Lauretana – Weiches Wasser durch hartes Gestein

Alnatura besuchte Lauretana im Piemont, wo sich die Quelle des italienischen Mineralwassers befindet.

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Im Norden Italiens, im Piemont, in der Provinz Biella, liegt eine kleine Gemeinde namens Graglia zu Füßen des Mombarone, in der Nähe des über 4.600 Meter hohen Monte Rosa Massivs. Seine schneebedeckten Gipfel strecken sich dem Himmel entgegen und in seinem Inneren bewahrt er einen besonderen Schatz: Wasser. Dieses Wasser trägt den Namen Lauretana, in Anlehnung an die heilige Madonna di Loreto. Denn in Graglia wurde ihr zu Ehren ein Kloster gebaut, Santuario di Graglia. Es ist ein spirituell stark geprägter Ort und zwar nicht nur wegen seiner über 500-jährigen Geschichte als christliche Wallfahrtsstätte. Seit 1999 gibt es dort auch ein buddhistisches Kloster. Das Unternehmen der Familie Vietti birgt den Schatz Lauretana seit 1964. Entdeckt wurde die Quelle vom Gründer Teresio Rossello bei einer Wanderung in 1.050 Meter Höhe. Er trank das Wasser und war begeistert. Kurzerhand nahm er eine Probe mit und ließ sie untersuchen. Das Institut für Chemie der Turiner Universität bestätigte die Qualität. Unter den Kunden von Lauretana befinden sich Sommeliers und Sterneköche, wie Geschäftsführer Giovanni Vietti nicht ohne Stolz erzählt. Was sie an diesem Wasser schätzen? Seine Sanftheit und Neutralität. Deshalb sei Lauretana ideal als Begleiter feiner Menükompositionen und erstklassiger Weine: Es hält sich im Gaumen vornehm zurück. Übrigens ist es dank dieser Eigenschaften auch für die Zubereitung hochwertiger Tees geeignet.

Erzeuger Reportage Lauretana Monte Rosa Gebirge

Der Blick auf den Mineralstoffgehalt erklärt den milden Geschmack des Wassers: Es hat einen sehr niedrigen Festrückstand, also wenig Mineralstoffe, die nach dem Verdampfen bei 180 Grad Celsius zurückbleiben. Bei 50 Milligramm pro Liter spricht man von einem sehr geringen Gehalt an Mineralstoffen, bei 50 bis 500 Milligramm von geringem Gehalt und bei über 1.500 Milligramm von einem mineralstoffreichen Wasser. Lauretana hat mit 14 Milligramm pro Liter den niedrigsten Wert im Vergleich zu anderen europäischen Mineral- und Quellwässern. Aus dem niedrigen Festrückstand erklärt sich dann auch der Lauretana-Claim "Das leichteste Wasser Europas": Er bezieht sich einfach auf das geringe Gewicht der Festrückstände.

Der Grund für die geringe Mineralisierung ist die geologische Beschaffenheit des Monte Rosa. Das Massiv besteht aus Granit und Granitgneisen, die sich wiederum aus Quarz, Kali­feldspat und Hellglimmer zusammensetzen. Es ist ein leicht rötliches Gestein mit einer mittelkörnigen Struktur, ein Gestein, das in der Sonne funkelt. Vor allem ist Granit wegen seiner Härte bekannt. Und genau diese Härte macht das Wasser so weich. Mineralstoffe werden vom Wasser durch eine Granitoberfläche nicht so stark aufgenommen, wie dies bei anderen geologischen Böden der Fall ist.

Erzeuger Reportage Lauretana Quelle

Wenn das Gletscherwasser an der 1.200 Meter hohen Lauretana-Quelle ankommt, liegt ein langer Weg hinab durch 50 Kilometer Granitgestein hinter ihm. Die Landschaft dort ist unberührt und steht unter Naturschutz. Abgefüllt wird Lauretana-Wasser frei fließend und ohne Druck, von der Quelle in 600 Meter langen Leitungen in acht Tanks, die jeweils 50.000 Liter fassen. Drucklos fließt es in die Abfüllanlage. Diese Art der Abfüllung hat auch einen positiven ökologischen Aspekt: Sie spart Energie ein. Weitere Umweltschutzmaßnahmen sind das hundertprozentige Recycling in der Produktion, die Entscheidung für Ökostrom sowie die Flaschensäuberung mit Lauretana-Wasser unter Verzicht auf chemische Zusätze. Um den CO2-Ausstoß zu minimieren, wird Lauretana über die Schiene nach Deutschland exportiert.

Bevor es auf den Weg zum Kunden geht, muss das Wasser in die Flasche: Bis sie gefüllt ist, vergehen acht bis zehn Sekunden. Das ist vergleichsweise lang und gleichzeitig Ausdruck einer besonderen Überzeugung: Man möchte nur nehmen, was die Natur freiwillig gibt. Lauretanas Uhren gehen eben anders. Da sich die Produktion nach dem Zeitplan der Natur richtet, gibt es auch Phasen, die die Abfüllung verlangsamen: zum Beispiel bei drohendem Frost in den Wintermonaten. Wachstumsprozesse der Natur scheinen auch für das Unternehmen selbst als Vorbild zu dienen: Es herrscht eine stete Weiterentwicklung ohne Hast, ein organisches Wachstum. Drei Produktionslinien auf dem neuesten technischen Stand sind das Ergebnis: eine für PET-Flaschen verschiedener Größen, bis zu 20.000 Flaschen werden hier pro Stunde abgefüllt, sowie eine für Glas. Die dritte wurde bei unserem Besuch gerade erneuert, in ihr werden ab August Glasflaschen für Deutschland abgefüllt.

Erzeuger Reportage Lauretana Mitarbeiter

Die Pläne für die Zukunft? "Es ist uns wichtig, Werte zu wahren. Nicht nur die des Wassers, sondern auch solche wie Vertrauen und Beständigkeit. Werte, die wir in der Familie finden", so Vietti. Und deshalb soll das Unternehmen unbedingt in eigener Hand bleiben: Seit Kurzem ist aus diesem Grund auch der Jüngste der Familie Vietti, Edoardo Vietti, mit dabei, um sich auf seine Rolle als Geschäftsleiter von Lauretana vorzubereiten und es im Sinne der Familientradition weiterzuführen.

  • Trinken Sie mind. 1,5 l Wasser pro Tag, bei großer Hitze auch mehr. Am besten über den Tag verteilt trinken, unser Körper kann Wasser nicht speichern.
  • Um das Trinken nicht zu vergessen, die empfohlene Tagesmenge gut sichtbar auf den Tisch stellen.
  • Besser aus dem Glas als aus der Flasche trinken: Mikroorganismen aus dem Mund könnten sonst ins Wasser gelangen.
  • Angebrochene Wasserflaschen kühl lagern und schnell verbrauchen.

››› Gabriele Storm

Kurz gefasst

  • Mineralwasser aus der Lauretana-Quelle
  • Gründung 1964
  • Unternehmenssitz Graglia/Provinz Biella, Piemont, Italien
  • Mitarbeiter 55
  • Besonderheit unter europäischen Wässern das Mineralwasser mit den wenigsten Mineralstoffen (14 mg / l)