Andechser Molkerei

Den Andechser Firmenleitsatz "Natürliches natürlich belassen" hat der Vater Georg Scheitz vor über dreißig Jahren bei der Gründung der Molkerei geprägt.

Andechser Molkerei

"Bald darauf entschloss er sich für den ›ökologischen Weg‹, von seinen Milchbauern und Zulieferern nur natürliche Rohstoffe und Produkte anzunehmen und zu verarbeiten. Diese Selbstverpflichtung praktizieren wir nach wie vor konsequent", so Barbara Scheitz, Geschäftsführerin der Andechser Molkerei – ein Unternehmen, das auf eine 100-jährige Familientradition zurückblicken kann und bewiesen hat, dass sich konsequentes Öko-Engagement und Wachstum bestens vertragen. Rund 170 Mitarbeiter sorgen heute erfolgreich für den täglichen Umschlag von über 180.000 Litern Bio-Kuhmilch und 19.000 Litern Bio-Ziegenmilch von über 550 Bio-Bauernhöfen der satten Weiden des bayerischen Alpenvorlands.

Ziegenmilch für Kuhmilchallergiker

Andechser Molkerei

Die Andechser Molkerei ist in Deutschland Pionier auf dem Gebiet der Ziegenmilchverarbeitung: Ziegenmilch hat den Vorteil, dass sie aufgrund ihres Eiweißaufbaus und der feinen Fettverteilung für den Organismus bekömmlich ist und von vielen Kuhmilchallergikern gut vertragen wird. Sie hat einen hohen Anteil an Spurenelementen und Mineralstoffen wie Phosphor, Calcium, Chlorid sowie an den Vitaminen A und D. "Doch schmeckt sie auch?", möchten wir von der Andechser Geschäftsführerin wissen. Barbara Scheitz meint: "Es ist immer noch die landläufige Meinung, dass Ziegenmilch einen strengen Geschmack hätte. Aber: Durch Auslauf im Freien und eine gesunde, kräuterreiche Futtergrundlage für die Ziegen sowie eine gute Stallorganisation ist der Ziegenmilchgeschmack heute sehr mild bis leicht aromatisch."

Rechtsdrehende Milchsäuren

Andechser Molkerei

Für die erfolgreichste Einführung eines Neuproduktes am Bio-Markt gewann Andechser 2006 auf der BioFach mit dem Trinkjoghurt Himbeer-Lemon den begehrten Preis "Renner des Jahres". Grundlage für dieses Produkt bildet der Andechser Naturjoghurt aus Kuhmilch. Werfen wir einen Blick in die Molkerei und lassen uns die Herstellung dieses Joghurts erklären: Zunächst wird die bereits pasteurisierte Bio-Milch in großen, glänzenden Edelstahltanks, die bis zu 15.000 Liter Milch fassen können, eingelagert. Diese wird auf 38° bis 40° Celsius angewärmt und mit Milchsäurebakterien versetzt, die bewirken, dass aus dem Milchzucker Milchsäure wird. Joghurt enthält meist L(+) rechtsdrehende und D(-) linksdrehende Milchsäuren in unterschiedlichen Anteilen. In dem Naturjoghurt der Andechser Molkerei werden überwiegend rechtsdrehende Milchsäuren gebildet, da sie vom Körper besser verstoffwechselt werden können. Der Körper produziert selbst rechtsdrehende Milchsäuren, außerdem können sie mittels eines speziellen Enzyms schneller abgebaut werden als linksdrehende, was für den Organismus förderlich ist. Rechts- und linksdrehende Milchsäuren tragen ihren Namen wegen ihrer physikalischen Eigenschaften: Aufgrund ihres unterschiedlichen molekularen Aufbaus lenken sie eine bestimmte Art von Licht, das sogenannte linear polarisierte Licht, entweder nach rechts oder nach links.

Lebende Joghurtkulturen

Andechser Molkerei

Bei der Herstellung von Joghurt bewirkt Milchsäure, dass die Eiweißbestandteile der Milch flockig gerinnen – die Milch wird dick, Joghurt entsteht. Das Besondere bei der Andechser Joghurtproduktion ist, dass, nachdem die Bakterien zugesetzt werden, keine Wärmebehandlung mehr stattfindet. Das bedeutet, die Joghurtkulturen bleiben am Leben und werden durch die Abkühlung sozusagen "schlafen gelegt". Dies hat den Vorteil, dass bei der Herstellung keine Stabilisatoren eingesetzt werden müssen – entsprechend dem Leitsatz der Andechser Molkerei »Natürliches natürlich belassen«. Nachdem der Joghurt etwa 14 Stunden "gereift" ist, ist er fertig für die Abfüllung und wird über Edelstahlleitungen durch mehrere Hallen zur Abfüllanlage gepumpt. In dem Frischebereich ist es laut, Maschinen arbeiten, Fließbänder rotieren, Gläser stoßen aneinander. Direkt an der "Großen Linie", wie die Glasabfüllmaschine von den Mitarbeitern genannt wird, herrscht Hochbetrieb: Die Joghurtgläser werden mehrfach auf Bruchschäden und enthaltene Fremdkörper überprüft. Anschließend wird der Joghurt eingefüllt und der sterile Deckel aufgesetzt. Mittels Dampf wird dabei die im Glas enthaltene Luft herausgepresst, damit ein Vakuum entsteht. Nun fehlen nur noch die Etiketten, dann sind die Produkte fertig für den Transport.

Keine Aromastoffe und künstliche Zusätze

Aus dem Naturjoghurt werden alle anderen Andechser Joghurts hergestellt: Noch vor der Abfüllung wird er mit Fruchtmischungen diverser Geschmacksrichtungen versetzt. Auf die Zugabe von Aromastoffen und künstlichen Zusätzen wird dabei gänzlich verzichtet. Hätte man dem Urgroßvater der Geschäftsführerin Barbara Scheitz, der 1908 mit einer kleinen Käserei den Grundstein der Andechser Molkerei legte, gesagt, dass sein Betrieb einmal Joghurts in den Geschmacksrichtungen "Mango-Vanille" oder "Stracciatella" herstellen würde, hätte er wahrscheinlich ungläubig den Kopf geschüttelt. Doch eines ist sicher: Er hätte seine Freude daran gehabt, dass seine Urenkelin konsequent der Philosophie der Familie folgt und sich für ihre Heimat und die Natur einsetzt.

Mehr Informationen finden Sie unter www.andechser-molkerei.de