Mein Gemüsegarten im September

Der Spätsommer hält Einzug! Und mit ihm die kürzer werdenden Tage und meist deutlich milderen Temperaturen.

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Heiße Hochsommersonne wäre jetzt auch fehl am Platz, denn im Garten gibt es noch viel zu tun: Die Ernte muss eingeholt werden. Schließlich sind die Rote- Bete-Knollen kugelrund, der Weißkohl steht prächtig und das Laub der Kartoffeln ist seit einigen Tagen verwelkt – ein Zeichen dafür, dass wir mit Grabgabel und Erntekorb loslegen können. Ein emsiges Tun, bei dem auch die Kinder fröhlich helfen und das für den ein oder anderen Misserfolg entschädigt. Fehlschläge, die uns vor Tagen noch ärgerlich gestimmt haben, sind so gut wie vergessen. Es ist nicht mehr so wichtig, wer uns eigentlich die Möhren angeknabbert, die Bohnenblüten vertilgt oder die vielen Löcher in die Kohlrabiblätter gebissen hat. Dafür haben wir reichlich Gurken und Tomaten. Und von denen sammeln wir nun auch ein paar Samen für das nächste Jahr, schließlich haben wir samenfeste Sorten gepflanzt. Überhaupt wäre es schade, wenn man jetzt nur an das Essen der nächsten Wochen denkt. Auch Blumensamen gibt es gerade in Hülle und Fülle – Sonnen- oder Ringelblumen beispielsweise. In kleine selbst gemachte Tütchen verpackt – eines der ersten Weihnachtsgeschenke für Großeltern, Tanten und Co.

Am Abend liegt das abgeerntete Beet brach vor uns. Und ich weiß, es wäre falsch, wenn wir es so dem Winter übergeben würden. Regen und Schnee könnten die oberste Humusschicht abtragen, wertvolle Nährstoffe würden in der unteren Wiese landen. Auch das Austrocknen und damit eine harte Erde im nächsten Frühjahr könnte die Folge sein. Die Gegenmaßnahme? Gründüngung säen, Phazelie oder Zottelwicke beispielsweise. Diese Pflanzen haben ein ausgeprägtes, tief reichendes Wurzelsystem, mit dem sie den Boden lockern und Nährstoffe anreichern können. Jetzt im September ausgesät, haben die Samen noch genügend Zeit, um zu keimen und zu wachsen. Der erste Frost wird die Pflanzen absterben lassen – eine Art schützende Decke bleibt dann auf der Erde zurück.

So viel zum Boden, doch auch um höhere Gefilde sollte man sich kümmern. Mein alter Apfelbaum braucht Unterstützung, denn hier hat sich der Frostspanner eingenistet. Im Frühjahr haben wir erstmals die kleinen hellgrünen und eigentlich recht niedlichen Raupen entdeckt, etwas später dann die löchrigen Blätter und angenagten Blüten. Ein Leimring, fest am Baumstamm angebracht, soll Abhilfe schaffen und eine allzu große Vermehrung des Schädlings verhindern. Das nächste Frühjahr wird es zeigen.