Von Preis und Wert

"Preise stehen immer für die Einkommensanteile derer, die einen Beitrag zum Zustandekommen eines Produktes geleistet haben." Götz E. Rehn

Wir wollen verstehen, was der Ladenverkaufspreis über ein Produkt aussagt. Normalerweise wissen wir als Konsumenten nicht, wer an der Herstellung eines Artikels beteiligt war, wo die Rohstoffe herkamen, welche Arbeitsbedingungen dort herrschten und ob die Produktion nachhaltig erfolgte. Die Preise sprechen nicht über die Entstehung eines Produktes. Durch die Preise sind wir von den Herstellern getrennt. Gerne wollen wir hinter den "Vorhang" der Preise von Produkten schauen, der uns die Sicht auf ihre Genese verbirgt.

Wie der Preis entsteht

Ob ein Preis angemessen ist, das heißt, ob er "gerecht" ist, können wir als Kunden nicht erkennen. Wir müssten sonst bei jedem Artikel genau wissen, welche Menschen bei der Herstellung in welcher Form beteiligt waren und ob sie dafür ein faires Einkommen erhalten haben. Denn Preise stehen immer für die Einkommensanteile all der Menschen, die einen Beitrag für das Zustandekommen des Produkts geleistet haben. Der Apfel am Baum hat wirtschaftlich keinen Wert. Er bekommt ihn erst, wenn Menschen ihn pflücken, transportieren, lagern, auf dem Markt anbieten. Je mehr Arbeit aufgewendet wird, desto wertvoller wird der Apfel.

Nicht immer kann am Markt für ein Produkt der Preis erzielt werden, der seinem Wert entspricht. Zum Beispiel sollte ein Kilogramm Äpfel 2,79 Euro kosten, damit alle an seiner Erzeugung und Vermarktung Beteiligten ihren fairen Einkommensanteil erhalten können. Wenn die Äpfel jedoch beim Kunden nicht zu dem "wertgerechten Preis" absetzbar sind, muss der Ladenverkaufspreis gesenkt werden, zum Beispiel auf 1,90 Euro je Kilogramm, damit die Äpfel verkauft werden können, solange sie frisch sind.

Preise bei Alnatura

Der Kunde ist darauf angewiesen, dass der Händler seine Ladenverkaufspreise in diesem Sinne fair gestaltet. Der Kunde muss dem Händler vertrauen können, dass er das Wohl aller Beteiligten bei der Kalkulation der Preise im Auge hat. Der Händler kann an Beispielen für mehr Transparenz sorgen. So garantiert Alnatura bei den Molkereiprodukten seiner Marke, dass die Bio-Bauern einen fairen Milchpreis für die Milch erhalten, die für Alnatura Produkte verarbeitet wird.

Alnatura arbeitet bereits mit über 80 Lieferantenpartnern im Umfeld seiner Filialen zusammen, die aus der Region die Alnatura Märkte beliefern. Die Kunden können unsere "Naturkultur-Partner" besuchen und sich selbst ein Bild von der jeweiligen Situation auf dem Bio-Hof oder in der Bio-Bäckerei machen. Sie können diese Bauern und Bäcker fragen, ob Alnatura ihnen auskömmliche Preise bezahlt und wie die Zusammenarbeit ist. Bei den Alnatura Projektprodukten – Peru-Café zum Beispiel – können die Kunden im Internet verfolgen, welches soziale Projekt beim Kauf des Artikels gefördert wird und wie der Stand des Projektes ist.

Alnatura strebt nach der Verwirklichung seiner Mission "Beste Qualität zum günstigsten Preis" als Handlungsmaxime. Dabei hat die Qualität den Vorrang. Erst wenn die Qualität definiert ist, gehen wir an unsere Aufgabe als Handelsunternehmen: Die Abläufe so sparsam wie möglich zu gestalten. Dann können wir für die Kunden den Ladenverkaufspreis möglichst günstig festlegen. Denn so können sich mehr Menschen Bio-Lebensmittel von Alnatura leisten und mehr Bio-Bauern ihren Beitrag zur Verminderung der Umweltbelastungen erbringen.

››› Götz E. Rehn, Gründer und Geschäftsführer Alnatura