Der vegane Festtagsbraten

Eine "echte“ Alternative – anstelle des Bratens aus Fleisch lässt sich nicht nur aus Fleischersatz, sondern auch aus Zutaten wie Linsen oder Maronen ein Festschmaus zaubern.

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Weihnachten, das Fest der Leibe! Besinnlichkeit, Harmonie und Zeit im Kreis der Familie stehen während der Feiertage ganz hoch im Kurs. (Ignorieren wir einfach mal den ganzen Stress um die passenden Geschenke …) Zum Weihnachtsfest gehört natürlich auch ein entsprechendes Menü. Wenn man also mit den Liebsten am Tisch sitzt und gebührend speisen will, sollte es etwas ganz Besonderes geben.

Gefüllter Truthahn, Kaninchen, Gänse- oder Schweinebraten, Ente – die Liste der Leckereien ist endlos. Aber warum alles immer mit Fleisch? Wobei, mal ehrlich gesagt (und im Sinne der festlichen Harmonie): Ich fände es gar nicht so schlimm, wenn man wenige Male im Jahr der "Fleischeslust" frönen und es dann so zelebrieren würde wie an Weihnachten. Geht es nicht vielmehr um das gedankenlose tagtägliche Essen, das am Ende zu dem übertriebenen Fleischkonsum in der Gesellschaft führt und das man hinterfragen sollte? Es muss ja nicht jeder gleich vegan werden, aber auf meinem Wunschzettel für die Gesellschaft steht Maßhalten dieses Jahr ganz oben. Und Nächstenliebe kann auch auf Tiere bezogen werden. Warum nicht?

Es gibt ganz unterschiedliche Statistiken über Vegetarier und Veganer, aber eins ist sicher: Es werden immer mehr. Wenn man also den Zahlen des Vegetarierbund Deutschland e.V. glaubt, so gibt es in Deutschland circa zehn Prozent Vegetarier und gut ein Prozent Veganer. Beim Essen mit der Großfamilie ist die Chance also entsprechend gegeben, dass sich eine Person am Tisch befindet, die den Truthahn verschmäht. Das muss nicht unbedingt die pubertierende Cousine sein, die "gerade ihre Phase hat". Vielleicht verzichtet ja auch Onkel Thomas, ein "ganzer Kerl", der sonst so gern Wurst aß, seit Neuestem und dauerhaft darauf, Tiere zu essen.

Der gemeinsame Nenner könnte also in diesem Jahr tatsächlich fleischlos heißen. Bevor die nackte Panik ausbricht, weil plötzlich die dritte Komponente auf dem Teller fehlen könnte: Sie erhalten einige gute Ergebnisse, wenn Sie "Festtagsbraten vegan" in die Suchmaschine eintippen. Es gibt zwar mittlerweile auch ganze Truthähne aus veganem Fleischersatz fertig zu kaufen, aber wahrscheinlich wären dann mindestens neun Familienmitglieder aus der Runde enttäuscht, denn ja: Es schmeckt einfach nicht wie ein echter Truthahn. Da liefert ein selbst gemachter "Hackbraten" aus Seitan, ein Fleischersatz mit jahrhundertealter Tradition im asiatischen Raum, schon deutlich bessere Ergebnisse.

Ich empfehle Ihnen jedoch Gerichte, die gewohnte, saisonale und "echte", also vollwertige Zutaten enthalten. Damit weckt man keine falschen Erwartungen bei der Oma und an Weihnachten soll es doch allen schmecken. Haben Sie schon einmal einen Maronenbraten gemacht? Oder einen Linsen-Nuss-Braten? Mit einer veganen Bratensauce, Rotkraut und Knödeln? Das schmeckt Onkel Thomas genauso wie Oma und sorgt für die gewünschte Harmonie. Versuchen Sie es doch einmal. Die besondere Portion Bio-Fleisch kann es ja wieder geben, wenn Onkel Thomas nicht dabei ist. Wenn Sie nicht auch ganz zur fleischlosen Ernährung übergehen.

Frohes Fest und eine besinnliche Zeit!