Kunstmuseum Stuttgart

Im Herzen der Stadt auf dem Schlossplatz gelegen ist das Kunstmuseum Stuttgart ein weithin sichtbarer Blickfang. Der gläserne Kubus, der tagsüber fast schwerelos erscheint, beginnt bei Nacht zu leuchten und offenbart seinen Kern aus Jura-Kalkstein.

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Die eindrucksvolle Architektur verweist darauf, dass hier etwas Besonderes zu finden sein muss – und so ist es: Der eigentliche Schatz verbirgt sich im Inneren des Museums. Zwei Drittel der Räume liegen in einem ehemaligen Tunnelsystem, das sich weit unter den kleinen Schlossplatz erstreckt. Hier erwartet die Besucher ein außergewöhnlicher Sammlungsrundgang durch das 20. Jahrhundert. Neben einem weltweit bedeutenden Bestand an Werken von Otto Dix – darunter das berühmte Triptychon "Großstadt" und das "Bildnis der Tänzerin Anita Berber" – zeigt das Kunstmuseum Stuttgart ausgewählte Arbeiten von Adolf Hölzel und Willi Baumeister als wichtige Wegbereiter der Abstraktion. Die Fortentwicklung abstrakter Malerei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird in Einzelwerken und Werkgruppen, unter anderem von K. R. H. Sonderborg, Walter Stöhrer und Georg Karl Pfahler, präsentiert. Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt bildet die Konkrete Kunst, die in ihren verschiedenen Spielarten von Camille Graeser bis Bridget Riley großzügig vertreten ist. Joseph Kosuths Leuchtschriften und Dieter Roths Schimmelbilder schlagen einen Bogen zur Konzeptkunst, die wiederum auch in zeitgenössischen Variationen – beispielsweise durch Installationen von Haegue Yang oder Yael Bartana – vertreten ist. Das Kunstmuseum Stuttgart ist besonders darauf bedacht, zeitgenössische Kunst in den musealen Raum aufzunehmen. Zweimal im Jahr wird in der Ausstellungsreihe "Frischzelle" deshalb junge Kunst in den Sammlungsräumen – in direkter Nachbarschaft zu bekannten Meisterwerken – gezeigt.

Panorama / Kultur vor Ort / Kunstmuseum Stuttgart Otto Dix

Für große Sonderausstellungen werden die 5.000 Quadratmeter des Glaskubus bespielt. Auf drei Etagen finden dort Schauen zu aktuellen Forschungsthemen oder bedeutsamen Rückblicken in die Kunstgeschichte statt. Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart und die besondere Erfahrung vor einem Kunstwerk liegen Ulrike Groos, seit 2010 Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart, besonders am Herzen: "Das, was die Menschen nirgendwo sonst so erleben wie im Museum, ist doch die Begegnung mit diesem einzigartigen Werk, dem Original, das die Patina vergangener Jahrhunderte trägt oder noch frisch nach Farbe riecht."

Panorama / Kultur vor Ort / Kunstmuseum Stuttgart Willi Baumeister

"WILLI BAUMEISTER INTERNATIONAL" Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt derzeit mit Willi Baumeister einen der bedeutendsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Die Ausstellung thematisiert die Entwicklung Baumeisters von seinen Anfängen bis zum Spätwerk. "Seit 1954 hatte es in Stuttgart keine umfassende Ausstellung zu Baumeister gegeben", berichtet die Kuratorin Ilka Voermann. "Deshalb freuen wir uns besonders über diese erste große Retrospektive in unserem Haus." Den Schwerpunkt der Schau bilden zentrale Werkgruppen, beginnend mit seinem Frühwerk über die "Mauerbilder" bis hin zu den späten "Montaru"-Bildern und der "Afrika"-Serie. Sie geben einen Überblick über sein Schaffen und sind zugleich Belege seines internationalen Renommees. Ergänzt werden die Exponate in der Ausstellung durch bisher selten oder nie gezeigte Archivalien wie Briefe, Zeitungsartikel und Fotografien aus dem Archiv Baumeister, das seit 2005 an das Kunstmuseum Stuttgart angegliedert ist. Erstmals wird auch seine private Kunstsammlung in Teilen zu sehen sein, die vor allem durch den Tausch von Werken mit Künstlerkollegen entstanden ist. Sie umfasst Gemälde und Grafiken von Josef Albers, Hans Arp, Georges Braque, Marc Chagall, Camille Graeser, Was­sily Kandinsky, Paul Klee, Franz Krause, Le Corbusier, Fernand Léger, El Lissitzky, August Macke, Kasimir Malewitsch, Joan Miró, László Moholy-Nagy, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Kurt Schwitters, Michel Seuphor, Gino Severini und Alexej von Jawlensky. So ergibt sich das facettenreiche Bild eines Künstlers, der vor und nach dem Zweiten Weltkrieg im engen Austausch mit der internationalen Kunstszene stand.

››› Gastbeitrag Kunstmuseum Stuttgart

Kurz gefasst

Aktuelle Sonderausstellung
"Willi Baumeister International" noch bis 2. März 2014

Öffnungszeiten
Di – So 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 21 Uhr
Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester geschlossen
Neujahr geöffnet 12 – 18 Uhr

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1, 70173 Stuttgart
Telefon: +49 (0) 711 2162188
info@kunstmuseum-stuttgart.de
www.kunstmuseum-stuttgart.de