Geld nachhaltig arbeiten lassen

N achhaltigkeit im täglichen Leben wird für viele Menschen immer wichtiger.

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Nachhaltigkeit im täglichen Leben wird für viele Menschen immer wichtiger. Es wird versucht, Wasser und Strom zu sparen, CO2 zu vermeiden, im Urlaub werden vor allem Reiseziele in der Region besucht und eingekauft wird im Bio-Supermarkt. Doch über das, was mit dem Geld passiert, das nicht ausgegeben wird, sondern auf dem Girokonto oder dem Sparbuch schlummert, machen sich die meisten Menschen wenig Gedanken.

Schon seit einiger Zeit setzen sich Non-Governmental Organisations (NGOs) wie zum Beispiel "urgewald" für einen Kulturwandel ein, indem sie darüber aufklären, wie Banken arbeiten und was mit dem eingezahlten Geld wirklich passiert. Gleichzeitig machen sie auf die Alternativen aufmerksam: ethische und sozial-ökologische Banken, wie beispielsweise die GLS Bank. Die 1974 gegründete Genossenschaftsbank könnte auf den ersten Blick eine konventionelle Hausbank sein, die alle Angebote vom Girokonto bis zur Baufinanzierung oder Altersvorsorge bietet. Der entscheidende Unterschied ist, dass sie die erste sozial-ökologische Bank der Welt ist. Sie finanziert ausschließlich nachhaltige soziale oder ökolo­gische Projekte und Unternehmen.

Gleich bei der Kontoeröffnung werden die Kunden gefragt, wofür das Geld auf ihren Konten eingesetzt werden darf. Dabei kann aus fünf Kategorien ausgewählt werden: Bildung, Energie, Ernährung, Wohnen und Soziales. So fließt das Geld beispielsweise in die Bereiche ökologische Landwirtschaft, regenerative Energien, Schulen, Kindergärten oder Wohnprojekte für das Leben im Alter. Die vergebenen Kredite veröffentlicht die Bank im Bankspiegel, der hauseigenen Zeitschrift, und auf ihrer Internetseite. Diese Transparenz ermöglicht es Kundinnen und Kunden nachzuvollziehen, wo genau das angelegte Geld eingesetzt wird. Parallel zu den Positivkriterien der Nachhaltigkeit sind bei der GLS Bank Investitionen in Bereichen wie zum Beispiel Atomenergie, Waffenhandel, Suchtmittel, Kinderarbeit, Gentechnik oder fossile Brennstoffe ausgeschlossen. Dies wird durch strikte und klar definierte Kriterien sichergestellt, die auch für die Eigenanlagen der GLS Bank gelten.

Als Gründungsmitglied der "Global Alliance for Banking on Values" (GABV), einem Zusammenschluss der weltweit führenden nachhaltigen Banken, Kreditanstalten und Genossenschaften, ist die GLS Bank auch international tätig. Die GABV wurde im Jahr 2009 nach Ausbruch der Finanzkrise gegründet und zählte damals elf Mitglieder. Seit Anfang 2014 sind es bereits 25 Mitglieder aus der ganzen Welt, die sich gemeinsam für die Entwicklung einer nachhaltigeren und erfolgreicheren Alternative zum gegenwärtig krisenbehafteten Finanzmarkt einsetzen. Diese Alternative soll auf Fairness, Verantwortung, Transparenz und Inklusion bauen.

Die Mitglieder der GABV stellen die Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt. Gewinn ist dabei eine Voraussetzung für Wachstum, aber auf keinen Fall das Hauptziel der Arbeit. Im Zentrum ihrer Geschäftsmodelle steht ein nachhaltiges Bankmodell, das auf dem Konzept der Triple Bottom Line, also der Integration von sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien, aufbaut. Banken müssen nicht nur für ihre Kundinnen und Kunden verantwortungsvoll handeln, sondern auch für die Gesellschaft. Denn Geldanlagen, die heute getätigt werden, haben einen direkten Einfluss darauf, wie die Zukunft aussehen wird. Aus diesem Grund achten die Banken der GABV darauf, ihr Kapital nur dort anzulegen, wo soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit gewährleistet werden kann.

Nach diesem Konzept arbeitet die GLS Bank schon seit 40 Jahren. Und der Erfolg gibt ihr recht: Sie ist mittlerweile die größte der nachhaltigen Banken in Deutschland. 2012 erhielt sie sogar den Deutschen Nachhaltigkeitspreis als nachhaltigstes Unternehmen. Mit ihren zielgerichtet sozial-ökologischen Investitionen und ihrer umfassenden Transparenz bietet sie ihren Kunden einen dreifachen Gewinn: menschlich, zukunfts­weisend, ökonomisch.

Nachhaltigkeit heißt, Umweltgesichtspunkte mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten gleichberechtigt zu berücksichtigen. ­Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also, dass sich möglichst viele Menschen damit auseinandersetzen, wie Banken ihr Geld verwenden, um ein intaktes soziales, ökologisches und ökonomisches Gefüge zu hinterlassen. Zu einem nachhaltigen Lebensstil gehören nicht nur die Faktoren, auf die man direkten Einfluss hat, sondern auch die, die indirekt von uns beeinflusst werden.

››› Gastbeitrag Christof Lützel, Pressesprecher GLS Bank

Christof Lützel

Christof Lützel ist Pressesprecher/Leiter Öffentlichkeitsarbeit, Bankbetriebswirt und Prokurist und seit über neun Jahren Mitarbeitervertreter im Aufsichtsrat der GLS Bank. Christof Lützel ist verheiratet und Vater einer kleinen Tochter. Er lebt und arbeitet in Bochum.

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