Baden

Baden ist mit 15.500 Hektar Rebfläche drittgrößtes Weinbaugebiet Deutschlands.

Platzhalter

Wohnt man in Berlin, blickt man seufzend und manchmal mit einem Hauch von Neid in die südlichste Großstadt Deutschlands. Freiburg im Breisgau hat das mildeste Klima und die meisten Sonnenstunden im Jahr. Die Reben des Tuniberg in direkter Nachbarschaft und einen Katzensprung vom Savoir-vivre-Land Frankreich entfernt, genießen die Freiburger eine hohe Lebensqualität.

Ebenso sonnenverwöhnt sind die Rebstöcke im Kaiserstuhl, der größten Weinregion Badens. Zwischen Freiburg und dem Rheintal erhebt sich dieses kleine Vulkangebirge, das von Menschen zu einer einzigartigen Kulturlandschaft geformt wurde. Staub aus dem Voralpengebiet hat sich in Vorzeiten hier abgelagert und eine fruchtbare Lössschicht entstehen lassen. Vulkanische Verwitterungsböden in Kombination mit den Lössschichten bestimmen die Terroir-Weine des Kaiserstuhls. Viele dort ansässigen Weinbaubetriebe zählen zu den Spitzenweingütern Badens, wenn nicht sogar Deutschlands. Jedes Fleckchen Erde ist hier mit Reben bestockt. Von den vielen Sonnenstunden begünstigt, wächst am Kaiserstuhl auf über 5.000 Hektar Fläche ein Drittel des badischen Weins.

Spätburgunder (oder Pinot Noir) ist die am meisten angebaute Rebsorte. Diese sensible rote Edel-Rebsorte mag es warm, aber nicht zu warm, bevorzugt kühlere Standorte, leidet aber unter Frost. Kapriziös und empfindlich wie sie ist, reagiert sie stark auf die Beschaffenheit des Bodens und entwickelt so unterschiedliche beerige, florale bis mineralisch-erdige Noten. Insgesamt ist die Burgunderfamilie im südlichsten deutschen Weinanbaugebiet am stärksten vertreten. Die weißen Rebsorten Weiß- und Grauburgunder sowie Chardonnay zählen dazu: Weine, deren Aromenspektrum von zitrisch über gelbfruchtig bis mandelig-nussig reicht. Sie erweisen sich als dankbare und anpassungsfähige Essensbegleiter, je nach Ausprägung zum badischen Spargel, Schwarzwälder Schinken oder sämtlichen Spätzle- und Flammkuchen-Gerichten. Die badische Variante des elsässischen Flammkuchens heißt Dinnele, während Spätzle schon mal Knepfli genannt werden. Hinter Brägili verbergen sich Bratkartoffeln und einen schmackhaften Kräuterquark nennen die Badener Bibiles Käs. Angesichts dieser kulinarischen Vielfalt und der alemannischen Sprachtradition bleibt einem nur noch, einen guten Appetit zu wünschen: "Ä Guede"!

Die Region Baden

Die insgesamt 15.500 ha umfassende Rebfläche in Baden verteilt sich auf 9 Bereiche, die sich über 300 km entlang der Oberrheinischen Tiefebene erstrecken: vom Bodensee, Markgräflerland, Tuniberg, Kaiserstuhl, Breisgau, von der Ortenau, dem Kraichgau und der badischen Bergstraße bis ins nördlich gelegene Tauberfranken. Jede Region ist von einem eigenen Klima und speziellen Bodenstrukturen geprägt.