Minderleinsmühle

Die Minderleinsmühle im Norden Nürnbergs blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit dem Jahr 1776 befindet sie sich im Besitz der Familie Hubmann.

Minderleinsmühle

Eine einladenden grüne Allee führt den Besucher zur Minderleinsmühle, die sich seit dem Jahr 1776 im Besitz der Familie Hubmann befindet. Wir fahren an Kirschbaumwiesen vorbei, durch dichte grüne Wälder und biegen schließlich von der Landstraße auf eine kleine Allee ab, die uns zu einem alten Mühlenanwesen führt. Wir sind verabredet mit Andreas Hubmann, Geschäftsführer der Minderleinsmühle, und Julia Veitengruber, die das Sortiment Rosengarten des Unternehmens betreut. Die Minderleinsmühle im Norden Nürnbergs blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 13. Jahrhundert, seit 1620 ist die Mühle nach ihrem damaligen Besitzer Minderlein benannt. Johann Georg Hubmann, der Urahn Andreas Hubmanns, erwarb das Anwesen im Jahr 1776, seitdem befindet es sich im Besitz der Familie. Heute ist das Anwesen liebevoll saniert, die denkmalgeschützten Gebäude gekonnt mit modernen Ansprüchen an Wohnen, Arbeiten und Lebensmittelverarbeitung verbunden.

Minderleinsmühle

Die Produktions- und Lagerhallen fügen sich mit ihren hell verputzten Fassaden harmonisch in die Umgebung mit der alten Mühle, der Remise und den Wohnhäusern ein. In ihrem Inneren überraschen uns jedoch modernste Technologien und ein emsiges Treiben. Rund 240 Mitarbeiter stehen hinter der Erzeugung der Müslis, Backwaren, Waffelspezialitäten und Confiserie des Naturkostunternehmens – alles in Bio-Qualität. Das Mühlenanwesen umfasst heute insgesamt 7.000 Quadratmeter Fläche.

Minderleinsmühle

Andreas Hubmann und technischer Leiter Gerwin Gumann zeigen uns die vielfältigen Verarbeitungs-, Abpack- und Etikettierungsanlagen und erklären die verschiedenen Technologien dahinter. Faszinierend sind etwa die Dragiertrommeln. Hier vereinen sich handwerkliches Geschick und ausgeklügelte Technik besonders eindrucksvoll: In großen, sich drehenden Metalltrommeln vermengt der Drageur, also der Experte für diese Technik, flüssige Schokolade mit Nüssen oder Trockenfrüchten. Das Ergebnis sind zum Beispiel perfekt ummantelte Cashewkerne in Joghurtschokolade. Damit die Schokoladenhülle schön glänzt und knackig ist, gibt es einen Trick: "Das Geheimnis ist eine geringe Luftfeuchtigkeit von unter 20 Prozent", erklärt der Leiter der Dragierung, Jürgen Conway. Daher wird trockene Luft von oben in die Kessel gepustet. In speziellen Glanztrommeln erhalten die veredelten Naturprodukte eine extra Portion Brillanz.

Minderleinsmühle

Bei der Minderleinsmühle kennt man sich mit Schokolade aus – die Franken zählen zu den größten Verarbeitern von Bio-Kakaozubereitungen in Deutschland, etwa 1.000 Tonnen davon wandern jährlich auf Waffelröllchen, um Trockenfrüchte oder in Müslis. Und zwar nicht nur per Dragierung: Eine weitere Stärke der traditionsreichen Mühle ist der Schokoladenüberzug, zum Beispiel als zartschmelzende Hülle von Waffelblättchen. Hier spielt die Verarbeitungstemperatur eine entscheidende Rolle. Etwa 45 Grad Celsius warme, flüssige Schokolade wird in eine Metallschnecke geleitet, deren Wände gekühlt sind. Die Schokolade erkaltet dort auf 25 Grad und durchmischt sich mit der wärmeren Masse im Inneren der Schnecke. Dadurch nimmt die enthaltene Kakaobutter eine kristalline Struktur an, die besonders stabil ist. Die Schokoladen, die bei der Minderleinsmühle zum Einsatz kommen, sind konsequent ohne Sojalecithin zubereitet. "Das ist sicherlich auf wendiger, weil wir mehr Kakaobutter einsetzen müssen, um eine ideale Konsistenz zu erreichen.

