03.11.2017

Warenkunde: Früchtebrot

Beim Anschnitt kracht die knusprige Brotrinde und Fruchtaromen verströmen zusammen mit weihnachtlichen Gewürzen einen Duft, der puren Genuss verspricht. Und dieses Versprechen hält diese würzig-süße Köstlichkeit alle Jahre wieder: das Früchtebrot.

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Man kennt es auch als Berewecke, Birnenbrot, Hutzelbrot, Kletzenbrot oder Zelten. Die Trockenfrüchte gaben dem Brot unter anderem die Namen: So sind "Kletzen" mit der Schale getrocknete Birnen, "Hutzeln" feinere, vor dem Trocknen geschälte Dörrbirnen und "Zelten" ist der österreichische Name des Früchtebrotes. Die Herkunft eines der ältesten Weihnachtsgebäcke liegt in Tirol, Österreich, sowie im bayerischen und schwäbischen Raum. Ursprünglich wurden nur getrocknete Birnen für das Früchtebrot verwendet, später kamen mit der Einfuhr südländischer Früchte auch Rosinen, Datteln und Feigen hinzu.

Mit dem Früchtebrot sind zahlreiche Bräuche verbunden. Traditionell wurde es um den Andreastag (30. November) gebacken. Zeitgleich fanden die "Klöpfelnächte" statt, in denen maskierte Jungen über die Felder sprangen, um diese fruchtbar zu machen. Als Dank hierfür und für die vorgetragenen Verse erhielten die maskierten Jungen das begehrte Weihnachts­gebäck. Erinnert dieser Brauch nicht ein wenig an eine freundlichere Variante von Halloween? Mit dem Früchtebrot konnte man neben "Danke" aber auch "Ja" oder "Nein" sagen – und zwar zu einem Heiratsantrag. Rau abschneiden hieß "nein", ein glatter Abschnitt bedeutete ein "Ja" des Mädchens. Wer also die raue Seite der Liebe erfuhr, konnte sich zumindest mit Früchtebrot trösten. Übrigens ein Trost, der lange währt, denn das Weihnachtsgebäck ist sehr gut haltbar.

Wer ebenfalls das Früchtebrot sprechen lassen oder es einfach nur genießen möchte, der findet das Weihnachtsgebäck in ausgewählten Alnatura Bäckerei-Theken oder kann es einfach selbst backen.