Vivani

Ein weicher, warmer Duft umhüllt uns. Ein Duft, der Geschmacksknospen süße Seligkeit verspricht. Die Vivani-Schokoladenlust. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen der „Schokoladenfabrik“ geschaut.

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"Allem kann ich wiederstehen, nur der Versuchung nicht" – treffender als mit Oscar Wildes Worten kann die Lust auf Schokolade wohl kaum beschrieben werden: eine Lust, die uns bereits beim Betreten der über 100 Jahre alten, weißen Jugendstil-Schokoladenfabrik in Versuchung führt. Mit einem weichen, warmen Duft. Ein Duft, der Geschmacksknospen süße Seligkeit verspricht. Die Vivani-Schokoladenlust.

Die Wurzeln des dunklen Goldes liegen in Mesoamerika, einem mittelamerikanischen Landstrich, auf dem einst Olmeken, Maya, Tolteken und Azteken lebten. Hier wuchs ein Baum, der um 1500 v. Chr. entdeckt wurde – der Kakaobaum. Eine aztekische Spezialität, die aus seinen Früchten gewonnen wurde, war "Xocolatl": eine schaumig aufgeschlagene Mischung aus kaltem Wasser, Kakao, Vanille und Pfeffer. Kakao galt als Geschenk der Götter, und nur wenigen war der Genuss vergönnt: Männern des Adels, Priestern – und Menschen, die den Göttern geopfert werden sollten.

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Wie sehr die Kakaobohne wertgeschätzt wurde, wird auch in ihrer Funktion als Zahlungsmittel deutlich. Besaß sie die perfekte Form, eine gleichmäßige Farbe und eine ausgesuchte mexikanische Abstammung, konnte man sie eintauschen. Für 10 Kakaobohnen gab es ein Huhn, für 100 einen Sklaven. Der Name "Xocolatl" setzt sich zusammen aus "xócoc" (bitter) und "atl" (Wasser), also "bitteres Wasser". Aus "Xocolatl" wurde durch die spanischen Eroberer unter der Führung Hernán Cortés’ "Chocolate" – da das Aztekische für ihre Zungen eine zu große Herausforderung war, passten sie den Namen des Göttertranks schlicht ihrer Sprache an. Beeindruckt vom nahezu maßlosen Konsum durch König Montezuma, brachten sie das geheimnisvolle Getränk 1528 nach Europa.

9.000 Kilometer entfernt,

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am spanischen Hof, wurde das Exotikum nach seiner langen Reise mit verhaltener Freude begrüßt: Man fand es doch viel zu bitter und scharf. Erst in der Verbindung mit Honig und Rohrzucker ließ sich der europäische Gaumen entzücken. Wie in Mittelamerika war Kakao auch in Europa nur wenigen Auserwählten vorbehalten, hier den reichen Adligen. Bis mit Beginn der Industrialisierung und der ersten Schokoladenfabrik in der Schweiz die Massenproduktion geboren war – und Schokolade schließlich in aller Munde schmolz. Heute verzehrt der Deutsche durchschnittlich 11,6 Kilogramm pro Jahr.

In der Schweiz wurde nicht nur die erste Schokoladenfabrik gegründet, sondern 1879 auch das Conchierverfahren von Rodolphe Lindt entwickelt. Eine Verfeinerung, die nicht nur den Grundstein für den Ruhm Schweizer Schokolade gelegt hat, sondern auch an anderen Orten Schokolade ihren zarten Schmelz verleiht. Zum Beispiel in Herford.

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In dieser geschichtsträchtigen ost-westfälischen Stadt, die 789 gegründet und im Mittelalter sowohl den Rang einer der bedeutendsten Handelsstädte als auch eines geistlichen und geistigen Zentrums gewann, wurde im Jahre 1895 ebenfalls eine Schokoladenfabrik gegründet: die Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG. Und genau hier, an diesem traditionsreichen Ort, entsteht heute eine besondere Schokolade: Vivani.

Der Name der Schokolade ist angelehnt an "Viva", also Leben. Ein Leben für die Schokolade, und zwar in bester Bio-Qualität – diese Vision wurde im Jahr 2000 Realität, als Andreas Meyer, Ökotrophologe mit einer ausgeprägten Leidenschaft für das Süße, in der Firma Weinrich den passenden Partner fand. Auf der BioFach-Messe 2000 präsentierte Vivani-Gründer und Geschäftsführer Andreas Meyer zur Einführung drei Sorten seiner Bio-Schokolade. Bis heute sind 23 Sorten hinzugekommen. Tendenz steigend.

