Demeter-Felderzeugnisse

Island hat bereits seit vielen Jahren ein Nachhaltigkeitskonzept für den Fischfang vor Islands Küste entwickelt, das seines gleichen sucht.

Demeter-Felderzeugnisse

Der kleine Fischereihafen Arnarstapi liegt von der isländischen Hauptstadt Reykjavik aus etwa zweieinhalb Stunden Richtung Westen am Ende der Halbinsel Snæfellsnes. Hier werden unter anderem die Fische gefangen, die fertig verarbeitet in den Alnatura Tiefkühltruhen als Produkte der Marke Wild Ocean landen. Um fünf Uhr, kurz nach Sonnenaufgang, starten wir unsere Exkursion dorthin in einem Geländewagen. Wir, das sind Lazaro Campuzano von Demeter-Felderzeugnisse, Fridrik Samuelsson, der Geschäftsführer des Fisch-Verarbeitungsbetriebs Fimex in Bremerhaven, der Fotograf Odd Stefán Pórisson und ich, Björn Meuser, Sortimentsmanager bei Alnatura.

Lazaro Campuzano kenne ich bereits über drei Jahre, seit ich bei Alnatura arbeite. Seither beeindruckt mich seine unvergleichliche Begeisterung für seine Produkte der Marke Wild Ocean. Der Leiter Marketing und Vertrieb von Demeter-Felderzeugnisse arbeitet seit über zehn Jahren mit dem Island-Experten Fridrik Samuelsson in Sachen Wildfisch aus nachhaltiger Küstenfischerei zusammen.

Demeter-Felderzeugnisse

Ich habe mir die Entscheidung, die Wild Ocean Artikel in den Alnatura Filialen zu führen, nicht leicht gemacht, denn bei dem gesamten Sortiment handelt es sich um Fischereierzeugnisse aus Wildfang und somit explizit nicht um Bio-Produkte. Doch spätestens seit meinem Ausflug nach Arnarstapi steht für mich fest, dass nachhaltiger und kontrollierter Fischfang eine sinnvolle Alternative zu ökologischer Aquakultur darstellen kann. Aber wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet Island heute für nachhaltigen Fischfang steht wie kaum ein anderes Land? Der gebürtige Isländer Samuelsson erklärt das so: Die Region sei bis heute für die Fischereiwirtschaft sehr interessant, da die Tiere hervorragende Lebensräume und ein abwechslungsreiches Futterangebot vorfänden. Das Wasser ist von hoher Qualität, starke Strömungen unterschiedlicher Temperaturen durchmischen sich und Verwirbelungen bringen ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Plankton und Krill hervor. Doch Ende der 1950er-Jahre waren durch die Überfischung der Gewässer durch andere Nationen rund um die Insel die Bestände so stark zurückgegangen, dass eine der wichtigsten Erwerbsquellen zu versiegen drohte. Der Inselstaat musste handeln. Erst in den 1970er- Jahren wurde der Fischfang für alle anderen Nationen rund um Island gesperrt.

Demeter-Felderzeugnisse

Heute verfügen die Isländer über ein vorbildliches staatlich organisiertes und wissenschaftlich begleitetes Fangquotensystem. Jedes Jahr im September, wenn die Fangsaison sich dem Ende zuneigt, werden die Fangquoten für jede Fischart so festgelegt, dass die Bestände im Gleichgewicht bleiben. Mee res biologen erforschen und dokumentieren an 1.500 Kontrollpunkten rund um die Insel den Zustand der Bestände. Die Fangquoten werden anschließend als Fangrechte so verteilt, dass auch kleine Fischereien eine Überlebenschance haben. Die isländische Fischerei gesetzgebung ist eine der strengsten weltweit und der Staat Island hat bereits seit vielen Jahren ein Nachhaltigkeitskonzept für den Fischfang vor Islands Küste entwickelt, das seinesgleichen sucht. Durch das Siegel "Iceland Responsible Fisheries" wird belegt, dass der Fisch nach den Standards des Icelandic Fisheries Management gefangen wurde.

