Weniger ist mehr

Papier ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken: von Verpackungen über Druckerpapier bis hin zu Werbeprospekten und nicht zuletzt Toilettenpapier.

Die Statistik verrät, dass jeder Deutsche pro Jahr circa 235 Kilogramm Papier verbraucht. Die Umweltwirkungen sind vielfältig. Um Holz zu gewinnen, greift der Mensch in das Ökosystem Wald ein, im schlimmsten Fall durch Abholzung ohne entsprechende Aufforstung. Dabei erfüllt ein naturnaher Wald viele wichtige Funktionen für Mensch und Natur: Beispielsweise filtert er Schadstoffe aus Luft und Wasser, bindet CO2 und macht es damit "klima-unschädlich", ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und Erholungsgebiet für den Menschen. Jedes Jahr werden, laut WWF, weltweit 13 Millionen Hektar Wald vernichtet. Dies entspricht etwa der Fläche Griechenlands. Jeder fünfte Baum wird dabei für die Papierherstellung gerodet. Oft entstehen anschließend darauf Nutzwälder, die weniger artenreich als naturnahe Wälder sind und keinen natürlichen Lebensraum für Tiere bieten, zumal Nutzwälder eher eine kurze Lebensdauer aufweisen.

Neben der Ressource Holz werden gewaltige Mengen an Wasser und Energie für die Papierproduktion benötigt. So verbraucht die Produktion von einem Kilogramm Papier, dies entspricht circa 200 DIN-A4-Blättern, etwa 2,3 Kilogramm Holz, bis zu 100 Liter -Wasser und 6 Kilowattstunden Energie. So viel, wie eine 60-Watt-Glühbirne für 100 Stunden Licht benötigt. Damit ist die Papierindustrie weltweit der fünftgrößte Energieverbraucher. Aber auch die Abwassermengen stellen ein Problem bei der Papierherstellung dar. Zur Lösung des Zellstoffs aus dem Holz und zum Bleichen des Papiers müssen verschiedene Chemikalien, wie etwa Chlorverbindungen, eingesetzt werden. Gelangen diese über das Abwasser in die Umwelt, können ökologische und gesundheitliche Gefahren für Mensch und Natur die Folge sein.

Ganz ohne Papier wird es nicht gehen, aber wir haben verschiedene Möglichkeiten, unseren Papierverbrauch zu minimieren. Manchmal kommt man allerdings nicht darum herum, etwas auszudrucken oder Papierprodukte zu kaufen. Die Qualität des Papiers beeinflusst dabei entscheidend die Umwelt-bilanz. Recyclingpapier ist eine echte Alternative zu Frischfaserpapier, denn Papier kann bis zu sechsmal recycelt werden. Und die Herstellung von Recyclingpapier verbraucht im Vergleich zu Frischfaserpapier nur rund ein Drittel der Wassermenge und lediglich die Hälfte an Energie. Gleichzeitig schont der Einsatz von Recyclingpapier die Luft, da Abgase bei der Verbrennung von Altpapier entfallen. Leider hält sich immer noch das Vorurteil, dass Recyclingpapier unansehnlich sei, den Kopiergeräten schade oder zu teuer sei. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die ersten Recyclingpapiere tatsächlich für manche Verwendung ungeeignet waren. Durch verbesserte Herstellungsmethoden ist heutzutage die Qualität von Recyclingpapier gleichzusetzen mit Frischfaserpapier, und die Kosten liegen im Vergleich häufig sogar darunter.

››› Julia Huthmann, Alnatura Nachhaltigkeit

Recyclingpapier ist eine Alternative

1. Wahl: Recyclingpapier, ausgezeichnet mit dem Blauen Engel. Dies ist die beste Alternative, da der Blaue -Engel strenge Richtlinien zur Altpapierzusammensetzung, zum Energie- und Wasserverbrauch sowie zur Verwendung von Chemikalien vorgibt.

2. Wahl: Recyclingpapier, ausgezeichnet mit anderen Umwelt-siegeln, zum Beispiel FSC. FSC steht für Forest -Stewardship Council und eine nachhaltige Waldwirtschaft.

3. Wahl: Papier mit dem FSC-Mix-Label mit möglichst hohem Anteil an Recyclingpapier. FSC-Mix-Papier kann -veränderliche Anteile Recyclingpapier und zertifiziertes Frischfaserpapier enthalten. Je höher der Anteil an Recyclingpapier, desto besser.

So minimieren Sie Ihren Papierverbrauch:

  • Vermeiden Sie Verpackungsmaterialien beim Einkauf, und nehmen Sie Werbung und Kataloge nur mit, wenn Sie diese wirklich lesen wollen.
  • Drucken Sie nur Unterlagen, die Sie wirklich benötigen, und vermeiden Sie den Ausdruck von E-Mails und anderen digitalen Dokumenten.
  • Drucken oder kopieren Sie stets beidseitig. Dies können Sie in Ihrem Druckprogramm als Standardein-stellung speichern.
  • Eine elektronische Ablage, gekoppelt mit einem Scanner, hilft Ihnen, Ordnung zu halten und spart zudem Platz im Aktenschrank. 
  • Teilen Sie Ihre Zeitungen und Zeitschriften mit Nachbarn, Bekannten oder Arbeitskollegen.
  • Fehldrucke und einseitig bedrucktes Papier lassen sich als Schmierpapier verwenden. Basteln Sie daraus mit einem Hefter oder einer Ringbuchbindung Ihr individuelles Notizbuch.
  • Logos wie der Blaue Engel bieten eine gute Orien-tierung, um bei der Auswahl eines Papiers soziale und vor allem Umweltaspekte zu berücksichtigen. 
  • Sie haben weitere Tipps zum Papiersparen? Posten Sie diese gerne auf dem Alnatura Facebookprofil: www.facebook.de/alnatura