Bohlsener Mühle – Von echtem Brot und Korn

Kurz gefasst

  • Hersteller von frischen Backwaren (Brote, Brötchen), Keksen, Kuchen, Snacks und Snäckebroten, Müsli und Cerealien sowie Burgern und Couscous-Salaten
  • 1979 durch Volker Krause auf Bio umgestellt
  • Mitarbeiter 250

Über 700 Jahre Müller-Handwerk

In der Lüneburger Heide bei Uelzen liegt der kleine Ort Bohlsen. Das Besondere: Er ist einer der ältesten Mühlenstandorte Deutschlands! Seit über 700 Jahren wird in Bohlsen am Fluss Gerdau das Müller-Handwerk ausgeübt. 1979 übernahm Volker Krause den elterlichen Betrieb und stellte die Bohlsener Mühle auf Bio um. Zusammen mit Bäckermeister Helmut Vollmer erweiterte er das Unternehmen um eine Bio-Bäckerei sowie Backstraßen, einen Müslimischer und Verpackungsanlagen.

Die Verbundenheit zu Bohlsen und Umgebung ist seit der Gründung stark: Die Rohstoffe, darunter auch alte Sorten wie Einkorn und Emmer, stammen möglichst aus Norddeutschland. Die ältesten Beziehungen zu Lieferanten bestehen bereits, seit Volker Krause das Unternehmen gegründet hat. Hier kommt auch schon einmal der Landwirt aus dem Wendland mit dem Trecker vorbei und lädt sein Getreide direkt ab. Unter den Landwirten gibt es einige, die besondere Freude daran haben, Neues auszuprobieren. Zu den jüngsten Projekten zählt Quinoa aus Deutschland. Für mehr Vielfalt und kurze Wege!

Verarbeitung bester Bio-Rohwaren

Wird Getreide angeliefert, kommt es direkt in die namensgebende Mühle. Hier wird es durch Sortierung mit Sieben weiter gereinigt, die neueste Errungenschaft ist ein Farbausleser mit 10.000 Scans pro Sekunde. Fehlerhafte Körner werden per Luftstrom rausgepustet. Auch hier verbindet sich wieder Tradition mit Moderne, denn ein paar Meter unter der Hightech-Anlage befinden sich Turbinen aus den 1930er-Jahren, die per Wasserkraft des Baches Gerdau die Walzenstühle antreiben. Flocken produziert man, indem die Körner 40 bis 60 Minuten bei 80 bis 100 Grad Celsius gedämpft, anschließend zwischen zwei Walzen gequetscht, getrocknet und schließlich gekühlt werden.

Von der Mühle kommt ein Teil der Mehle direkt in die Bäckerei. Hier werden unterschiedlichste Produkte, von hell bis dunkel und von süß bis herzhaft, gebacken – unter anderem für die Alnatura Bäckereitheken in Bremen und Hamburg. Für die Herstellung der Teige nimmt man sich viel Zeit, sie dürfen 13 bis 23 Stunden stehen und ihr Aroma voll entfalten. Auf heißen Steinplatten werden die Teige angebacken und kräftig ausgebacken. Die Kruste, die hierbei entsteht, ist wie ein Aromamantel, der den Geschmack ins Brot hineinbringt.

Während die Backwaren aus der Bäckerei regional vertrieben werden, kommen die Produkte aus der Feinbäckerei bundesweit in die Regale. Hier werden Snäckebrot, Crunchys und Kekse im Drei-Schicht-Betrieb hergestellt. Im Unterschied zur konventionellen Produktion werden keine Enzyme und Hilfsstoffe verwendet, sondern nur ursprüngliche Zutaten. Der Prozess ist schwieriger und nicht so stabil, aber das macht es auch so viel spannender. Das verbindende Element des ganzheitlichen Ansatzes scheint die Begeisterung der Menschen zu sein – und die kann man schmecken.