Mit Holz, Herz und Hobel

In den Alnatura Super Natur Märkten stehen so einige Holzmöbel: Regale, Eckgondeln, Aktionstische, Holzkisten, Flugblattständer, Einpacktische … Aber wo kommen die eigentlich her?

Wer schleift, sägt und verschraubt das ganze Holz? Diese Fragen führen uns mitten in den Odenwald, nach Wald-Michelbach. Hier hat Hans Schmitt seine Schreinerei. Und hier werden Holzregale und Co. für unsere Filialen gefertigt. Von außen ist das Gebäude eher unscheinbar, die Umgebung idyllisch. Drei Ziegen und einige Hühner beobachten unsere Ankunft skeptisch.

In der Werkstatt ist Alnatura dann unübersehbar präsent. Halbfertige Broschürenhalter liegen auf der Werkbank. Einige der klappbaren Außentafeln warten auf ihren Transport zu einer neuen Filiale. Und überall trifft man auf das Alnatura Grün. Sogar die Fräse und die Furnierpresse sind "alnatürlich" dekoriert – mit roten "Aktionspreis"-Magneten. Allgegenwärtig ist auch der Geruch von frisch verarbeitetem Holz.

Hans Schmitt hat die Werkstatt vor 24 Jahren von seinem Vater übernommen. Die Arbeit mit Holz liegt in der Familie – die Schreinerei ist mittlerweile über 55 Jahre alt, der Großvater war Wagner, fertigte also Wagenräder. Während Vater Hermann Schmitt das Schreinerhandwerk noch nebenher ausübte und das Familieneinkommen mit der Landwirtschaft bestritt, beschäftigt Hans Schmitt heute elf Mitarbeiter, davon zwei in der Verwaltung.

Neun Facharbeiter fertigen nicht nur die Holzmöbel, sondern organisieren auch den kompletten Einrichtungsaufbau in neuen Filialen. Knapp drei Wochen vor der Eröffnung machen sie sich zusammen mit knapp 12 Tonnen Gepäck auf zum jeweiligen Filialstandort, um innerhalb von zwei Tagen die neuen Räumlichkeiten mit Mobiliar zu füllen. Die Transportverpackungen: ausgeklügelte Mehrweg-Holzkisten mit Zwischenebenen und Kammern, damit auch ja alles an seinem Platz bleibt und nichts zerbricht. Das ist vor allem bei den Naturdrogeriemöbeln wichtig. Auch sie werden vom Schreinerei-Schmitt-Team gefertigt und zusammengebaut. Seit 2006 bei jeder Einrichtungstour dabei ist der "Werkstattwagen". Alles, wirklich alles, was das Schreiner- und Handwerkerherz begehrt, ist darin zu finden: Hämmer, diverse Schrauben, Zollstöcke, eine Verteilersteckdose und selbst eine Elektrosäge verbergen sich hinter den schlichten Holztüren.

Der erste Auftrag von Alnatura an die Schreinerei Schmitt liegt über zehn Jahre zurück. Seither hat sich da raus "eine sehr offene, faire Kooperation entwickelt", resümiert der Leiter der Alnatura Einrichtung Bernhard Schmidt. Er und Schreiner Schmitt haben schon zahlreiche Entstehungsprozesse von neuen Möbeln gemeinsam begleitet.

Über ein Jahr Arbeit – mit vielen Entwürfen und Prototypen – hat es beispielsweise benötigt, bis die neuen Drogerieregale einsatzbereit waren. Seit Februar 2010 werden neu eröffnete Alnatura Filialen damit bestückt. "Die Naturkosmetik-Produkte sollten trotz geringerer Beleuchtung, um Energie einzusparen, gut zur Geltung kommen – das war eine echte Herausforderung", erinnert sich Schreinermeister Schmitt. Die Mitentwicklung von Möbeln und Ladenbild macht dem 46-jährigen Familienvater am meisten Freude. Und das Drogerieregal ist aktuell sein Lieblingsstück.