Molkerei Schrozberg

Friedemann Vogt, Geschäftsführer der Molkerei Schrozberg, stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb der Region Hohenlohe. Er versteht und kennt die Bauern.

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"Ja, mir machet vieles anderscht", feixt Friedemann Vogt, Geschäftsführer der Molkerei Schrozberg, auf Hohenlohisch. "Zuerscht a mol g’hört unser Molkerei de Baura", fährt er stolz fort. Das heißt, die Molkerei Schrozberg gehört den genossenschaftlich organisierten Bauern, deren Kühe die Milch für die Molkerei liefern. Von den rund 270 Genossenschaftsmitgliedern gehören 86 Bauern dem Demeter-Verband an. Jeder Bio-Joghurt, der in Schrozberg hergestellt wird, ist Joghurt aus Demeter-Milch. Die Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken eG existiert als sogenannte "Milchsammelstelle" seit 1900. Bereits seit 1974 produziert die Molkerei Schrozberg Demeter-zertifizierte Milch und Joghurts.

Warum gibt es auf der Hohenloher Ebene um Rothenburg ob der Tauber so viele Demeter-Bauern? Der Ursprung ist auf eine nach Rudolf Steiners Landbaumethode ausgerichtete Bauernschule aus den 1920er-Jahren in der Region zurückzuführen. Viele Bauern ließen sich von der Sinnhaftigkeit der bio-dynamischen Landwirtschaft überzeugen und arbeiten bis heute danach.

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Friedemann Vogt stammt selbst aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und weiß, wovon er spricht, wenn er die besondere Qualität der Demeter-Milch hervorhebt. "Demeter-Kühe bekommen viel mehr Grünfutter und weniger Kraftfutter. Man kann den höheren Anteil an essenziellen Fettsäuren in der Demeter-Milch nachweisen." Kraftfutter würde die Milchleistung der Kuh erhöhen. Daher gibt eine Demeter-Kuh mit 5.000 Litern im jährlichen Durchschnitt weitaus weniger Milch als eine konventionelle Kuh mit rund 10.000 Litern Milch pro Jahr. Demeter geht es nicht um die kurzfristige Milchleistung, sondern um die Lebensleistung der Kuh. Eine Demeter-Kuh darf durchschnittlich 8 Jahre lang Milch geben, und es geht bis zu 16 Jahre. Eine konventionelle Kuh ist nach drei Jahren Melken "durch".

Leidenschaftlich wird der Hohenloher, wenn es um die Hörner der Kühe geht. "Haben Sie schon mal gesehen, wie grausam das ist, wenn man einem Kälbchen die Hörner ablasert? Das Horn ist durchblutet, das heißt, der Vorgang ist sehr schmerzhaft!" Demeter stellt das Tierwohl in den Vordergrund und lehnt die Enthornung von Kühen ab. Vogt ist überzeugt vom Sinn der natürlichen Physiognomie der Tiere: "Die Natur hat für Wiederkäuer ein Horn oder ein Geweih vorgesehen, welches eine wichtige Funktion im natürlichen Kreislauf einnimmt. Warum sollte der Mensch da so brutal eingreifen?"

Zur Joghurt-Herstellung bei Schrozberg

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Ein konventionelles Sauermilchprodukt, wie der Joghurt, ist innerhalb von fünf bis sechs Stunden fertig. Auch hier macht es Friedemann Vogt anders. Grund: "Gut Ding braucht Weile." In Schrozberg lässt man der Milch 18 bis 22 Stunden Zeit, bis sie fermentiert als Demeter-Joghurt abgefüllt wird. Die Produktions- und Reifezeit ist abhängig von Jahreszeit, Milchqualität und den eingesetzten Milchsäurebakterien. Für ein optimales Ergebnis braucht es Kompetenz und Gespür für das Naturprodukt sowie eine blitzsaubere moderne Molkereianlage, die auf natürliche Weise in den fragilen Prozess der Milchfermentation eingreifen kann. Außerdem führen eine schonende Verarbeitung und eine langsame Säuerung zu einer besonders cremigen Konsistenz des Joghurts. 

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Die neueste Produkt-Idee ist Tim’s Frozen Yogurt. Die Molkerei Schrozberg stellt den fettarmen Joghurt mit der entsprechenden Fruchtmischung, wie zum Beispiel mit Mango-Maracuja, her. Und eine benachbarte Speiseeis-Manufaktur verarbeitet den Joghurt, der aus lebensmittelrechtlicher Sicht ein Speiseeis ist, zu Frozen Yogurt. Das Grundprinzip ist das gleiche: Das Eis, der gefrorene Joghurt, wird ausschließlich aus Demeter-zertifizierter Bio-Milch hergestellt.

Demeter Tierhaltungsstandards kurz gefasst

Demeter hat besonders hohe Tierhaltungsstandards. Sie fordern auf dem Hof:

  • artgerechte Fütterung mit reichlich Grünfutter, Heu und etwas Getreide vom eigenen Hof
  • 100 % Bio-Futter, davon mind. 80 % Demeter-Futter
  • mind. 50 % Futter vom eigenen Betrieb
  • wesensgemäße Haltung in meist kleineren Herden
  • Kühe werden nicht enthornt

Demeter-Standards bei der Verarbeitung von Milchprodukten bedeuten:

  • keine Homogenisierung der Milch (Der hohe Druck bei der Homogenisierung wirkt nachteilig auf die Milchqualität. Das so behandelte Milcheiweiß kann zu Unverträglichkeiten führen.)
  • Ultrahocherhitzen und ESL-Milch sind ausgeschlossen
  • ausschließlich Aromaextrakte (Auszüge und Konzentrate aus den jeweiligen Pflanzen), keine künstlichen Aromastoffe