Kinderarbeit stoppen – Die Schule ist der beste Ort

Alnatura unterstützt kinderarbeitsfreie Zone.

Die Menschen in Simbabwe kämpfen jeden Tag aufs Neue um ihr Überleben. Das Land ist mit vielen wirtschaftlichen und sozialen Problemen konfrontiert und Teile der Bevölkerung wandern darum in andere Länder aus, vor allem nach Südafrika, um dort den Lebensunterhalt zu sichern. Diejenigen, die sich entschieden haben, in Simbabwe zu bleiben, haben es schwer. Mehr als 1,6 Millionen Simbabwer werden im kommenden Frühjahr auf Nahrungsmittelhilfe der Internationalen Gemeinschaft angewiesen sein, erklärte das Welternährungsprogramm im Sommer dieses Jahres. Mit dem wirtschaftlichen Abwärtstrend geht auch der Abbau im Sozialwesen einher: Bildungs- und Gesundheitssektor leiden besonders darunter. Darüber hinaus sind auch immer wieder politische Spannungen zu beobachten, die im Vorfeld der Wahlen stets für gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen regierungstreuen Anhängern und Oppositionellen ihren Niederschlag finden. Zuletzt wurde 2013 gewählt, die nächsten Wahlen sind für 2018 geplant.

Unter diesen Folgen leiden besonders die Schwachen der Gesellschaft: Kinder, Frauen und alte Menschen. Die abnehmende Wirtschaftsleistung hat eine Zunahme der arbeitenden Kinder zur Folge. Um die Ernährung zu sichern, werden immer häufiger Kinder von der Schule genommen. Sie müssen zum kargen Verdienst der Familie beitragen, entweder auf dem eigenen Stück Land oder als Hausmädchen in fremden Haushalten. Häufig werden sie auch von fragwürdigen Händlern an kommerzielle Farmen vermittelt, wo sie gegen einen geringen Lohn schwerste Arbeit verrichten müssen, anstatt zur Schule zu gehen. Aber auch immer mehr Lehrer kehren ihren Schulen den Rücken. Der Beruf ist sehr schlecht bezahlt, viele Schulen sind in schlechtem Zustand. Die Qualität der Bildung hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen.

Um die Entwicklung zunehmender Kinderarbeit aufzuhalten, unterstützt terre des hommes in Kooperation mit Alnatura das Netzwerk CACLAZ (Coalition Against Child Labour in Zimbabwe). Hier haben sich drei verschiedene Organisationen zusammengetan, um Kinder zurück in die Schule zu bringen: Eine Lehrergewerkschaft, eine Kinderschutzorganisation und eine Farmarbeitergewerkschaft. Ihr Ziel: Die Einrichtung einer kinderarbeitsfreien Zone. Ihr Motto: "Kinderarbeit stoppen – Schule ist der beste Ort". Dies wird im Distrikt Chiredzi im Südosten Simbabwes, an der Grenze zu Südafrika und Mosambik, umgesetzt. Alnatura unterstützt dieses Projekt: Von jeder verkauften Packung der neuen Alnatura Afrika Café-Pads fließen 20 Cent nach Simbabwe.

Das Projekt beinhaltet drei thematische Ansätze:

  1. Aufklärung der Dorfbewohner über die verschiedenen Arten der Kinderarbeit: Was ist eine akzeptable Form der Kinderarbeit und ab wann werden Kinder ausgebeutet? Die bislang herrschende Auffassung, Kinderarbeit könne ein Ausweg aus der Armut sein, wird kritisch beleuchtet. Auf politischer Ebene werden Entscheidungsträger mit verschiedenen Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit auf die problematische Bildungssituation arbeitender Kinder hingewiesen.
  2. Übergangsschulen bereiten Schulabbrecher auf die reguläre Schule vor. Hier wird auf die besondere Situation arbeitender Kinder eingegangen. In der Regel besuchen die Kinder diese Übergangsschule für sechs Monate. Sollte dieser Zeitraum nicht ausreichen, können weitere sechs Monate folgen.
  3. Kindern, Lehrern, Gemeindevorstehern und Eltern macht CACLAZ die elementare Bedeutung von Bildung für die Entwicklung der Kinder deutlich. Sie ist der Schlüssel zum Ausweg aus der Armut und für ein Leben ohne ausbeuterische Kinderarbeit. Kinder haben das Recht auf Schulbildung.

In der ersten Phase des Projekts gehen bereits 350 Kinder wieder zur Schule. Das Netzwerk CACLAZ und terre des hommes sind davon überzeugt, dass Armut nur dann besiegt werden kann, wenn Kinder zur Schule gehen und eine gute Bildung erhalten.

››› Gastbeitrag von terre des hommes

Kinderarbeit in Simbabwe

Nach den letzten Untersuchungen von CACLAZ aus dem Jahr 2007 arbeitet fast die Hälfte aller Kinder zwischen 5 und 17 Jahren. Rund 60 Prozent dieser Kinderarbeiter sind in der Landwirtschaft tätig. Am häufigsten müssen Kinder in der südlichen Provinz Masvingo arbeiten, auch hier sind die meisten arbeitenden Kinder in der Landwirtschaft tätig. Die Mehrheit der arbeitenden Kinder geht nicht mehr zur Schule. Aus Masvingo wandern viele Kinder in der Hoffnung auf bessere Verdienstmöglichkeiten nach Südafrika aus. Häufig ist jedoch das Gegenteil der Fall: Kinder fallen in die Hände von Kinderhändlern und werden ausgebeutet. Mit dem Projekt CACLAZ, dass Sie mit dem Kauf der Alnatura Projekte Afrika Café-Pads unterstützen können, soll dem aktiv entgegengewirkt werden. Unter dem Motto "School is the best Place" arbeitet das Projekt mithilfe von Bildungsinitiativen und politischem Einsatz für eine Zukunft der Kinder jenseits von ausbeuterischer Arbeit.