Minderleinsmühle

Da wir eine Vielzahl an Verarbeitungsschritten selbst durchführen, war es wichtig, eine ideale Rezeptur dafür zu entwickeln", erläutert der gelernte Müllermeister und studierte Betriebswirt Hubmann. Es ist tatsächlich eindrucksvoll, wie viele unterschiedliche Techniken bei dem Naturkostunternehmen unter einem Dach vereint sind. Beziehungsweise unter zwei Dächern, denn seit 2002 kommen Schokoladen, Waffeln und Co. der Marke Rosengarten auch aus dem Vogtland. In Adorf bei Plauen gründete die Familie Hubmann den Schwesterbetrieb "Lebensgarten". Mit 7.000 zusätzlichen Quadratmetern Fläche gelingt es so, über 95 Prozent der Rosengarten Produkte vollständig in eigener Produktion zu fertigen. "Darauf und dass strenge Qualitätsvorgaben eingehalten werden, legen wir sehr viel Wert", beschreibt Andreas Hubmann die hohen Ansprüche.

Minderleinsmühle

Mit Müsli begann der Erfolg der Getreidemühle in der Naturkostwelt im Jahr 1986. Auch heute findet sicherlich jeder Müsli-Fan einen Liebling im umfangreichen Sortiment. Die Rosengarten Müslis fallen auf durch "bodenständige Rezepturen und wirkliche Geschmackserlebnisse", erläutert Julia Veitengruber am Beispiel des Waldbeeren-Früchte-Müslis: "Der extrahohe Anteil an schonend gefriergetrockneten Bio-Früchten verleiht dem Cerealien-Mix einen intensiv-aromatischen Fruchtgeschmack". Für eine gleichmäßige Verteilung der einzelnen Müslibestandteile in jeder Tüte sorgt eine spezielle Waage. In einem Kreis von mehreren Kammern werden jeweils 100 Gramm Müsli abgewogen, die in der richtigen Kombination 500 Gramm ergeben und dann zusammen in eine Müslitüte purzeln. Dadurch sind die schwersten Zutaten am Ende nicht ganz unten in der Tüte, sondern gleichmäßig darin verteilt. Empfindliches, wie die gefriergetrockneten Früchte, wird vorsichtig dosiert. Crunchies, die auf einem 60 Meter langen Backofen selbst hergestellt werden, runden die vielfältigen Müslimischungen geschmacklich und knusprig ab. Schließlich schauen wir noch im Mühlenladen vorbei. War me Farben und rustikale Holzregale prägen die Räumlichkeiten. Frisch gebrühter Tee lädt ein zum kurzen Verweilen – ein von den zahlreichen Stammkunden gern angenommenes Angebot.

Weitere Informationen zu Minderleinsmühle und Rosengarten finden Sie unter www.minderleinsmuehle.de

Kurz gefasst

Minderleinsmühle

  • Gegründet im 13. Jh., seit 1776 im Besitz der Familie Hubmann
  • Seit 1986 entstehen hier Getreide- und Naturkostprodukte nach ökologischen Grundsätzen, seit 1996 unter der Marke Rosengarten
  • 14.000 m2 Fläche für Produktion, Lager und Verwaltung
  • Insgesamt 240 Mitarbeiter an beiden Standorten
  • Qualitätssicherung: Zehn Mitarbeiter sorgen für die Einhaltung der hohen Qualitätsansprüche. Alle hergestellten Produkte werden täglich verkostet
  • Vielfältiges Sortiment: Müslis, Backwaren, Waffeln, Confiserie sowie Oster- und Weihnachtsspezialitäten – alles in Bio-Qualität
  • Das Familienunternehmen ist zudem einer der wichtigsten Anbieter glutenfreier Bio-Produkte in Deutschland
  • Eigene Bio-Landwirtschaft auf 30 Hektar