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Der Innovationsgeist von Vivani ist damals wie heute treibende Kraft. Er zeigt sich in einzigartigen Geschmacksrichtungen wie Weiße Mango-Cocos-Schokolade, Vollmilch-Waldbeer-Crunchy oder Edelbitter Chili Ecuador. In Namen wie bei der Marke iChoc, RapRabitt für Schokoladen-Osterhasen oder FunkyNic für Schokoladen-Nikoläuse. Und im Verpackungsdesign. Hier wird Design zu Kunst und Kunst zu Design. Jede Schokolade zeigt ihr eigenes Gesicht, das ihr die Künstlerin Annette Wessel verleiht. Sie übersetzt den charakteristischen Geschmack in Malerei. Ihr Stil: eine Mischung aus figürlicher Darstellung und Abstraktion. Und so beschert die Vivani-Schokolade mehrfach sinnlichen Genuss, vom Auge bis zum Gaumen.

Doch genug ist nicht genug.

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Innovation ist nicht genug. Der Anspruch liegt weit höher: Vivani-Schokolade erlaubt Schokoladenlust mit reinem Gewissen. Um Missverständnissen und ungerechtfertigter Vorfreude vorzubeugen – gemeint ist nicht hemmungsloses Schlemmen ohne Folgen für Hüfte und Waage. Gemeint ist eine sozial und ökologisch verträgliche Herstellung.

Kakaobäume, die den wichtigsten Rohstoff für Schokolade liefern, wachsen nur in Äquatorialländern. Dort gibt es ideale Bedingungen für die Kakaopflanze: gleichmäßige Wärme und hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit. Weniger ideale Bedingungen hingegen herrschen dort für Menschen, denn zumeist sind Äquatorialländer Entwicklungsländer. Rohstoffe aus solchen Ländern zu beziehen und gleichzeitig soziale und ökologische Standards zu gewährleisten, stellt eine Herausforderung in der Produktion von Bio-Schokolade dar.

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Andreas Meyer hat sich ihr gestellt und entschieden, Kakaobohnen aus Ecuador und der Dominikanischen Republik zu beziehen. Dabei arbeitet er mit Kooperativen zusammen. Es ist ihm wichtig, die Partner zu kennen und sich vor Ort davon zu überzeugen, dass Bio-Richtlinien eingehalten werden, es keine überflüssigen Zwischenhändler gibt und die Kakaobauern gerechte Löhne erhalten, Kinder zur Schule und nicht zur Arbeit gehen. Dass ökologische und soziale Anforderungen in einem Zug genannt werden, hat seinen Grund: Der Verzicht von Agrochemikalien schützt Mensch und Umwelt – darüber hinaus bleiben die Kakaobauern finanziell unabhängig, weil sie nicht in Spritz- und Düngemittel investieren müssen. Geerntet werden die Kakaobohnen übrigens tief im Wald, denn dort ist das Zuhause des Waldbaums – inmitten einer Mischkultur, die zahlreiche Tier- und Pflanzenarten einschließt. Das Ökosystem bleibt so erhalten. Und die Schokoladenlust erst recht …

Weitere Infos zu Vivani, darunter eine umfangreiche FAQ-Liste, unter www.vivani-schokolade.de

Der Weg von der Kakaobohne zur Schokolade

  1. Rösten Zuerst werden die Kakaobohnen bei Vivani in der 50 Jahre alten Röstmaschine geröstet, dabei entfaltet sich das Kakaoaroma – entscheidend für den Geschmack der Schokolade.
  2. Brechen Die Kerne werden gebrochen, kleine Unreinheiten und Schalenteile werden entfernt.
  3. Mahlen Die Kerne werden immer weiter zerkleinert. Es entsteht Kakaomasse, tiefbraun und fließfähig.
  4. Pressen Die Kakaomasse wird in Presskammern geführt, dabei wird Kakaobutter abgepresst. Zwei Walzenpaare drücken gegeneinander, im Laufe des Prozesses werden die Walzen immer schneller, und der Teig wird in die Länge gezogen.
  5. Mischen Je nach Sorte kommen Milch, Zucker, Kakaobutter oder Sahne hinzu. Den Geschmack hat die Schokolade schon jetzt – nun fehlt noch die feine, cremige Konsistenz.
  6. Feinwalzen Fünf übereinander liegende Stahlwalzen zermahlen die Masse so fein, dass jedes Teil nur noch eine Größe von 2 /100 Millimetern hat.
  7. Conchieren Der Name kommt von "conche" (frz.), die Muschel. Gemeint ist die Spiralform. In dieser wird die Schokoladenmasse gerührt, gerührt und gerührt. Und belüftet. Bei 70 °C und bis zu 18 Stunden. So wird Feuchtigkeit und Gerbsäure praktisch weg- und der zarte Schmelz hineingerührt. Schließlich entsteht eine Schokoladenmasse, fein und flüssig.
  8. Temperieren Durch Herunterkühlen und erneutes Erhitzen werden Konsistenz und Geschmack weiterveredelt.
  9. Gießen Dann kann die flüssige Masse bei 32 °C in Formen gegossen und anschließend abgekühlt werden.

Fertig ist die Schokolade, bereit zu verführen …