Erzeugergemeinschaft Ökobo

»Dass unsere Äpfel nach dem Waschen und Bürsten so glänzen, ist einfach auf den Poliereffekt zurückzuführen und liegt an der natürlichen Wachsschicht, die jede Apfelschale schützend umhüllt«,

Erzeugergemeinschaft Ökobo

erläutert der Agraringenieur und Bioland-Apfelbauer Erhard Karrer, der seit 1990 seine gepachteten 18 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Seine Wochenarbeitszeit: Minimum 70 Stunden, in Hochzeiten schon mal bis zu 90 Stunden.

Zu seinen Leidenschaften gehört, resistente und robuste Apfelsorten anzubauen, die für den Bio-Landbau geeignet sind. Topaz zum Beispiel pflanzte er vor 15 Jahren, als noch kein Verbraucher die Sorte kannte. Inzwischen gelten auch die Sorten Pilot, Cybele und Rubinola als eingeführt.

Die optimale Erntezeit und Essqualität hängt von der Apfelsorte ab. Wichtig ist, dass die Äpfel reif geerntet werden. Bevor die Äpfel in den Verkauf gehen, übernehmen ausgeklügelte Maschinen die Reinigung mit Wasser und Bürste sowie die Sortierung.

Erzeugergemeinschaft Ökobo

Danach wird jeder Apfel einzeln von Menschenauge und -hand nochmals auf seine Qualität hin kontrolliert und vorsichtig in die Kiste gelegt. Im Oktober oder November geerntete Äpfel können bei idealen Bedingungen, der sogenannten Kontrollierten Atmosphäre (CA), bis zum Frühjahr gelagert werden. Bio-Obstbauer Karrer erklärt das so: "Auch ein geernteter Apfel lebt, das heißt, er atmet Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Damit er möglichst lange frisch und am Leben bleibt, muss man seine Aktivität zurückfahren. In einem luftdichten Lagerraum wird die Temperatur auf ein bis vier Grad reduziert und der natürliche Sauerstoffgehalt der Luft von 20 auf zwei Prozent abgesenkt. Damit die Äpfel nicht ersticken, muss gleichzeitig Kohlendioxid aus der Luft gefiltert werden."

Ökobo hilft bei Umstellung

Erzeugergemeinschaft Ökobo

Karrer war von Anfang an Mitglied der Erzeugergemeinschaft Ökobo (Ökologisches Bodensee-Obst). Um die gestiegene Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Äpfeln auch weiterhin erfüllen zu können, bietet die Erzeugergemeinschaft umstellungsmotivierten, konventionellen Betrieben Hilfe bei der Umstellung auf ökologischen Obstanbau an. Zu diesen Obstanbaubetrieben gehört auch die Gräflich von Bodmansche Obstbau GbR. Baron von Bodman hat vor zwei Jahren angefangen, seine 30 Hektar Apfelanlagen auf Bio umzustellen. Als Anbauverband wählte er Naturland. Mit Unterstützung von Alnatura kann er seine Äpfel bereits jetzt als Äpfel "hergestellt im Rahmen der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft" verkaufen. In einem Jahr darf er gemäß der EU-Verordnung Öko-Landbau diese Äpfel als zertifizierte Bio-Äpfel anbieten. Chemisch-synthetische Spritzmittel verwendet er seit 24 Monaten nicht mehr. Des Hauptschädlings der Äpfel, des Apfelwicklers, versucht man bereits vor dessen Fortpflanzung mit der sogenannten »Verwirrmethode« Herr zu werden. An den Bäumen werden Dispenser angebracht, die einen Sexuallockstoff (Pheromon) enthalten, der die Männchen verwirrt, sodass sie die weiblichen Falter erst gar nicht finden. Das verhindert die Befruchtung und damit die Ablage der Eier, aus denen die Raupen schlüpfen, die sich in den Äpfeln einnisten würden. Dem Schorfpilz in der darauf folgenden Saison kann Einhalt geboten werden, indem das komplette Laub im Herbst unter den Bäumen mit einem Laubsauger entfernt wird. Die Sporen des Pilzes würden nämlich im Falllaub überwintern.

Vielfalt in Sorten und Geschmack

  • Süßlich-mild, ausgewogenes Aroma:
    Jonagold, Sansa, Gala, Rubinola, Fuji, Delbar Esteval, Jonagored, Golden Delicious, Florina
  • Fein säuerlich, spritziges Aroma:
    Elstar, Cybele, Topaz, Pinova, Braeburn, Pilot, Cox Orange, Rubinette, Idared
  • Betont säuerlich, würziges Aroma:
    Boskoop, Santana, Summerred, Collina, Otava, Glockenapfel 

 

Kurz gefasst

  • Erzeugergemeinschaft von 35 Obstbauern zwischen Lindau, Stockach und Ravensburg, die 400 Hektar ökologisch bewirtschaften
  • 2002 als GmbH gegründet, vorher loser Zusammenschluss mit dem Ziel, Erfahrungen mit Bio-Pionieren auszutauschen, die teils seit 30 Jahren nach ökologischen Richtlinien arbeiten
  • Seit 2007 Kooperation mit der Marktgemeinschaft Bodenseeobst (Mabo)
  • Bietet ausschließlich Verbandsware von Bioland, Naturland oder Demeter