Lust auf weniger

Greenpeace zum Thema Konsumverzicht

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Alnatura Kundinnen und Kunden gehören bereits zu den verantwortungsbewussten Verbrauchern. Vermutlich kaufen aber auch Sie von manchen Dingen mehr als nötig. Vielleicht haben Sie ja einen kleinen Schuhtick oder ein Faible für die neuesten elektronischen Spielereien? Insgesamt konsumieren wir Menschen in den wohlhabenden Industrienationen von allem zu viel. Unsere auf Wachstum gepolte Wirtschaft und unser "Schlaraffenland" aus Waren und Dienstleistungen verschlingen gigantische Mengen an Rohstoffen und Energie. Die Umwelt wird mit Giften, Müll und CO2-Emissionen belastet – ein rasanter Verlust der Artenvielfalt und der globale Klimawandel zählen zu den Folgen. Unfairerweise beanspruchen nur etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung 80 Prozent der natürlichen Ressourcen. Würden alle Menschen so leben und konsumieren wie wir Deutsche, bräuchten wir fast drei Planeten Erde. Der Lebensstil der US-Amerikaner würde sogar vier Erden erfordern. Jeder Einzelne von uns ist gefragt, den Trend umzukehren – machen Sie mit und unterstützen Sie unseren Vorsatz "Weniger und dafür besser konsumieren"!

Kleidung

Die weltweite Textilindustrie produziert pro Jahr circa 80 Milliarden Kleidungsstücke und jeder Deutsche kauft durchschnittlich 60 neue Teile. Falls Sie nicht zur Kategorie "fashion victim" zählen, fragen Sie sich sicher: Wie viel Platz haben diese Leute denn im Kleiderschrank? Die Antwort ist simpel: Es wird überwiegend billige Trendkleidung konsumiert, die rasch wieder "out" oder kaputt ist und im Müll landet. Was für eine Verschwendung! Wussten Sie, dass man rund 2.000 Liter Süßwasser benötigt, um Baumwolle für ein einziges T-Shirt zu erzeugen? Noch ein Dilemma: Beim Färben, Bedrucken und technischen Ausrüsten von Textilien werden gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien eingesetzt. Mit der Detox-Kampagne fordert Greenpeace Textilkonzerne rund um den Globus auf, ihre Herstellungsprozesse zu entgiften. 29 Firmen verpflichteten sich bislang zu entsprechenden Maßnahmen.

Tipp: Misten Sie mal wieder aus, behalten Sie nur Ihre Lieblingsteile. Sie werden erleichtert feststellen, dass Sie künftig mit weniger auskommen. Kaufen Sie möglichst nur noch hochwertige, nachhaltig produzierte Kleidungsstücke nach. Die Auswahl kann sich sehen lassen: Immer mehr Modefirmen setzen beispielsweise auf alternative Naturmaterialien wie Hanf und Flachs oder auch auf recycelte Kunstfasern. Einen Rat­geber zu Textil-Siegeln sowie Infos zur giftfreien Kleiderproduktion finden Sie unter greenpeace.de/kampagnen/detox

Elektronik

Alle ein, zwei Jahre ein neues Handy, immer up to date sein? Die Hersteller legen es darauf an und bringen in schneller Folge neue Modelle auf den Markt. Zum Beispiel Apple: 2007 kam das erste iPhone heraus, sieben Jahre später sind wir beim iPhone 6 angelangt! Smartphones, Tablets und PCs sind derzeit die beliebtesten Elektroprodukte, rund 2,5 Milliarden Geräte wurden 2014 weltweit verkauft – für eine meist kurze Nutzungsdauer. Dies verschlingt Rohstoffe und verursacht giftige Müllberge: Viele Geräte enthalten PVC-Kunststoffe und bromierte Flammschutzmittel. Elektroschrott muss fachgerecht entsorgt oder recycelt werden. Doch immer wieder werden Container voller Altgeräte in Dritte-Welt-Länder exportiert. Dort kokeln die Ärmsten der Armen ungeschützt auf den Schrotthalden, um Kupfer und andere Wertstoffe zu gewinnen. Auf Druck von Greenpeace eliminierten Apple, Nokia und Sony Mobile Communications einen Teil der gefährlichen Substanzen aus ihren Produkten. Andere Hersteller müssen nachziehen. Sie alle sind auch gefragt, den Kaufrausch einzudämmen, ohne gleich den technischen Fortschritt zu bremsen. Vielleicht, indem sie Updates, aber seltener neue Geräte anbieten.

Tipp: Entdecken Sie das Motto "Oldschool ist cool!" für sich – und nutzen Sie Ihre technischen Helfer so lange wie möglich. Sollten Handy, Drucker oder Bohrmaschine nicht mehr rund laufen, besuchen Sie eine Reparaturwerkstatt, statt etwas Neues anzuschaffen.

Fleisch

Zwischen 1980 und 2012 erhöhte sich der weltweite Pro-Kopf-Verzehr an Fleisch um 40 Prozent. Der Konsum schwankt jedoch von Land zu Land stark: Ein Inder isst im Schnitt 5 Kilo Fleisch im Jahr, ein US-Bürger 75 Kilo, ein Deutscher immerhin 60 Kilo – vor allem Geflügel, Schwein und Rind. Viele Gründe sprechen dafür, weniger Tiere zu essen: So landet etwa ein Drittel der globalen Getreideernte im Futtertrog statt auf dem Teller. Auf 80 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Flächen werden Nutztiere gehalten oder Futterpflanzen wie Mais und Soja angebaut. In Südamerika werden dafür sogar kostbare Regenwälder geopfert. Der Hunger nach billigem Fleisch fördert weitere Auswüchse, etwa Qualzuchten wie die von Puten mit übergroßem Brustumfang. In der Intensivhaltung leben Tiere dicht gedrängt im Stall und erhalten Antibiotika, die Resistenzen auch gegen für Menschen gefährliche Krankheitserreger verursachen können. Und die Massen an Gülle verseuchen unsere Böden und das Grundwasser.

Tipp: Sie müssen ja nicht gleich zum Vegetarier werden, aber wie wäre es, wenn Sie sich Fleisch nur noch zu besonderen Anlässen gönnen? Bevorzugen Sie Produkte aus artgerechter und ökologischer Haltung, das schmeckt Ihnen und der Umwelt.

Plastik

besteht aus Erdöl und giftigen Zusatzstoffen. Biologisch so gut wie nicht abbaubar ist es für gravierende Umweltprobleme verantwortlich – vor allem in Form von Müll in unseren Ozeanen: Im Pazifik nahe Hawaii hat sich ein Müllstrudel von der Größe Mitteleuropas gebildet. Auch viele andere Meeresregionen sind stark verschmutzt. Stabile Teile wie PET-Flaschen können bis zu 450 Jahre im Meer treiben. Meeressäuger verheddern sich oft in Sixpack-Trageriemen oder Schnüren und Fische und Seevögel verwechseln giftige Plastikteile mit Futter und verenden qualvoll. Winzige Partikel wie zum Beispiel Peelingperlen im Duschgel, sogenanntes Mikroplastik, können sich am Ende der Nahrungskette auch in unserem Essen wiederfinden.

Tipp: Tragen Sie immer einen Stoffbeutel für den Einkauf bei sich. Vermeiden Sie Lebensmittel und Alltagsgüter in Einwegverpackungen aus Plastik und bringen Sie zum Mitnahme-Imbiss eigene wiederverwendbare Behälter mit. Kaufen Sie Körperpflegeprodukte, Reinigungs- und Waschmittel mit rein natürlichen Inhaltsstoffen.

››› Gastbeitrag von Greenpeace e.V.