Verzicht – Ein Geschenk!

Von der Nächstenliebe zu Mensch, Tier und Umwelt

Platzhalter

Winteranfang, Weihnachten, welch besinnliche Zeit! Alle Jahre wieder ist es so weit und wir gleiten, schlittern oder stürzen in den letzten Jahresabschnitt, der Harmonie verspricht, aber für viele auch mit Stress verbunden ist.

Was soll ich nur schenken? Was soll ich nur servieren? Das sind die zentralen Fragen des Lebens, die uns in diesen Tagen bewegen! Natürlich soll es etwas ganz Besonderes sein: das Geschenk für Mami wie auch das Menü für die weihnachtliche Gesellschaft.

So lassen wir uns schnell in den Konsum-Strudel ziehen und geben Unsummen für Geschenke aus, die nicht gebraucht werden, und für Delikatessen, die schnell vergessen sein werden. Ein kurzes Vergnügen, mal abgesehen von den ganzen Weihnachtsplätzchen, die uns spätestens vor dem nächsten Sommer wieder einholen. Es wird sicher selten so viel Unnötiges gekauft und über die Maßen gegessen wie an Weihnachten. Dabei ist es doch das Fest der Liebe! Und wollten wir nicht sowieso weniger Kram kaufen und gesünder essen? Ach nein, diese Einsicht kommt meist erst eine Woche danach.

Wobei: Warum nicht dieses Mal schon vorher den Spieß umdrehen, wenn es hinterher so offensichtlich ist? Ist an Weihnachten Liebe nicht vor allem als Nächstenliebe zu verstehen? Bei der es auf Inhalte und nicht auf Äußerlichkeiten ankommt? Bei der Fürsorge, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit die oberflächlichen Dinge für eine Zeit ablösen? Und gilt das nicht gleichermaßen für Mensch, Tier und Umwelt? Hängt nicht ohnehin alles zusammen und von unserem Konsum- und Essverhalten ab?

Mein Bruder hat uns vor einigen Jahren inspiriert, keine klassischen Weihnachtsgeschenke mehr zu kaufen. Stattdessen suchen wir jedes Jahr ein Hilfsprojekt aus und spenden den Betrag, der normalerweise in nicht besonders dringend benötigte Dinge investiert würde. Es gibt dann kleine "Spendenquittungen" für Verwandte und Freunde. Ja, beim ersten Mal war es ungewöhnlich, regte aber zum Nachdenken an und wird seitdem sehr geschätzt. Wir haben daraus nun eine Tradition gemacht und wünschen uns dasselbe von den Liebsten.

Was das Essen angeht: Die Auswirkungen von übermäßigem Fleischkonsum auf die Umwelt sind mittlerweile hinreichend bewiesen. Besonders an Weihnachten steigt die Nachfrage nach Gänsen und anderen Tieren enorm an. Nicht dass wir sonst kaum Fleisch essen würden und es tatsächlich etwas ganz Seltenes wäre. Wenn ein Tier für das Festtagsmenü sterben muss, bei dem sonst alles besonders harmonisch zugeht, erscheint mir das paradox.

Entscheiden Sie selbst: Wenn Sie dieses Jahr, ausnahmsweise und ganz feierlich, ein veganes Weihnachtsmenü servieren, leisten Sie einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und schenken mit Ihrem Verzicht sogar Leben. Ist das nicht das größte Geschenk?

In diesem Sinne: eine schöne und harmonische Adventszeit!

››› Julian Stock, Sortimentsmanager bei Alnatura