Ökoland-Bauer Heinz Loose

Die Produkte der Marke Ökoland werden überwiegend nach den strengen Richtlinien des Anbauverbands Bioland hergestellt. Die Niedersachsen setzen dabei auf die Landwirte in der Region.

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"Ich bin heute Morgen vom Klappern der Störche geweckt worden" begrüßt uns Corinna Loose, die gemeinsam mit ihrem Mann Heinz in 13. Generation den Rethof führt. Ein imposantes Dreiständerhaus von 1562 bildet das Herzstück des Hofs, auf dessen Dach seit Kurzem ein Storchennest thront. Um es herum: Stallungen mit Auslauf und 100 Hektar Land mit Naturschutzflächen. Neben Schweinen, die hier für die Fleisch- und Wurstwaren von Ökoland gehalten werden, gibt es noch viele weitere Tiere in jedem Winkel: 35 Kühe mit ihren Kälbern, fünf Wasserbüffel, ein paar Gänse und Hühner, zwei Pferde, einen Esel, einen Hund und sechs gemütliche Hofkatzen.

Auf dem Rethof wird bereits seit 21 Jahren ökologisch gewirtschaftet. Fast ebenso lange arbeitet das Ehepaar Loose mit Ökoland zusammen. Sie waren unter den Ersten, die Schweinehaltung für Ökoland-Produkte betrieben. Mittlerweile sind es über 20 Landwirte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die Ökoland direkt mit Schweinen beliefern.

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Als Ökoland 1991 aus der Bioland-Erzeugergemeinschaft hervorging, gestaltete sich die Direktvermarktung gerade für Öko-Landwirte sehr schwierig. Anfang der 1990er-Jahre waren selbst Wochenmärkte noch stark konventionell geprägt. Die "Ökos" wurden teilweise mehr irritiert als interessiert beäugt und höhere Preise für die Bio-Produkte nicht akzeptiert. Ökoland hat seitdem nach und nach ein Netzwerk geknüpft, um den Betrieben eine Chance zu geben, ihre Erzeugnisse zum Verbraucher zu bringen und eine regelmäßige Abnahme zu garantieren. "Kontinuität und Langfristigkeit schaffen, um den Landwirten Sicherheit zu geben. Das war schon immer und ist auch weiterhin unser Ziel", bringt Ökoland-Geschäftsführer Patrik Müller die Herausforderung auf den Punkt. Für viele Landwirte wird damit eine ökologische Tierhaltung nach Bioland-Richtlinien überhaupt erst möglich gemacht. Auf dem Hof der Looses werden pro Jahr etwa 550 Schweine in kleinen Gruppen gehalten. "Dabei verkleinere ich Gruppen auch hin und wieder unter die eigentlich zugelassene Größe, wenn mein Gefühl es sagt", erklärt Corinna Loose.

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Über die Jahre haben die Landwirte in Zusammenarbeit mit Ökoland ausgeklügelte Gesundheitsmaßnahmen für die Tiere entwickelt, die den Einsatz von Medikamenten so weit wie möglich eindämmen. Dazu gehört auch die tägliche Versorgung mit abwechslungsreichem Beschäftigungsmaterial für die aktiven Schweine, die sich bei zeitlichem Verzug schon mal beschweren. Das Futter muss zu mindestens 50 Prozent aus eigenem Anbau vom Hof stammen, billiges Kraftfutter ist tabu. Im Alter von sieben Monaten und mit einem Gewicht von 120 Kilogramm werden die Schweine schließlich geschlachtet – bei konventionellen Schweinen dagegen passiert das in der Regel schon zwei Monate früher.

Beim Gang über den Rethof muss man sich hin und wieder vor Augen halten, dass man vor Nutztieren steht. Diese "Son­der­behandlung", wie sie den Tieren hier zuteilwird, wäre bei rein ökonomischer Betrachtungsweise nicht durchführbar. "Ich lebe gern mit Tieren zusammen", erklärt Heinz Loose, "und dann möchte ich auch, dass sie ordentlich behandelt werden."

Bioland-Richtlinien

Zu Gast bei unseren Marken / Erzeugerreportage/ Markenhersteller Ökoland Bauer Heinz Loose / Oekoland Produktentwicklung

In der Ökoland-Philosophie sollen Umweltschutz, Tiergesundheit und Qualität der Produkte Hand in Hand gehen. So hat die Produktentwicklung zunächst nicht den günstigsten Preis für den Kunden im Blick, sondern die beste Qualität.
Gerade bei der Tierhaltung und Fleischproduktion gehen die Bioland-Richtlinien über die EU-Öko-Verordnung hinaus:

  • die zulässige Anzahl der Tiere pro Fläche ist noch geringer
  • stärkere Einschränkungen bei zulässigen Medikamenten
  • höherer Anteil von Futter, das vom eigenen Betrieb oder einer regionalen Kooperative stammen muss
  • in der Regel mehr Grünfütterung 
  • deutlich weniger Zusatzstoffe sind zugelassen, u. a. Ausschluss von Nitritpökelsalz für Fleischerzeugnisse
  • Beschränkung der Transportwege bis zum Schlachter auf max. 200 Kilometer