Vielfalt und Bienen

Bienen liefern uns nicht nur Honig, Wachs und Pollen - warum der Verlust an Vielfalt auch die Bienen bedroht

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Bienen gibt es vermutlich schon seit 100 Millionen Jahren. Sie liefern uns nicht nur Honig, Wachs und Pollen. Erfahren Sie mehr darüber, warum die Pollensammler und Blütenbestäuber ein so wichtiges Glied im Kreislauf unseres Ökosystems sind. Und warum der Verlust an Vielfalt auch die Bienen bedroht.

Bienen in Not!

Bienen und andere Pollenbestäuber finden heute oft nicht mehr genug Nahrung. Das liegt vor allem an den intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Monokulturen. Diese entziehen vielen Pflanzen und Tieren die Lebensgrundlage in unserem Ökosytem – so auch den Bienen.
Immer wieder liest und hört man vom Bienensterben. Ein Phänomen, welches Imker und Forscher weltweit beobachten. Als eine gesicherte Todesursache gilt die Varroamilbe. Doch auch die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, großflächigem Einsatz von Pestiziden und dem Vormarsch von Agro-Gentechnik gelten als mögliche Ursache für das Bienensterben.

Vielfalt in der Natur = stabiles Ökosystem


Damit Bienen und andere Bestäuber ein ausreichendes Nahrungsangebot haben, brauchen sie Wildpflanzen und Blumenwiesen in ausreichender Zahl und Vielfalt. Intensive Landwirtschaft aber setzt auf wenige Sorten, die obendrein noch auf riesigen Flächen angebaut werden, auf denen jegliche "störenden" Pflanzen wie Gräser und Beikräuter oder Büsche und Bäume am Feldrand eliminiert werden. Auf unseren Äckern blühen neben dem Getreide kaum noch Kornblumen, Mohn oder Ackerwinden. Stattdessen dominieren Maisfelder, die bis an den Horizont reichen. Selbst in vielen privaten Gärten sorgen Rasenmäher für ein gleichmäßig gestutztes Grünfeld, auf dem Blumen und Gräser keine Chance haben.
Wenn kleine Lebewesen wie Bienen, Nektarsammler und Pollenbestäuber jedoch kein vielfältiges Angebot an Nahrungspflanzen und Nistmöglichkeiten mehr finden, ist ihre Lebensgrundlage akut bedroht. Zusätzlich gefährden Pestizide und Agro-Gentechnik ihre Gesundheit. Von ursprünglich 550 wildlebenden Bienenarten in Deutschland sind schon mehr als die Hälfte akut bedroht oder bereits ausgestorben!

Mehr als Honigproduzenten: Allroundtalente im Einsatz


Bienen und andere Blüten besuchende Insekten sind eine wichtige Säule unseres Ökosystems. Mehr als 80 Prozent der einheimischen Blütenpflanzen sind laut dem Deutschem Imkerbund auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Weil es kaum noch Wildbienen gibt, haben vor allem vom Menschen gehaltene Honigbienen die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen übernommen. Hummeln und andere Insekten sind dabei lange nicht so effektiv wie die Honigbiene. Damit hängt auch der landwirtschaftliche Ertrag von heimischem Obst, Beeren und vielen anderen Nutzpflanzen direkt von Bienen ab, denn ohne die Hilfe der kleinen Bestäuber können diese Pflanzen keine Früchte und Samen ausbilden.
Für einen gesunden Fortbestand der Bienen ist neben dem Erhalt der Vielfalt auch die richtige Bienenhaltung ausschlaggebend.

Bienen helfen!

Daher brauchen Bienen und Blütenbestäuber unsere Hilfe. Vereine wie Mellifera e.V. leisten mit Spenden und Aktionen wie BeeGood einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige und wesensgemäße Bienenhaltung. Stadtimker-Initiativen erschließen den Tieren wichtigen neuen Lebensraum. Außerdem können Sie die Kulturlandschaft auch zu Hause wieder zum Blühen bringen: Decken Sie mit dem Alnatura Saatgut den Tisch für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und unterstützen Sie die Initiativen mit einer Spende.

Agro-Gentechnik gefährdet Bienen


Agro-Gentechnik birgt Risiken: insbesondere für die Existenz von Bienen und Blütenbestäubern! Vor allem schadet sie der Vielfalt in unserem Ökosystem – mit schon heute nachweisbaren Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt.

Gefährliche Nahrungsquellen


Bienen ernähren sich neben dem Nektar aus den Blüten vor allem von eiweißreichem Pollen. Weil die Zahl der Wildpflanzen in Europa durch die flächendeckende intensive Landwirtschaft zurückgedrängt wurde und weiter wird, können Bienen ihren Pollenbedarf in vielen Regionen Deutschlands nur durch landwirtschaftliche Kulturpflanzen wie Raps oder Mais decken. Würden diese wie in Nord- und Südamerika vor allem als genveränderte Organismen (GVO) angebaut, müssten sich Insekten zu einem mehr oder weniger großen Anteil von gentechnisch veränderten Pollen ernähren – mit wahrscheinlich gravierenden negativen Folgen für die Vielfalt in der Natur.

Bienen verbreiten Pollen transgener Pflanzen

Agro-Gentechnik gefährdet
nicht nur das Leben von Bienen; die fleißigen Nektarsammlerinnen werden auch noch zu unfreiwilligen Verbreitern von GVO. Als Pollensammler fliegen Honigbienen immer zur gleichen Blütenart. Mit einem Flugradius von etwa drei Kilometern können sie auf einer Fläche von 30 bis 50 Quadratkilometern den Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen auf gentechnisch nicht veränderte Pflanzen übertragen. Damit sorgen sie ungewollt für eine Auskreuzung und Kontamination gentechnikfreier Flächen mit Agro-Gentechnik. So müssen auch Landwirte, die bewusst auf Gentechnik verzichten, die Kontamination ihrer Ernte mit Agro-Gentechnik befürchten.