Fledermäuse – die faszinierenden Flieger

Im Anflug gleitet die Fledermaus beinah lautlos durch die Luft. Das Säugetier orientiert sich per Echolot und Ultraschall und ernährt sich von Insekten.

Wie alle Nachtschwärmer werden Fledermäuse mit Argwohn betrachtet und leiden unter Vorurteilen. Ihre dünne Flughaut, die sich zwischen den verlängerten Fingern spannt, erinnert viele Menschen an den Mantel des Blutsaugers Graf Dracula. Doch unsere einheimischen Fledermäuse haben mit Vampiren nichts gemein: Sie "gehen" sogar regelmäßig in die Kirche, wenn man sie lässt. Denn die kleinen Säugetiere brauchen Ruhe und ein fledermausfreundliches Fleckchen – und an den Fassaden der Gotteshäuser finden sie genau das. Mit einem Fledermaushäuschen im Garten kann jeder den faszinierenden Fliegern helfen. Doch dazu später mehr.

Dass Fledermäuse Blut trinken, ist ein böses Vorurteil. Sie fressen Insekten, die sie im Flug erbeuten, indem sie ihren "Mantel" als Kescher einsetzen. Diese interessanten Tiere "sehen" quasi mit ihren übergroßen Ohren, die wie Satellitenschüsseln funktionieren. Fledermäuse orientieren sich über Ultraschall-Echolotung. "Hör-Bilder" entstehen, indem sie ihre eigenen Ultraschallrufe als Echo wieder auffangen und so ihre Umgebung abhören. Mit den Augen hingegen können Fledermäuse nur schlecht sehen.

Fledermäuse – die unbekannten Wesen
Wussten Sie, dass Fledermäuse gute "Mütter" sind? Sie bekommen ein Junges pro Jahr, das sie mit ihrer Milch säugen. Fledermaus-Mütter unterstützen sich gegenseitig bei der Aufzucht der Jungen. Es gibt Wohnstuben für die Kleinen, in denen sich der Nachwuchs wie in einer Kinderkrippe eng zusammenkuschelt und wartet, bis die Mutter von der Insektenjagd heimkehrt. Mutter Natur hat Fledermäusen kein Kuschelgesicht verliehen. Manche Menschen gruseln sich vor ihrem Anblick sogar. Doch wer ein solches Geschöpf einmal in der Hand hält und sein seidiges Fell streichelt, wird begeistert sein. Fledermäuse können bis zu 30 Jahre alt werden. Doch nur wenige erreichen dieses gesegnete Alter. Als Art droht den geschickten Fliegern sogar der totale Absturz: Sie sind vom Aussterben bedroht!

Fledermäuse – die obdachlosen Nachtschwärmer
Von den weltweit rund 750 Fledermausarten leben 22 in Deutschland. Sie heißen Große und Kleine Hufeisennase, Mopsfledermaus und Mausohr. Alle bei uns lebenden Arten sind bedroht und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Säugetiere. Eulen gehören zu den natürlichen Feinden der Fledermäuse. Doch weitaus bedrohlicher für den Bestand der kleinen Säugetiere ist der Verlust alter Bausubstanz. Seit vielen Jahrhunderten besiedeln sie warme und geräumige Dachböden, verkriechen sich hinter Holzverkleidungen oder in engen Mauerspalten. Notwendige Bau- und Sanierungsmaßnahmen zur Energieeinsparung unserer Gebäude rauben ihnen die letzten Schlupflöcher unter Hausdächern.

Auch sonst sind Fledermäuse immer wieder mit ihren Lebensraumansprüchen auf Kollisionskurs mit dem Menschen: Viele verunglücken schlicht im Straßenverkehr. Mit jedem Totholz- Baum, der aus dem Wald verschwindet, vergrößert sich ihre Wohnungsnot. Durch den Einsatz von Insektiziden wird das Nahrungsangebot der Insektenfresser vergiftet. Und ohne Nahrung und Herberge können Fledermäuse nicht überleben.

Die Deutsche Wildtier Stiftung

Ein Stimme für heimische Wildtiere! Wildtiere in Deutschland schützen und Menschen für die Schönheit und Einzigartigkeit der heimischen Wildtiere begeistern – das ist das Anliegen der Deutschen Wildtier Stiftung. Das Wissen über die Natur darf nicht verloren gehen. Deshalb bietet die Stiftung gerade Kindern und Jugendlichen viele Angebote, durch die sie Wildtiere erleben und mehr über sie erfahren. Mit konkreten Projekten erhält die Stiftung Lebensräume von Wildtieren in Deutschland und setzt sich bei Politik und Wirtschaft für ihren Schutz ein. Im Naturerlebnisprojekt Wildtierland Gut Klepelshagen im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern erleben Besucherinnen und Besucher auf über 2.000 Hektar Fläche heimische Wildtiere, die ohne Zäune und Gehege in Freiheit leben. Darunter sind auch zahlreiche seltene Arten. Die wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft gibt den Tieren ihre Lebensräume zurück. Schirmherr der gemeinnützigen Deutschen Wildtier Stiftung ist Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog.

Deutschland braucht seine Wildtiere. Helfen Sie bitte, den Wildtieren eine Zukunft zu geben! Unterstützen Sie die Arbeit der Stiftung mit Ihrer Spende! Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 846 43 00, BLZ 251 205 10. Herzlichen Dank.

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