Bio-Winzer Brüder Parra Jimenez

Ökologischer Weinanbau in La Mancha - alles andere als eine Donquichotterie.

LaMancha Bio-Winzer

Ein klappriges Pferd, darauf ein ebenso magerer, aber stolzer Ritter mit Lanze – dieses Bild begegnet einem in Castilla-La-Mancha, der größten und in der Mitte des Landes gelegenen Region Spaniens, überall. Restaurants sind nach Ritter und Pferd benannt, ebenso die Route für die wenigen Touristen, die sich in der unendlichen Weite dieser Landschaft verirren. Selbst auf dem Herkunfts- und Qualitätszeichen "Denominación de Origen de la Mancha" sind sie abgebildet. Die Rede ist vom edlen Ritter "Don Quichotte de La Mancha" und seinem Pferd "Rosinante". Wer kennt sie nicht, die vor mehr als 500 Jahren vom berühmten spanischen Schriftsteller Miguel de Cervantes erschaffene, traurigste aller Romanfiguren. Ein Mann, der mit seinem edlen Ansinnen und seinen unbeirrbaren Idealen auf dieser Welt scheiterte. Die bekannte Metapher für den sinnlosen Einsatz menschlicher Energien, nämlich »gegen Windmühlen kämpfen«, stammt aus diesem Werk.

LaMancha Bio-Winzer

Ideale haben die drei kastilischen Brüder Parra Jimenez auch, sie kämpfen aber keineswegs gegen Windmühlen. Sie produzieren anspruchsvolle Bio-Weine – und das in einer Region, die mit einer jährlichen Weinproduktion von mehr als 1.095 Millionen Hektoliter eher für Massenweine bekannt ist als für edle Tropfen. Eine echte Herausforderung, die die Brüder Jimenez mit Bravour meistern. Einer der international bekannten und begehrtesten Köche Spaniens, Manuel de la Osa, kauft bei der kleinen Bodega ein und kreierte gemeinsam mit dem Bodeguero (Kellermeister) Javier Parra Jimenez einen roten Cuvée, den es bisher leider nur exklusiv in seinem Restaurant "Las Rejas" in Pedroñeras zu genießen gibt. Aber auch die anderen Rotweine der Bodegas Parra Jimenez zeichnen sich durch eine raffinierte Ausgewogenheit der Tannine aus, die die einzelnen Fruchtaromen betont. Sie kommt selbst bei einem Gran Reserva, der mindestens zwei Jahre in einem Eichenfass gereift ist, noch zur Geltung, ohne von einer zu kräftigen Barriquenote überlagert zu werden.

LaMancha Bio-Winzer

Umso erstaunlicher sind die relativ günstigen Preise, die bei den bekannteren Regionen Rioja, Ribera del Duero und Navarra für die gleiche Qualität nicht mehr zu erzielen sind. Einer der renommiertesten Weinführer, "Der große Penin – die besten Weine Spaniens", sah bereits 2003 auf die Weinregion La Mancha ein wahres Qualitätsdorado zukommen. "Starönologen und Luxusweinmacher haben die La Mancha entdeckt und suchen charakteristische Terroirs."

Alnatura Magazin: Wie viel Hektar Rebfläche haben Sie und seit wann betreiben Sie ökologischen Weinbau?

Jimenez: Wir haben 150 Hektar Land und produzieren seit 1993 auf ökologischer Basis unseren eigenen Wein, besitzen also seitdem unsere eigene Bodega.

Alnatura Magazin: Welche Rebsorten bauen Sie an?

Jimenez: Wir bauen zu 80 Prozent rote Sorten an. Vor allem Cencibel, also Tempranillo, Merlot, Syrah, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Graciano, Monastrell, Garnacha und Petit Ver dote. Bei den Weißen setzen wir auf aromatischere Trauben als die Airén und bauen Verdejo, Gewürztraminer, Chardonnay, Cabernet Blanc, Moscatel und Voignier an.

Alnatura Magazin: Was stellt für Sie den Hauptunterschied zwischen ökologischem und konventionellem Weinanbau dar?

Jimenez: Na ja, ganz einfach: Wir benutzen keine chemischsynthetischen Zusatzstoffe bei der Düngung, setzen keine Pflanzenschutzmittel ein, und bei der Herstellung des Weines fügen wir keine Färbungs- und Schönungsmittel hinzu. Die klimatischen Voraussetzungen in der Mancha sind übrigens ideal für ökologischen Landbau. Frost und Kälte im Winter sowie extreme Hitze und Trockenheit im Sommer sind der beste Schutz gegen Krankheiten aller Art.

Alnatura Magazin: Sie haben also keinen Nachteil gegenüber den Bodegas der Genossenschaften, die konventionellen Wein produzieren?

Jimenez: Nein, unser Ertrag liegt durchschnittlich 20 Prozent unterhalb des konventionellen Anbaus. Aber das ist unerheblich. Im Gegenteil: Wir setzen nicht auf Quantität, beschneiden die Reben öfter und stärker, um die Qualität der Trauben zu erhöhen. Der Gärungsprozess gestaltet sich außerdem viel einfacher mit Trauben, die keinerlei synthetische Substanzen enthalten.

Alnatura Magazin: In welchem ökologischen Anbauverband sind Sie Mitglied? Wer kontrolliert Sie?

Jimenez: Ecocert – Sohiscert. Das Logo als Prüf- und Qualitätssiegel befindet sich auf jeder Flasche.

Mit 194.000 Hektar ist La Mancha das ausgedehnteste Weinbaugebiet in Spanien und der Welt. Die Rebflächen liegen auf der südlichen Hochebene in etwa 700 m über NN meist auf ebenem Gelände. Die recht kargen Böden weisen sandige, kalkige oder tonhaltige Zusammensetzungen auf.

Das Klima ist kontinental, mit Temperaturen, die zwischen 40/45° C im Sommer und -10° C/12° C im Winter schwanken. Die Niederschläge sind gering und liegen im Jahresdurchschnitt bei 375 mm/m².

Folgende Weine der Bodegas Parra Jimenez in La Mancha finden Sie in den Alnatura Super Natur Märkten:

  • Caballero de Mesasrrubias Gran Reserva DO 2000
  • Caballero de Mesasrrubias Reserva DO 2002
  • Parra Jimenez DO Crianza 2002
  • Parra Jimenez DO 2005 Irjimpa

Der nobelste unter den Parra-Jimenez-Weinen, ein "Gran Reserva", reift 5 Jahre, davon 2 Jahre im Barrique.