Ananas ♥ Koriander

Ja, zugegeben, eine Ananas frisch geerntet und in deren tropischer Heimat – egal ob Südostasien oder Lateinamerika – sofort verspeist, schmeckt so viel aromatischer als die Früchte, die früher geerntet wurden und eine weite Schiffsreise hinter sich haben.

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Trotzdem ist diese wertvolle Frucht eine Köstlichkeit, auf die wir auch hier nicht verzichten möchten. Zumal im Winter, wenn dringend Vitamin-C-Nachschub gebraucht wird und in unseren Breitengraden keine Früchte mehr gedeihen. Zur Süssspeise verarbeitet, mit Kokos, Schokopudding oder Vanilleeis oder im Smoothie vermixt mit Mango und Orange, ist sie vielfältig einsetzbar. Auch für den 50er-Jahre-Partyklassiker "Toast Hawaii" soll es noch Anhänger geben, die längst aus dem Kindesalter raus sind. Sie stapeln eine Scheibe Dosenananas mit Schinken auf Toastbrot und überbacken es mit Käse im Ofen.

Nun kommen wir zu einer interessanteren Kombination, die Sie vielleicht noch nicht gewagt haben, die aber in karibischen oder südostasiatischen Ländern durchaus üblich ist: frisches Koriandergrün mit Ananas. Versuchen Sie es als puren Salat mit Salz, etwas Zucker und, wer es gerne scharf mag, mit ein paar feinen Scheiben Thai-Chili oder Peperoni. Aber Achtung: Kerne weglassen!

Wie kann man den Geschmack von Koriandergrün beschreiben? Es gibt Menschen, die mögen frischen Koriander nicht im Essen, weil sie ihn als parfümiert und seifig empfinden, zumal, wenn man eine zu große Dosis des aromatischen Grüns verwendet hat. Generell kann man sein Aroma als erdig bezeichnen, mit ätherischen Noten, die an Zitronenzesten erinnern. Sie kennen die Kombination vom Thai-Restaurant um die Ecke: Huhn oder Schwein in Currysauce mit frischen Korianderblättern. Übrigens enthält die Currysauce selbst auch immer einen Anteil gemahlener Koriandersamen. Fügt man kleingeschnittene Ananas zum Fleisch oder zum Tofu in die Currysauce, verstärken sich die einzelnen Aromabestandteile des Gerichts durch die frische Fruchtigkeit der Ananas. Was lernen wir daraus: Trauen Sie sich ruhig, Ananas in scharfen Gerichten einzusetzen – und unbedingt in Kombination mit Koriandergrün.

Was allerdings den Menschen aus Lateinamerika oder Asien nie in den Sinn kommen würde, ist die Kombination von Sauerkraut mit Ananas. Der fermentierte Weisskohl in Form von Sauerkraut ist eine durch und durch deutsche oder zumindest mittel- und osteuropäische Angelegenheit. Nicht umsonst existiert der Spitzname "Krauts" für die Deutschen. Aber warum immer Würstchen, Kassler oder Braten zur beliebten Beilage? Frisches Sauerkraut enthält wesentlich mehr Vitamine als stundenlang gekochtes und schmeckt vermischt mit Ananas und Koriander ausgezeichnet – ein perfekter Wintersalat.

››› Susanne Salzgeber