Württemberg und Pfalz

Württemberg betreibt auf 11.000 Hektar Rebfläche Weinbau, die Pfalz auf 23.000 Hektar Rebfläche.

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Ein Württemberger ohne Wein, kann der ein Württemberger sein?" Als echter Schwabe und Rebensaft-Sympathisant wusste Friedrich Schiller (1759–1805), wovon er da sprach. Noch heute exportiert das "Ländle" nur einen geringen Teil seiner einheimischen Weine. Sie trinken ihre Trollinger und Lemberger eben lieber selbst. Kein Wunder – der hellrote, oftmals an einen Rosé erinnernde Trollinger erweist sich als unkomplizierter Essensbegleiter. Vor allem bei Grillfesten leicht gekühlt genossen zeigt er seine Stärken, die mehr in Fruchtnoten als markantem Tannin liegen. Auch Maultäschle, Krautkrapfen, Käs-Spätzle und Konsorten lassen sich gern mit dem zarten Roten ein. Wenn es kräftiger sein soll, greift man zu einem Lemberger, zu dem sich ein Zwiebelrostbraten stark hingezogen fühlt. Insgesamt baut man in Württemberg 70 Prozent rote und 30 Prozent weiße Rebsorten an. Geschützt von den Mittelgebirgen Schwarzwald und Schwäbische Alb erlangen die blauen Trauben an den Ufern des Neckars und seinen Nebenflüssen eine gute Reife.

Südpfalz

Noch milder als am Neckar ist es in einem der wärmsten Weingebiete Deutschlands überhaupt: in der Pfalz. Während die Südpfalz mehr rote Rebsorten anbaut, verfügt die Nordpfalz, die Mittelhaardt, mit über 5 000 Hektar über das größte zusammenhängende Riesling-Anbaugebiet der Welt. In den besten Lagen Deutschlands setzen namhafte Traditionsweingüter wie Dr. Bürklin-Wolf auf die Edelrebsorte Riesling. Vielseitig wie keine andere spiegelt die Rebsorte das Terroir wider. Somit zeigt sich die Bodenvielfalt der Pfalz in den unter­schiedlichen Riesling-Stilistiken. Noch im 19. Jahrhundert zählte Riesling aus Deutschland zu den teuersten und begehrtesten Weinen überhaupt. Die römische Kelter in Bad Dürkheim-Ungstein belegt, dass bereits die Römer vor 2.000 Jahren den Weinbau in die Pfalz brachten. Auch sie schätzten die liebliche Landschaft sowie die hervorragenden klimatischen Bedingungen: Geschützt vom Haardt-Gebirge und dem Pfälzer Wald sorgen nahezu 2.000 Sonnenstunden im Jahr für das reife Fruchtaroma und die intensive Saftigkeit der Pfälzer Rieslinge. Ihre rassige Säure lässt gehaltvolles Essen geradezu schlank erscheinen – egal ob beim klassischen Pfälzer Saumagen mit Bratkartoffeln oder sonstigen deftigen Gerichten aus Kartoffeln, den sogenannten "Pälzer Grumbeeren". Diverse Kartoffelknödel wie "Hoorische Knepp" oder "Pälzer Schneebällcher" saugen gehaltvolle Saucen liebend gern in sich auf – oder erfreuen auch Vegetarier, serviert mit brauner ausgelassener Butter. Dazu ein Glas Riesling und die Leichtigkeit des Lebens bestimmt den Tag.

Schon gewusst?

Trollinger aus Württemberg ist die gleiche Rebsorte wie Vernatsch aus Südtirol Lemberger heißt die Rebsorte in Württemberg, in Österreich heißt sie Blaufränkisch Schwarzriesling hat nichts mit Riesling zu tun, sondern gehört zu den roten Burgundern. Als Pinot Meunier ist sie eine der drei klassischen Champagner-Rebsorten.