Grillerlebnisse eines Veganers

Sommerliche Temperaturen, länger werdende Tage, gute Laune … Grillsaison!

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Es wurde vorher festgelegt, dass jeder sein eigenes Grillgut mitbringt; zu einem Nudel- und einem Quinoa-Salat für die Allgemeinheit habe ich mich gern verpflichtet. Ich weiß, es ist nicht das Gesündeste, aber ich liebe einfach den etwas schwereren Nudelsalat mit Mayonnaise, Erbsen und Wurststückchen, wie ich ihn von meiner Oma kenne. Damit kann man nichts falsch machen! Der Quinoa-Salat mit frischer Minze und Limettensaft ist ein gutes Pendant dazu, etwas leichter und außergewöhnlich im Geschmack.

Natürlich ist alles, was ich mitbringe, vegan. Es ist heutzutage ganz leicht, fast alle gängigen Speisen in einer veganen Variante zuzubereiten. Und warum sollte ich auf den Geschmack von Käse oder Fleisch komplett verzichten, wenn es vegane Alternativen gibt, die dem täuschend ähnlich sind? Der Geschmack war schließlich nicht der Grund für mich, vegan zu werden.

Es ist oft so, dass ich auf Grillpartys gefragt werde, was ich denn da Tolles mitgebracht habe: Neben meinen veganen Würstchen, Steaks und Co. lege ich gerne gefüllte Champignons oder Auberginen auf den Grill. Die Füllung ist ein immer wieder neues, bunt gemischtes Sammelsurium aus verschiedenen Zutaten, die ich gerade in meiner Küche habe: vorrangig natürlich frisches Gemüse und Kräuter der Saison, lecker und deftig gewürzt, gerne mit veganem Frischkäse oder Käse vermischt. Das passt gut zum fleischigen Grillgut und ist – neben Salat – meist die dritte Komponente auf meinem Teller.

"Darf ich mal probieren?", fragt mein Tischnachbar mit skeptischem Blick. "Klar", entgegne ich und mache mich schon einmal bereit, Fragen nach veganem Käse zu beantworten. "Gar nicht so schlecht für veganes Zeug und schmeckt ja doch irgendwie nach Käse!", nuschelt er mit vollem Mund und schmatzt genussvoll. "Das werde ich vielleicht doch mal ausprobieren. "Ich freue mich, dass die Gemüsefüllung mit selbst gemachtem Cashew"käse" und Räuchertofu problemlos mit einer tierischen Variante von gefüllten Champignons mithalten kann. Und dass ich doch etwas mehr mitgebracht habe, als ich selbst essen kann, denn plötzlich wollen alle probieren. Auch die anderen sind erstaunt und genießen lautstark – man ist sich fast einig: Ein veganes Leben muss nichts mit Verzicht zu tun haben.

"Ist ja alles schön und gut", sagt da der Freund eines Freundes und hält mir eine Gabel meines veganen Nudelsalats vor die Nase, ohne zu wissen, wer ihn gemacht hat. "Aber auf so etwas könnte ich garantiert nie verzichten: einen ordentlichen, richtig deftigen Nudelsalat mit Mayo und Wurststückchen, wie ihn schon meine Oma gemacht hat." Ich lächle und sage: "Ja, das fällt mir tatsächlich schwer …"