GEPA-Grenzenlos fair

Bio-Kaffee und Bio-Kakao aus fairem Handel

GEPA-Grenzenlos Fair

Neu ist: Zu den Bio-Bauern der Südhalbkugel gesellen sich nun Bio-Milchbauern aus Süddeutschland, die dank der GEPA-Kooperation mit dem Bio-Anbauverband Naturland und den Milchwerken Berchtesgadener Land Chiemgau eG faire Preise für ihre Rohstoffe erzielen.

"Rundum fair – Süd trifft Nord" heißt die Initiative, die im Oktober 2011 die erste faire Bio-Schokolade mit fairer Milch präsentierte. Seitdem bietet die GEPA eine große Auswahl an verschiedenen Bio-Schokoladensorten an, die 100 Prozent öko und 100 Prozent fair sind. "Dieses Pionierprojekt ist für uns ein Meilenstein, faire Bedingungen in der Produktions- und Lieferkette eines Süd-Nord-Produktes so umfassend wie möglich zu etablieren", erklärt Robin Roth, Geschäftsführer Partner und Produkte sowie Marketing bei der GEPA. Die Kakaogenossenschaft El Naranjillo aus Peru ist mit ihren mehr als 5.000 Kleinbauernfamilien, die hochwertigen und fair gehandelten Bio-Kakao produzieren, schon seit 2005 Partner der GEPA. "Wir sind sehr stolz, beim neuen Projekt ›Scho­kolade mit fairer Milch‹ dabei zu sein", sagt Geschäftsführer Isaac Zuñiga Aguilar. "Die GEPA ist nicht nur unser Kunde, sondern inspiriert uns auch, gemeinsam einen nachhaltigen Wert mit guten Produkten zu schaffen. Das hilft uns, unseren Lebensstandard zu verbessern."

Die faire Bio-Alpenmilch für die neuen Schokoladen liefern rund 300 Naturland-Bio-Bauern, die in der Genossenschaft Milchwerke Berchtesgadener Land zusammengeschlossen sind. "Mit aktuell über 46 Cent pro Liter Bio-Milch zahlen wir den Bauern einen Preis, mit dem sie ihre Höfe auch nachhaltig bewirtschaften können", so Bernhard Pointer, Geschäftsführer der Milchwerke Berchtesgadener Land. "Handel und Kunden akzeptieren das gern. Schließlich erhalten sie Bio-Milch in hoher Qualität – dank Kräutern und Gräsern im Futter der Kühe. Außerdem unterstützt der faire Milchpreis die Natur- und Kulturlandschaft am Alpenrand sowie eine zukunftsfähige bäuerliche Landwirtschaft."

Der ökologische Anbauverband Naturland hat schon lange daran gearbeitet, nicht nur Öko-Standards zu entwickeln, son­dern über die Zusammenarbeit mit Fair-Handelsorganisationen wie der GEPA auch Fair-Richtlinien mit aufzunehmen. "Ökologischer Landbau hat nur dann eine Zukunft, wenn Bio-Bauern in Süd und Nord davon leben können", erklärt Steffen Reese, Geschäftsführer des Naturland e.V.

Weitere Informationen zur Gepa unter www.gepa.de

Der Milchpreis-Teufelskreis

Die Milchpreise in der EU sind niedrig und instabil. Für ihre Milch bekamen konventionell wirtschaftende Bauern 2009 auf dem deutschen Markt zeitweise weniger als 25 Cent pro Liter. Mittlerweile hat sich der konventionelle Milchpreis wieder etwas erholt – im November 2011 lag er bei 36 Cent. Dennoch: Das reicht nicht aus, um die Produktionskosten zu decken. Was zunächst gut für die Kundinnen und Kunden erscheint, bringt die Milchbauern in Existenznot: Kleine und mittlere Betriebe können diesem Preiskampf nicht standhalten.

