26.09.2017

Serie "Über den Tellerrand kochen"

Was haben wir Menschen auf der Erde gemeinsam, egal welcher Religion, Kultur oder Nation wir angehören? Wir müssen essen und trinken. Was uns schmeckt und wie wir es zubereiten, unterscheidet uns, aber es kann uns auch verbinden, wenn wir miteinander teilen. Im Alnatura Magazin zeigen wir jeden Monat ein Rezept von geflüchteten Menschen, das sie gemeinsam mit ihren deutschen Freunden für uns kochen.

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Die Stimmung in der Katholischen Hochschulgemeinde Karlsruhe ist ausgelassen, es läuft Musik, manche tanzen und jeder, der den Raum betritt, wird herzlich begrüßt. Etwa 40 Teilnehmer sind heute zur Kochveranstaltung "Über den Tellerrand kochen" gekommen, Lea und Lisa aus dem Organisationsteam freut das starke Interesse natürlich sehr. Die meisten sind in den Zwanzigern, mehr als zehn Nationalitäten sind dabei, zum Beispiel aus dem Iran, Syrien, Afghanistan, Indien, Kamerun und Gambia. Unter ihnen Erfan aus dem Iran und Sora aus Gambia, dank ihnen wird es heute ein gambisch-iranisches Menü geben: Domoda, ein gambisches Gemüsegericht, mit Zereshk Polo, einem iranischen Reisgericht.

Sora ist seit anderthalb Jahren hier. "Ich denke, ich habe Glück, in Deutschland zu sein. Das deutsche Bildungssystem ist beeindruckend. Ebenso, wie zielorientiert die Studenten hier sind", erzählt er von seinen Eindrücken. Die Tellerrand-Gemeinschaft hat er vor einem Jahr bei einem Ramadan-Picknick kennengelernt. "Diese Veranstaltungen gefallen mir sehr, die Menschen hier sind schon mehr als Freunde, das ist wie Familie für mich", sagt er lächelnd. Was typisch für die gambische Küche ist? "In Gambia habe ich fünf Minuten entfernt vom Meer gelebt, ich bin an der See aufgewachsen. Deshalb haben wir immer sehr viel Fisch gegessen, direkt vom Meer in die Pfanne – niemals gefrorenen! Ich glaube, ich werde jetzt Vegetarier", sagt Sora und lacht. Erfan ist vor anderthalb Jahren aus dem Iran geflüchtet. Dort hatte er eine eigene Wohnung und bereitete jeden Tag nach der Schule Speisen zu. "Ich ­koche sehr gerne!", erzählt er und fügt hinzu: "Am liebsten persische Küche mit Fleisch, Öl, Safran, Reis." In Deutschland hat er Spätzle kennengelernt, das ist sein neues Lieblingsgericht. Und obwohl hier alle begeisterte Köche sind, treffen sie sich schon lange nicht mehr nur zum Kochen, sondern regelmäßig und einfach zu allem, was Spaß macht.

››› Gabriele Storm