Demeter-Felderzeugnisse

Das anregende und aufschlussreiche Gespräch mit meinem Reisebegleiter lässt die Fahrt über die einsamen isländischen Straßen wie im Flug vergehen. Bei fantastisch gutem Wetter mit Sonnenschein, blauem Himmel und nur mäßigem Wellengang klettern wir in ein Fischerboot. Die Wassertemperatur beträgt acht Grad Celsius. Unser Fischer heißt Haraldur Arnasson, aber in Island sind alle "per du" – sogar Telefonbücher sind nach Vornamen sortiert. Halli, wie unser Gastgeber sich daher vorstellt, ist 54 Jahre alt. Während wir aus dem Hafen fahren, erklärt er uns, dass er heute in 50 bis 60 Metern Tiefe nach Schellfisch und Kabeljau fischen will. An Bord gibt es einen kleinen Kartenplotter, auf dem das Seegebiet und die Position des Bootes dargestellt werden. Das Echolot zeigt nicht nur die Wassertiefe, sondern auch Fischschwärme als kleine Punkte an. Findet Haraldur Arnasson eine geeignete Stelle, dreht er das Boot in den Wind und macht den Motor aus. Sein Boot ist mit vier elektrischen Winschen ausgestattet, über die Angeln mit einem Eisengewicht beschwert in die Tiefe rauschen.

Nach wenigen Minuten zieht die Angel einen Fisch an die Wasseroberfläche. Vorsichtig nimmt der Fischer das Tier vom Haken und tötet es rasch mit geübten Händen. Ist der Fisch an der Leine einmal zu klein, wird er vorsichtig vom Haken befreit und wieder in die Weiten des Meeres entlassen. Unser Fang nach drei Stunden: zehn Kabeljaue von je etwa 80 Zentimetern Länge, insgesamt circa 36 Kilogramm Frisch fisch. Der Fischer ist von dem Fang so begeistert, dass er, nachdem er uns und den gekühlten Fisch am Hafen abgesetzt hat, sofort wieder hinausfährt.

Isländischen Schellfisch und Seelachs von Wild Ocean gibt es bereits im Alnatura Super Natur Markt Sortiment. Kabeljau könnte bald folgen. Selbst Greenpeace stuft die Herkunft von Kabeljau aus Island als vertretbar ein. Dank der strengen Auflagen für die isländischen Fischer liegt die Beifangquote bei nur drei Prozent. In anderen Fanggebieten sind 20 bis 30 Prozent die Regel.

Demeter-Felderzeugnisse

Zurück an Land wird unser Fang in einer kleinen Lagerhalle im Hafen gewogen und registriert. Art, Menge, Größe, Gewicht und Beifang werden dokumentiert und von der Fangquote abgezogen. "Im Internet können Fischer, Behörden und Einkäufer genau nachvollziehen, wer wann was gefangen hat", erzählt Fridrik Samuelsson. Im Kühlhaus bei zwei bis vier Grad gelagert, wird unser Fang spätestens am nächsten Tag versteigert. Vom Auktionshaus aus geht es zur Verarbeitung. Die Filets werden dann bei minus 65 Grad tiefgefroren. Einmal pro Monat bringt ein Containerschiff den ersteigerten Fisch als Tiefkühlfracht nach Bremerhaven. Dort wird das gefrorene Fischfilet in Stücke geschnitten und glasiert, also mit feinem Wassernebel besprüht, um das empfindliche Fleisch vor Gefrierbrand zu schützen. Schließlich muss der Fisch nur noch portioniert und verpackt werden.

Björn Meuser, Alnatura Sortimentsmanager Naturkost

Kurz gefasst

  • 1992 hervorgegangen aus der weltweit ersten Erzeugergemeinschaft von Demeter-Landwirten (gegründet 1971)
  • 1996 liefert das Unternehmen das erste Demeter-Tiefkühl-Gemüse an den Naturkosthandel
  • 2005 startet die Marke Wild Ocean für Wildfisch aus nachhaltigem Fang
  • Das Sortiment umfasst heute mehr als 300 Produkte: von Gemüse über Getreide bis hin zu Tiefkühlfisch

Weitere Informationen zu Demeter-Felderzeugnisse finden Sie unter www.felderzeugnisse.de

Die Wild Ocean Qualitätsansprüche

  • Wildfisch aus nachhaltiger, umweltverträglicher Küstenfischerei
  • Genau definierte Fischfanggebiete (Island, Alaska, Costa Rica)
  • Ausschließliche Verwendung von Filets (kein Formfisch)
  • Panaden werden nicht vorfrittiert
  • Convenience-Produkte, zum Beispiel Fischstäbchen, werden ausschließlich mit Zutaten aus ökologischer Erzeugung veredelt
  • Transport der Ware per Flugzeug ist aufgrund der Umweltbelastung ausgeschlossen