Demeter – ein Standard weltweit

Als einzige internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Von Argentinien bis Ungarn wird in rund 50 Ländern von etwa 8.000 Bauern auf fast 160.000 Hektar Fläche nach den Demeter-Richtlinien biologisch-dynamisch gewirtschaftet.

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Orangen aus Sizilien, Tee aus Indien, Olivenöl aus Tunesien, Sonnenblumenkerne aus Ungarn oder Bananen aus der Dominikanischen Republik – ­Demeter-Lebensmittel aus allen Regionen der Welt finden sich ganz selbstverständlich in den Küchen anspruchsvoller deutscher Bio-KundInnen. Dabei taucht immer wieder mal die Frage nach der Sicherheit dieser importierten Waren auf. Immer mehr Menschen interessieren sich auch dafür, unter welchen Bedingungen vor Ort produziert wird.

Für die weltweite Demeter-Gemeinschaft sind Schutz und Entwicklung bäuerlich-handwerklicher Kultur vor Ort und Sicherung regionaler Strukturen wichtiges Prinzip. An fairen Preisen, sozialer Verbindlichkeit und nachhaltiger Entwicklung als Demeter-Antwort auf Globalisierung und Wirtschaftsmacht arbeiten die Akteure gemeinsam. Ihr Netzwerk Demeter International wurde 1997 als eigenständiger Verein gegründet und arbeitete vorher schon viele Jahre auf informeller Ebene zusammen. Heute gehören beinahe 20 Demeter-Organisationen aus Europa, Amerika, Afrika und Neuseeland zu diesem Non-Profit-Verein. Im Austausch und Gespräch miteinander wird erfahrbar, wie unterschiedlich die Märkte für Demeter-Lebensmittel sind. Bei den jährlichen Treffen überwiegt aber der Eindruck, dass alle dicht beieinander im gemeinsamen Tun sind. Überzeugend ist, wie wirksam die biodynamischen Impulse von Rudolf Steiner in aller Welt sind. Regionale Unabhängigkeit, Transparenz, offener Dialog der Kulturen und natürlich die gemeinsame Basis des Landwirtschaftlichen Kurses wirken befruchtend. So lassen sich Richtlinien, rechtlicher Schutz der Marke Demeter, Harmonisierung der Zertifizierungsverfahren und Entwicklung neuer Demeter-Organisationen gemeinsam gut bearbeiten.

Deutschland ist mit über 1.300 Bauern und fast 60.000 Hektar Fläche das größte Mitglied. In Frankreich und Brasilien werden je rund 6.000 Hektar biodynamisch beackert, in Norwegen 623, in Luxemburg 520, und Nepal fällt mit einem Projekt von sieben Hektar Größe auf. Der erste Demeter-Hof in Übersee war übrigens die schon 1928 umgestellte Finca Irlanda in Mexiko. Zu den jüngsten Projekten gehört die Jojoba-Farm Talamyana in Argentinien.

Da viele wichtige Entscheidungen der Agrarpolitik durch die Europäische Union in Brüssel getroffen werden, arbeitet Demeter dort seit 2002 an biodynamischen Themen wie der Zulassung der Biodynamischen Präparate, dem Ausschluss der Agro-Gentechnik, der seitens Demeter abgelehnten Zwangsvitaminisierung von Babygetreidenahrung oder der Frage industrieller Hygienestandards, die individuell-handwerkliche Lebensmittelqualität behindern. Ökologische und nachhaltige Agrarkultur ist dabei das gesellschaftliche Ziel. Es wird gemeinsam mit anderen verfolgt, zum Beispiel der IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements), zu deren Mitgründern 1972 die deutsche Demeter-Organisation zählt.

Vertrauen garantiert die biodynamische Qualität weltweit

Demeter-Erzeuger und -Verarbeiter betreiben biologisch-dy­na­mische Landwirtschaft, weil sie überzeugt sind von der Konsequenz und Nachhaltigkeit dieses Ansatzes. Weil bio­dynamisch aufwendig ist und höchste Ansprüche an Organisationsfähigkeit, Mitdenken und Empathie stellt, sind der gegenseitige Austausch und die kompetente Beratung so wichtig. Das eng geknüpfte soziale Netzwerk garantiert die verbindliche Arbeit nach den biologisch-dynamischen Prinzipien. Daneben wird jeder Demeter-Erzeuger und -Verarbeiter mindestens einmal im Jahr auf die Einhaltung der Richtlinien kontrolliert. Dabei gilt weltweit ein einheitlicher Standard. So kann jede/r Verbraucher/-in sicher sein, dass biodynamische Qualität drin ist, wenn Demeter draufsteht.

Die Mitgliedsorganisationen von Demeter International e. V. (DI) führen die Demeter-Zertifizierungen in ihren jeweiligen Ländern durch. Um die Qualität der Kontrolle und Zertifizierung weltweit sicherzustellen, wird das System kontinuierlich evaluiert. Transparenz bis zum letzten Kleinbauern kann so gewährleistet werden.

Das ICO (International Certification Office) von Demeter International ist zuständig für Projekte in den Ländern, in denen es noch keine eigenständigen Demeter-Organisationen gibt. Die Kontrolle vor Ort erfolgt über akkreditierte Kontrollstellen und geschulte Inspektoren, häufig in Kombination mit der Prüfung im Rahmen der EU-Bio-Kontrolle.

Renée Herrnkind

Renée Herrnkind, nach dem Abitur Volontariat bei einer Frankfurter Tageszeitung, danach sieben Jahre Redakteurin. Seit 1980 eigenes Journalistinbüro „Schwarz auf Weiß“ in Wetzlar mit dem Arbeitsschwerpunkt ökologische Themen.