Von der Baustelle zum Laden

Wie entsteht eigentlich eine Alnatura Filiale?

Bevor eine neue Filiale eingerichtet und eröffnet werden kann, benötigen wir zu allererst einen geeigneten Standort. Unsere Akquisiteure aus der Abteilung Expansion suchen im gesamten Bundesgebiet danach. Wichtige Kriterien sind Einwohnerzahl und Kaufkraft sowie vorhandenes Interesse für Bio-Lebensmittel. Aber auch die Lage ist von großer Bedeutung, sprich: ob eine Filiale gut erreichbar ist, es dort schon Kunden durch andere Geschäfte gibt, und auch Parkplätze spielen mittlerweile eine wichtige Rolle. Bei dem Objekt selbst sind die Größe der Ladenfläche und der Nebenräume, mögliche Lagerflächen sowie der Zuschnitt des Ladenlokals, die Schaufensterbreite und eine ebenerdige Lage wichtig. Wenn ein potenzielles Ladenlokal den gestellten Anforderungen entspricht, begutachten weitere Mitarbeiter anderer Abteilungen den Standort – vor allem die Beurteilungen des Vertriebsleiters und des zuständigen Gebietsverantwortlichen sind wichtig, da sie später für den wirtschaftlichen Erfolg einer Filiale geradestehen. Schließlich verhandeln Akquisiteur und Vermieter die Mietkonditionen, besprechen bauliche Fragen und die werbliche Darstellung der Filiale. Jetzt wird außerdem eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt, in der viele Faktoren wie die zu erwartenden Investitionen und natürlich der prognostizierte Umsatz eine wichtige Rolle spielen.

Mit der Ladenplanung wird schon im Laufe der Mietverhandlungen begonnen, insbesondere wenn der Zuschnitt des Ladenlokals nicht so einfach ist. Spätestens nach Abschluss des Mietvertrages wird die Planung im Detail ausgeführt. Je nachdem welche Größe die Ladenfläche hat, wird auch die Sortimentsgröße festgelegt. Sortimente können in den einzelnen Bereichen unterschiedlich kombiniert werden. So kann es je nach Lage zum Beispiel einen größeren Frische-Bereich oder ein größeres Naturkost-Sortiment geben. Das erklärt, warum nicht jede unserer Filialen alle Artikel führt, die es in den großen Alnatura Super Natur Märkten gibt. Auf den ersten Blick sehen unsere Filialen sehr ähnlich aus. Trotzdem ist jeder Laden wie eine eigene Persönlichkeit, der wir uns auch immer individuell zuwenden. Die verschiedenen Sortimente haben zwar definierte Flächen, und auch die Abfolge im Laden ist weitgehend festgelegt. So befinden sich Bäckerei und Käsetheke fast immer im Eingangsbereich, Obst und Gemüse hat wie ein Marktplatz in der Ladenmitte seinen Platz. Je nach Zuschnitt des Ladenlokals gibt es aber viele Variationen.

Die Ladenplanung ist dadurch immer ein neuer, kreativer Prozess, denn nur so kann die Filiale später lebendig wirken. Wenn die Planung der Ladenfläche sowie aller Nebenräume abgeschlossen ist, arbeitet ein Partner-Architekturbüro alles in ein Computerprogramm ein, ergänzt die Technikplanung und erstellt Entwürfe für notwendige Bauanträge. Die Pläne müssen immer aktuell sein und dienen als Grundlage für Ausbau und Einrichtung der Filiale. Der Ausbau kann sehr unterschiedlich gestaltet werden: Ein Laden in der Innenstadt hat zum Beispiel einen anderen Fußboden, andere Beleuchtung und einen anderen Werbeauftritt als ein Markt im Gewerbegebiet.

Mit dem Ausbau beginnen wir etwa elf Wochen vor der Eröffnung. Hier sind viele Handwerksfirmen tätig, die schon sehr lange mit Alnatura partnerschaftlich zusammenarbeiten. Die Firma Artifex etwa begleitet uns seit der ersten Alnatura Filiale und betreut den gesamten Bauablauf von der Planung bis zum letzten Pinselstrich. Unsere Mitarbeiter der Abteilung Einrichtung führen die Einbauten mit Hilfe von Schreinern selbst durch. Wir verwenden dabei vor allem Materialien aus Naturstoffen wie Holz, Glas, Metall oder Stein sowie Naturfarben. Die gestaltete Decke besteht beispielsweise aus recyceltem Aluminiumblech. Besonderen Wert legen wir auch auf eine saubere Trennung der Bauabfälle.

Das Wichtigste bei der Entstehung eines Ladens ist, ihn wie einen lebendigen Organismus zu betrachten, dem man sich mit Liebe zuwendet, und dass alle Beteiligten mit Freude und mit ganzem Herzen während des gesamten Prozesses dabei sind, denn: "Geist ist nie ohne Materie, Materie nie ohne Geist" (Rudolf Steiner).