Warenkunde: Kakao

Viel Sonne, hohe Luftfeuchtigkeit, kein Frost und wenig Wind – so mögen es die Pflanzen, die uns Kakao liefern. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in den tropischen Breitengraden rund um den Äquator.

Was macht den Bio-Anbau von Kakao aus? Und wie entsteht der einzigartige Geschmack?

Kakao und seine Bohnen: aus unspezifischem Geschmack wird Genuss

Theobroma Cacao L. ist ein kleiner, vier bis acht Meter hoher Baum. Aus seinen zarten Blüten entwickeln sich zahlreiche, etwa ein halbes Kilogramm schwere Früchte. Diese wiederum sind Herberge für 20 bis 50 Samen – Kakaobohnen genannt.

Ihre Ernte? Handarbeit. Ihr Geschmack? Unspezifisch und keinesfalls mit dem in Verbindung zu bringen, was man hierzulande unter Kakaogeschmack versteht. Das allseits beliebte Aroma entwickelt sich erst durch die weitere Verarbeitung: Fermentation, Trocknung, Röstung. Letzteres geschieht meist in Europa, allen voran in Deutschland und den Niederlanden.

Die wichtigsten Anbaugebiete aber liegen in Westafrika, allein die Elfenbeinküste erntet jährlich über zwei Millionen Kakao. Gehandelt wird der Rohstoff an Börsen in New York und London. Niedrige, und noch dazu schwankende Preise, treffen am meisten die Kleinbäuerinnen und  bauern in den Erzeugerländern.

Der Anbau von Bio-Kakao

Kakaobäume brauchen mehrere Jahre, bis sie groß genug sind, um Früchte zu tragen. Die für Bio-Äcker sonst typischen Fruchtfolgen (verschiedene Pflanzen folgen aufeinander) kann es hier also nicht geben. Doch klassische Monokulturen sind für eine Bio-Plantage keine Alternative.

Im Bio-Kakaoanbau gilt:

  • Verzicht auf Kunstdünger
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide

Sie setzen stattdessen auf Zwischenpflanzen, die die Böden vor Erosion schützen und mit Nährstoffen versorgen, Schatten spenden und Nützlingen Lebensraum bieten.

Auch spielt Kompost eine maßgebliche Rolle für den Humusaufbau und -erhalt des Bodens. Eine so bewirtschaftete Plantage bietet Vielfalt und gesunden Lebensraum für Tier und Mensch.