (Joh. 21, 25). Während scheinbar alle vom E-Book reden, erlebt das "schöne Buch" dieser Tage eine erfreuliche Renaissance. Denn in einer Zeit der immer schnelleren und flüchtigen Informationen verkörpert ein sorgfältig herausgegebenes Buch vieles von dem, was uns Menschen glücklich macht: Beständigkeit, Ruhe und Zuverlässigkeit. Kurzum, gute Bücher eröffnen einen ganz eigenen Wahrnehmungsraum in der schnellen, unruhigen Welt um uns herum.

Und so verbindet den DuMont Buchverlag mit Alnatura – neben vielem anderen – vor allem der heute so bedeutsame Begriff der Nachhaltigkeit: Wie viele Lebensmittel werden inzwischen auch Bücher häufig nur noch auf die möglichst rationellste und preisgünstigste Weise produziert – ob dies aber immer die für uns Menschen bekömmlichste Lösung ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Deshalb setzt DuMont mehr denn je auf Sorgfalt und Umsicht beim Verlegen von Büchern, die nicht nur die Leser von heute, sondern auch deren Kinder und Enkel erfreuen sollen. Im Strom der unbegrenzten Informationsflut ist ein Buch wie ein Anker, der uns Halt gibt – und damit tatsächlich zu unserem Glück beitragen kann!

Mehr Infos zum DuMont Buchverlag unter www.dumont-buchverlag.de