01.10.2016

Was machen die Künste in der Berufsausbildung?

Alnatura fördert kulturelle Bildung im Kontext der Berufsausbildung und beteiligt sich auf europäischer Ebene an einem Austausch zu diesem Thema im Projekt Manucultura.

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Künstlerisches Arbeiten knüpft an die gestalterischen, schöpferischen Potenziale des Menschen an. Im künstlerischen Tun kann der Umgang mit offenen Situationen, das heißt aus der Erfahrung, dem Erleben und dem Wahrnehmen heraus Entscheidungen für das weitere Vorgehen zu treffen, erlernt werden. Diese Handlungsweise, sich jederzeit offen und neu auf sich verändernde Situationen einstellen zu können und sie aktiv zu gestalten, ist notwendig für komplexe berufliche Herausforderungen.

Künstlerisches Arbeiten kann auch im Kontext der Berufsausbildung diese Fähigkeiten unterstützen und herausbilden. Mit "Abenteuer Kultur" und "FilialART" bietet Alnatura seit vielen Jahren künstlerisch-kulturelles Arbeiten als integralen Bestandteil der Berufsausbildung an. Lehrlinge erhalten damit die Chance, durch künstlerische Arbeiten ihre sozialen Kompetenzen weiterzuentwickeln und ihre Persönlichkeit zu stärken.

Weil das Potenzial und die vielfältigen Möglichkeiten künstlerisch-kultureller Methoden im Bereich der Berufsausbildung bei Alnatura einen hohen Stellenwert haben, freut man sich in der Arbeitsgemeinschaft sehr, dass mit dem Projekt MANUCULTURA auch auf europäischer Ebene Interesse an diesem Thema und die Möglichkeit zum Austausch besteht.

Austausch auf europäischer Ebene.

Insgesamt fünf Länder beteiligen sich an dem von der EU geförderten zweijährigen Erasmus+Projekt MANUCULTURA. Im Fokus steht der Erfahrungsaustausch über Ideen und Potenziale von kultureller Bildung im Kontext der Berufsausbildung. Die beteiligten Partner bringen jeweils länderspezifische Erfahrungen und Perspektiven ein. So wird eine Bearbeitung und Weiterentwicklung des Themas aus der Sicht von Betrieben, aus der Sicht von Berufsschulen und aus der Sicht von Kultureinrichtungen möglich.

Austausch auf persönlicher Ebene.

Das MANUCULTURA-Projekt zielt darauf ab, die Erfahrungen der Projektpartner durch die Methoden und Techniken kultureller Bildung zu bereichern. Mithilfe eines Fragenkatalogs sollen Best-Practice-Ansätze ermittelt und gemeinsam Empfehlungen entwickelt werden. In diesem Sinne trafen sich die Beteiligten zu einem Projekttreffen in der Unternehmenszentrale von Alnatura. Bei dieser Gelegenheit bot man den Partnern praktische Einblicke in die Alnatura Projekte "Abenteuer Kultur" und "FilialART". Sylvia Hathazy, Regisseurin und verantwortlich für die Theaterworkshops "Abenteuer Kultur", zeigte Ausschnitte vergangener Theaterinszenierungen der Lernenden. Zudem hatten die EU-Partner bei Theaterproben Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und die Lehr­linge beim Einstudieren eines Tanztheater-Stückes zu erleben.

MANUCULTURA-Projekt

Auch in das Projekt "FilialART" konnten die Projektpartner eintauchen. In der Alnatura Filiale im hessischen Alsbach gab Natascha Böcker, Referentin im Unternehmen und Künstlerin, praktische und theoretische Einblicke in ­das Projekt, bei dem das künstlerische Arbeiten mit Lehrlingen mitten im Arbeitsalltag stattfindet. Die Filiale wird quasi zum Atelier und zum Ausstellungsraum.

Nicht nur Alnatura selbst, auch die Partner aus den Ländern stellten im Rahmen des Treffens ihre Projekte vor.

Darunter unter anderem das Projekt "trick my film" als Beitrag von KulturKontaktAustria, bei dem Lehrlinge gemeinsam mit Künstlern einen Film über ihre Berufsausbildung entwickelten und Materialien aus ihrem beruflichen Kontext nutzten. Auch das Arken-Museum aus Ishoj in Dänemark und das Museum für Moderne Kunst aus Zagreb in Kroatien stellten künstlerisch-kulturelle Projekte mit Lehrlingen vor.

Folgeprojekte sind geplant.

Neben den Verantwortlichen bei Alnatura und den Lehrlingen erleben auch die Projektpartner den europäischen Austausch als sehr bereichernd und arbeiten aktuell an einem Folgeprojekt. Wer mehr über die jeweiligen Projekte erfahren möchte, findet auf der Internetseite manucultura.net zahlreiche Beispiele und Empfehlungen für die erfolgreiche Umsetzung von kultureller Bildung im Kontext der Berufsausbildung.

››› Natascha Boecker, Referentin (Filialen)

The project MANUCULTURA is funded by the European Commission. The content of this document shows the authors’ point of view. The NA for LLL and the European Commission are not liable for the use of included information.

Aktuelle Ergebnisse des Projektes finden Sie unter >> https://manucultura.net/recommendations/

MANUCULTURA Projektpartner

MANUCULTURA-Projektpartner

Die koordinierende Einrichtung KulturKontaktAustria ist an der Schnittstelle zwischen Schule, Kunst und Kultur tätig. Das "Programm K3 – Kulturvermittlung mit Lehrlingen" ist ein für die duale Lehrlingsausbildung entwickeltes Programm, das in Österreich erfolgreich umgesetzt wird. Das Museum für Zeitgenössische Kunst in Zagreb entwickelt für Lehrlinge neue, kreative Ansätze in der Vermittlungsarbeit. Das Arken-Museum für Moderne Kunst in Dänemark nutzt moderne Kunst als Anknüpfungspunkt für die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen im beruflichen Kontext. Das CESIE, ein europäisches Studien- und Initiativen-Zentrum mit Sitz in Italien, erforscht neben anderen Themenfeldern innovative Bildungsansätze im Kontext der beruflichen Erstausbildung.