Schweineglück im Schwäbischen

Bernd Locher

Schweine haben es Bernd Locher angetan. Und Regenwürmer. Und natürlich die Überzeugung für Bio, denn das eine gehört zum anderen. Doch der Reihe nach. Der 37-Jährige aus Sauggart im Schwäbischen ist Bauer der achten Generation auf dem elterlichen Hof. Schon als Bub gehörten Zuchtsäue zum Alltag von Bernd Locher. Vater Karl führte den Hof, wie man in den 70er- und 80er-Jahren einen landwirtschaftlichen Zuchtbetrieb führte: konventionell, das heißt auf möglichst viel Ertrag ausgerichtet. Als Sohn Bernd zur Freude des Vaters in den Betrieb einsteigt, bringt er, den Schwung der Jugend nutzend, frischen Wind in die Schwei­nehaltung. Vater und Sohn beginnen mit effektiven Mikro­organismen, Homöopathie, Pflanzenkohle und Gesteinsmehl zu experimentieren. Mit Erfolg, denn der Gesundheitszustand der Schweine verbessert sich, Antibiotika bleiben fortan häu­figer im Schrank. "Die Erfahrung, dass natürliche Mittel letztendlich besser wirken als chemisch-synthetische Präpa­rate, hat uns den Weg zu Bio geebnet", sagt Bernd Locher. Im Sommer 2015 ist es so weit. Bernd Locher stellt mit dem Segen seines anfänglich noch skeptischen Vaters auf Bio um. Mit­hilfe eines Naturland-Beraters werden alle Betriebszweige auf die ganzheitliche Bewirtschaftung vorbereitet. Gleichzeitig bewirbt Locher sich um eine Förderung durch die Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI). Die Umstellung erfordert Investitionen, vor allem in den bio- und Naturlandgerechten Umbau des Schweinestalls. Der ABBI-Beirat stimmt zu, Bernd Locher ist erleichtert: "Jetzt können wir den notwendigen Auslauf bauen und die Spaltenböden ersetzen." Der Clou des Stalles wird der Einstreuroboter.

An der Decke angebracht, führt dieser immer die richtige Menge sauberen Strohs zu den Tieren. Sogar das von Schweinen so geliebte Kleegras kann mit ein­gelegt werden. Dreimal so viel Platz, Auslauf an der frischen Luft und Einstreu – was ändert sich noch? "Die Tiere dürfen jetzt ihre Ringelschwänze behalten", freut sich Bernd Locher. Sie bekommen sogar Musik vorgespielt. Musik? "Ja, da sind sie viel entspannter!" Und warum das Faible für Regenwürmer? "Sie belüften meine Ackerböden, lassen Humus entstehen und sorgen für eine bessere Wasseraufnahme." ­Ideale Voraussetzungen also für den Anbau von Weizen, Klee, Erbsen und Luzerne und somit für eigenes Bio-Schweinefutter. Und die letzte Frage: seine wichtigste Erkenntnis bei der Umstellung auf Bio? Bernd Locher schmunzelt: "Wer Bio-Schweine will, muss auch Regenwürmer lieben."

››› Volker Laengenfelder