Die Neue Welt

Südafrika betreibt auf 110.000 Hektar Rebfläche Weinbau und Argentinien auf 225.000 Hektar Rebfläche.

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Es ist April, bei uns hält der Frühling Einzug. In Argentinien und Südafrika beginnt gerade der Spätherbst. In den beiden auf der Südhalbkugel der Erde gelegenen Weinanbauregionen ist die Weinlese 2015 schon eingeholt und die Weine gären blubbernd in den Kellern. (Hierzulande beginnen die Rebstöcke erst Ende April, Anfang Mai zu blühen.) In beiden Ländern herrschen extreme klimatische Bedingungen für den Weinbau: In Südafrika, rund um Kapstadt, ist es eigentlich zu warm. Doch zum Glück gibt es den Benguelastrom, eine kühle Meeresströmung, die von der Antarktis kommt. Durch seine Wirkung entsteht in den Weinbaugebieten, die sich überwiegend in der Provinz Westkap befinden, ein gemäßigtes maritimes Klima, das für die Reben bestens geeignet ist.

In Argentinien, vor allem in der bedeutendsten Weinbauregion Mendoza, bestimmen die Anden das Klima. Extrem trockene und heiße Sommer erfordern eine Temperaturregulierung durch den Anbau der Rebstöcke in kühleren Höhenlagen. Auf 1.300 Metern ist Weinbau problemlos möglich, das kann aber auch bis zu 3.000 Meter Höhe im Norden Argentiniens reichen. Für die Bewässerung ist das Schmelzwasser der über 6.000 Meter hohen Anden unerlässlich. Malbec, Chardonnay und Cabernet Sauvignon sind die am meisten angebauten Rebsorten in Argentinien. Viel Sonne ermöglicht reifes Traubengut und damit gehaltvolle, fruchtbetonte Weine.

Weinanbau in Südafrika

Ebenso in Südafrika: Die aus den Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Cinsault gekreuzte Sorte Pinotage passt sich perfekt dem Klima an und ergibt samtig-warme und aromatische Rotweine. Würziger und meist körperreicher fallen Rotweine der Rebsorte Syrah, in Südafrika Shiraz genannt, aus. Chenin Blanc ist die in Südafrika am meisten angebaute weiße Rebsorte. Sie stammt ursprünglich von der Loire in Frankreich.

In beiden Ländern wurde der Weinbau von den Kolonisatoren eingeführt. Die Spanier brachten im 16. Jahrhundert europäische Reben nach Argentinien, während die Holländer 100 Jahre später in Kapstadt ankamen. Wesentlich erfreulicher als die Geschichte von Kolonialherrschaft, Militärdiktatur und Apartheid sind die kulinarischen Genüsse und Gemeinsamkeiten. Allen voran: das Grillen, in Argentinien "Parrillada" und in Südafrika "Braai" genannt. Es ist in beiden Ländern eine Art Volkssport, den man stundenlang in Gesellschaft zelebriert. Und ohne "Carne", also Rindfleisch, in Argentinien undenkbar. Riesige Mengen und beeindruckend große Stücke rösten über dem offenen Feuer oder auf Holzkohle. Dazu ein würzbetonter Malbec. Ein Geschmackserlebnis, das Vegetariern verwehrt bleibt. In Südafrika kommen auch Meeresgetier und Wild auf den Grill. Die südafrikanische Küche hat viele Gesichter und ist genau wie die Bevölkerung des Landes ein Schmelztiegel der verschiedenen Kulturen. Currys und Biryanis (Reisgerichte) stammen von der indischen und malaysischen, Biltong (getrocknete Fleischstreifen) von der burischen, Pies (gefüllte Pasteten) von der englischen und Mealie Pap (Maisbrei) von der afrikanischen Küche ab. In Argentinien hat die Hälfte der Bevölkerung italienische Wurzeln, hervorragende Pizza und Pastagerichte gibt es an jeder Ecke. Nicht zu vergessen die mit Käse, Fleisch oder Gemüse gefüllten Teigtaschen, Empanadas genannt. Und dazu ein Glas Wein …

Stellar Organics

Das Weingut, im südafrikanischen Anbaugebiet Western Cape (Westkap) gelegen, ist ein verlässlicher Arbeitgeber für über 200 einheimische Mitarbeiter und ihre Familien. 2003 erlangte Stellar als erstes Bio-Weingut Südafrikas die "Fairtrade"-Zertifizierung nach FLO-Standards, seit 2011 hat es außerdem die Zertifizierung "Fair for Life". Mit den Geldern aus dem fairen Handel konnten die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in den letzten zwölf Jahren erheblich verbessert werden.