Ohne faire Milchpreise überleben nur konventionelle Großbetriebe mit Massenproduktion. Die Massenproduktion hat wiederum schwerwiegende Folgen für die Umwelt: Unter Massen­tierhaltung leiden nicht nur die Kühe selbst, sondern auch Klima und Böden – die Tiere setzen durch ihre Ausscheidungen große Mengen Klimagase wie Methan frei, Kraftfutter aus Soja wird auf ehemaligen Regenwaldgebieten in Südamerika angebaut und von der EU importiert. Das schadet dem Klima zusätzlich.

Die überschüssige Milch aus Europa wird zu Milchpulver verarbeitet, subventioniert und zu Dumpingpreisen in Drittweltländer exportiert. Sie zerstört auch dort die Existenzgrundlage der Milchbauern vor Ort, weil ihre Milch den niedrigen Preisen des EU-Produktes nicht standhalten kann.

Auf dem deutschen Bio-Milchmarkt sieht es für die Landwirte wesentlich besser aus: Zwar sank auch hier der Auszahlungspreis bedingt durch höhere Milchmengen im Sommer 2009, stabilisierte sich aber bei über 36 Cent. Im November 2011 zahlten die Bio-Molkereien den anliefernden Bauern durchschnittlich 43,9 Cent für einen Liter Bio-Milch. (Quelle: Bioland, www.biomilchpreise.de)

Mehr Infos über die Milchpolitik der EU und ihre Auswirkungen finden Sie unter www.fairtrade.de

GEPA-Grenzenlos Fair

"Für mich sind faire Partnerschaften,die Kosten decken und Gewinne ermöglichen, die Chance, meinen Arche-Hof zu erhalten und die ökologische Landwirtschaft den Menschen näherzubringen."
Georg Schlickenrieder, Naturland Milchbauer

GEPA-Grenzenlos Fair

"Wir wollen nicht große Mengen produzieren, sondern lieber bessere Qualität."
Josef Sichler, Milchbauer

GEPA-Grenzenlos Fair

"Die Kooperative bezahlt mit dem Geld aus dem fairen Handel einen Arzt, der sich um uns kümmert, wenn wir krank werden. Und sie bezahlt die Medikamente, die er verschreibt."
Marino Teritorio, Kakaobauer, Mitglied von El Naranjillo

GEPA-Grenzenlos Fair

"Ich stehe voll und ganz hinter der Molkerei Berchtesgadener Land, denn sie zahlt faire Milchpreise."
Julia Stöger, Milchbäuerin

GEPA-Grenzenlos Fair

"Mit Alter Trade zu arbeiten ist völlig anders, verglichen mit der Zeit, als wir noch für die Großgrundbesitzer arbeiteten. Damals waren wir ge­zwungen, so zu arbeiten, wie sie es wollten. Jetzt entscheiden wir Mitglieder selbst."
Jeremiah Patricio, philippinischer Kakaobauer, Mitglied der Alter Trade Corporation (ATC)

Kurz gefasst

GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt)

  • 1975 gegründet mit Sitz in Wuppertal, Fair-Trade-Pionier
  • Handelt mit ca. 190 Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus 45 Ländern in Lateinamerika, Afrika und Asien zu fairen Preisen und langfristigen Handelsbeziehungen
  • 2011 vom Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet als eine von drei "Deutschlands nachhaltigsten Marken"
  • Hinter der GEPA steht das Hilfswerk der katholischen Kirche "Misereor", der Evangelische Entwicklungsdienst (eed), die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), das Kindermissions­werk "Die Sternsinger" und die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt"

www.gepa.de und www.gepa-jetzt-faire-milch.de

Naturland fördert den ökologischen Landbau länderübergreifend und ist mit über 53 000 Bauern und über 500 Herstellern als Naturland-Partner einer der größten ökologischen Anbauverbände weltweit.
www.naturland.de

Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG
Genossenschaft von Bauern im Alpenvorland, erhielt als erster Betrieb in Deutschland die Naturland-Fair-Zertifizierung.
www.molkerei-bgl.de